Dietikon

Parlament stimmt Jahresrechnung zu: 4 Millionen Gewinn statt der budgetierten 14 Millionen Verlust

Zum vierten Mal in Folge schloss die Jahresrechnung der Stadt Dietikon positiv ab: 2019 resultierten 4,04 Millionen Franken Gewinn statt die budgetierten 14,7 Millionen Franken Verlust.

Zum vierten Mal in Folge schloss die Jahresrechnung der Stadt Dietikon positiv ab: 2019 resultierten 4,04 Millionen Franken Gewinn statt die budgetierten 14,7 Millionen Franken Verlust.

Die Rechnungsprüfer loben die Online-Belegkontrolle – Parlamentarier freuen sich über die Digitalisierung dank Corona.

In der Dietiker Stadthalle kommen die grossen Persönlichkeiten der Weltgeschichte zusammen. Letztes Mal war es der 1963 ermordete US-Präsident John F. Kennedy, der von Gemeinderat Olivier Barthe (FDP) mit den Worten «Einzig teurer als Bildung ist keine Bildung» zitiert wurde. Damals ging es um die temporäre Schuleinheit Stierenmatt, über die das Dietiker Volk am 28. Juni abstimmt. Dieses Mal bemühte Manuela Ehmann (EVP) Wilhelm Busch, den berühmten Dichter aus dem 19. Jahrhundert. «Es ist ein lobenswerter Brauch, wer was Gutes bekommt, der bedankt sich auch», zitierte sie.

Das Gute war die Jahresrechnung der Stadt Dietikon. Zum vierten Mal in Folge schloss sie positiv ab: 2019 resultierten 4,04 Millionen Franken Gewinn statt die budgetierten 14,7 Millionen Franken Verlust.

Einstimmig sagte daher das Parlament am Donnerstagabend Ja zur Rechnung. Viel Lob und viel Dank gingen der ­Abstimmung voraus. Konrad Lips (SVP), nach dem ­Rücktritt seiner Parteikollegin Charlotte Keller neuer Präsident der Rechnungsprüfungskommission (RPK), sagte stellvertretend für seine Partei: «Die SVP ist erfreut über das gute Abschliessen dieser Rechnung. Wir hoffen, dass viele weitere gute Jahre folgen werden.»

Als RPK-Präsident erinnerte er daran, dass es «eine spezielle Abnahme der Rechnung» war – wegen Corona. Finanzvorstand Rolf Schären (CVP) präsentierte die Rechnung mittels Videopräsentation. Und die Kontrolle der Belege konnte die RPK nun erstmals online durchführen. Das könne man künftig durchaus auch in normalen Zeiten so machen, hielt Beda Felber (CVP) fest. Diese Forderung stützen auch andere. Als «exzellent» bezeichnete beispielsweise Michael Segrada (FDP) die Online-Belegkontrolle.

Kritik an der Rechnung gab es nur vereinzelt. So konstatierte Lips, dass sich die Investitionen «leider» nur auf 11 statt auf die budgetierten 24 Millionen Franken beliefen. In die gleiche Kerbe schlug Ehmann: «Ich wünsche mir, dass das Investitionsbudget besser genutzt wird oder dass bei der Planung nur so viel budgetiert wird, wie auch wirklich investiert werden kann.»

Und Johannes Küng (SP) legte nach: Er sehe zwar, dass der Stadtrat viele Projekte vorangebracht habe – aber er rief den Stadtrat auch dazu auf, künftig noch aktiver vorzugehen. Schliesslich sei es «nicht das erste Mal», dass die Rechnung besser als budgetiert abschliesse – diesmal sogar um fast 15 Millionen Franken, nachdem die Jahresrechnung 2018 noch 10 Millionen über Budget abschloss. Wilhelm Busch hätte es wohl so formuliert: «Drum lebe mässig, denke klug! Wer nichts gebraucht, der hat genug!»

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