Die Limmattaler Zeitung ist ein Politikum. Der Dietiker Gemeinderat überwies gestern ein Postulat von Markus Erni (SVP). Nun muss der Stadtrat prüfen, ob er die Limmattaler Zeitung als amtliches Publikationsorgan absetzen will. Zwei Rückweisungsanträge wurden gemeinsam mit 17 zu 12 Stimmen abgelehnt.

Der erste kam von Rosmarie Joss (SP). Sie verwies darauf, dass die Zeitung auch für Leute zugänglich ist, die kein Internet haben und dass amtliche Publikationen das Weiterbestehen der Regionalzeitung sichern. «Gerade wir als Mitglieder einer Legislative, die für den ‹Tagi› und die ‹NZZ› schlicht nicht existiert, haben ein Interesse daran», sagte Joss. «Es ist wichtig, einen Journalismus zu haben, der sich mit unseren Anliegen auseinandersetzt und sie diskutiert. Wir sollten uns glücklich schätzen, dass unsere Politik nach wie vor in einer Regionalzeitung existiert. Gibt es das nicht mehr, wäre unsere Politik gestorben», fügte sie an.

Auch Martin Christen (CVP) forderte die Rückweisung. «Es gibt viele ältere, alteingesessene Dietiker, die die amtlichen Mitteilungen in der Limmattaler Zeitung schätzen. Es ist der ‹Limmattaler›, der viel und regelmässig aus dem Dietiker Rat berichtet», sagte Christen.

Obgleich ungleicher Meinung, freute sich Erni. «Ich finde es gut, dass wir eine Diskussion haben.» Er wolle jetzt eine Auslegeordnung durch den Stadtrat, deshalb sei sein Postulat zu unterstützen.

Andreas Wolf (Grüne) sprach sich gegen das Postulat aus. Zudem regte er an, die amtlichen Publikationen nur noch donnerstags erscheinen zu lassen. Ernst Joss (AL) votierte ebenfalls gegen das Postulat, da darin klar die Forderung steht, die Limmattaler Zeitung als amtliches Publikationsorgan abzusetzen: «Zu dieser Forderung stehen wir nicht und darum lehnen wir das Postulat ab.» Dann wurde die Rückweisung wie erwähnt abgelehnt.

Erfolgreich, mit 17:14 Stimmen, war hingegen der Rückweisungsantrag gegen Martin Christens Postulat, mit dem er die Umzonung des Hedinger-Parkplatzes beim Kronen-Areal in die Erholungszone Park anregte. Die Nichtüberweisung hatte der Stadtrat beantragt. Olivier Barthe (FDP) war ebenfalls gegen das Postulat: «Wir müssen die Vogelperspektive einnehmen. Wir stehen vor dem Bau einer Bahn, vieles wird sich verändern. Der Hedingerplatz wird ein Mosaikstein in einem grösseren Ganzen sein.» Man müsse nun abwarten, sagte Barthe.

«Wir Grünen, wen wunderts, sind für mehr Grün», sagte hingegen Beat Hess namens seiner Fraktion. Eine lebendige Stadt müsse auch in der Stadt Grünräume haben, nicht nur rundherum.

Ebenfalls für das Postulat sprachen Philipp Sanchez (SP) und Ernst Joss (AL), derweil Christine Ilg-Lutz (EVP) dagegen sprach. Dann erklärte Stadtpräsident Roger Bachmann (SVP) den Nichtüberweisungsantrag des Stadtrats. Eine Umzonung löse relativ aufwendige Prozesse aus. Zudem lag ihm daran, die Postulatsbefürworter zu beruhigen: «Heute und morgen wird auf dem Platz nicht gebaut, das kann ich Ihnen versprechen.» Ausserdem liesse sich auch ohne Umzonung ein Park oder ein Platz realisieren.

Stephan Wittwer (SVP) stellte sich klar gegen das Ansinnen. Es brauche im Dietiker Zentrum nicht nochmals einen Platz, der zur Einöde werde. Wittwer verwies auf den Kirchplatz und den Rapidplatz. Zudem betonte er, dass Dietikon viel nahes Grün hat, so etwa den Guggenbühlwald. Zudem sei Dietikon keine Tourismusdestination, sondern eine Arbeitsstadt. Kerstin Camenisch (SP) regte an, vorerst den Parkplatz für wenig Geld in eine Wiese umzuwandeln. Später könne man die Wiese immer noch durch etwas anderes ersetzen. Doch danach wurde das Postulat abgelehnt. Keine Wiese also.

Zum Schluss wurde Rosmarie Joss verabschiedet. Nach über 12 Jahren und 33 Vorstössen nahm sie gestern letztmals an einer Gemeinderatssitzung teil.