Schlieren

Parkplatz-Schläger muss die Schweiz verlassen

Bezirksgebäude Dietikon beim Bahnhof Dietikon, Kantonsspolizei, Bezirksgericht, Gefängnis, 14. Februar 2018.

Bezirksgebäude Dietikon

Bezirksgebäude Dietikon beim Bahnhof Dietikon, Kantonsspolizei, Bezirksgericht, Gefängnis, 14. Februar 2018.

Im Juli 2018 hatte das Bezirksgericht Dietikon einen Türken zu 21 Monaten bedingter Freiheitsstrafe und sieben Jahren Landesverweis verurteilt – wegen einfacher Körperverletzung und versuchter schwerer Körperverletzung.

Der Grund: Er hatte einem anderen Mann in Schlieren zwei Faustschläge verpasst und ihn zudem mit einem 31 Zentimeter langen und 465 Gramm schweren Radmutterschlüssel geschlagen. Die Tat geschah im März 2017, nachdem sich die beiden Autofahrer an der Wiesenstrasse 19 in Schlieren um den Vortritt gestritten hatten (die Limmattaler Zeitung berichtete).

Mit dem Urteil des Bezirksgerichts Dietikon war der Türke nicht zufrieden. Am Montagnachmittag hat er sich vor dem Zürcher Obergericht nämlich dagegen gewehrt, wie die «NZZ» am Dienstag berichtete. Der Verteidiger des Parkplatz-Schlägers habe einen Schuldspruch wegen einfacher Köperverletzung und eine bedingte Geldstrafe von 240 Tagessätzen zu 30 Franken gefordert. Der Staatsanwalt habe hingegen eine noch härtere Strafe als jene, die das Bezirksgericht Dietikon ausgesprochen hatte, beantragt: nämlich 24 statt 21 Monate bedingt. Diesem Antrag kam das Zürcher Obergericht nach, wie es in der «NZZ» heisst. Der Staatsanwalt habe zudem gefordert, die Dauer des Landesverweises von sieben auf zehn Jahre zu erhöhen. Das Obergericht habe ihn nun von sieben auf acht Jahre erhöht. Das Urteil vom Montag ist noch nicht rechtskräftig.

«Bescheidene» Integration nach über 20 Jahren

Der Mann musste mit einem Landesverweis bestraft werden, weil dies Artikel 66a des Strafgesetzbuchs so vorsieht. Dieser basiert auf der Initiative zur Ausschaffung krimineller Ausländer, die das eidgenössische Volk 2010 angenommen hatte. Der zum Tatzeitpunkt 60-jährige Mann lebt inzwischen seit rund 20 Jahren ohne Unterbruch in der Schweiz, spricht aber kaum Deutsch, wie sich bei der Verhandlung vor dem Bezirksgericht Dietikon gezeigt hatte. Schon von Ende der 1980er-Jahre bis 1993 hatte er einmal in der Schweiz gelebt. Damals war er als Asylbewerber ins Land gekommen. Das Bezirksgericht Dietikon beurteilte seine Integration in der Schweiz als «bescheiden». Auch wirtschaftlich: Er bezog Sozialhilfe. Laut «NZZ» ist er heute IV-Rentner.

Sein Opfer trug von den zwei Faustschlägen eine Jochbogenprellung und eine Rissquetschwunde im Mundbereich davon. Der Schlag mit dem Radmutterschlüssel führte zudem zu einer rund drei Zentimeter langen Rissquetschwunde auf der linken Schädelseite. Hinzu kamen Prellungen an den beiden Handgelenken: Diese rührten daher, dass sich das Opfer beim zweiten und dritten Schlag mit dem Radmutterschlüssel schützen konnte, indem es seinen Schädel mit den Armen abschirmte. (liz)

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