Eine Auswertung der Limmattaler Zeitung ergibt, dass nur gerade 2,2 Prozent der Stimmen für die SVP-Kandidierenden von anderen Parteilisten stammen. Am meisten dieser Fremdstimmen – fast die Hälfte – kommen von Wählern, welche die FDP-Liste eingeworfen haben. Ebenfalls vergleichsweise wenig Stimmen von anderen Parteien bekommen haben die SP (7,2 Prozent) und die CVP (7,4 Prozent).

Am meisten Fremdstimmen hat die AL erhalten: 16,7 Prozent stammen von Wählern, die andere Listen mit AL-Kandidierenden ergänzt haben – oder panaschiert, wie der Vorgang korrekt heisst. Und auch der Dietiker Panaschierkönig stammt aus der AL: Gemeinderat Ernst Joss hat eindrückliche 69,3 Prozent seiner Stimmen von Wählern anderer Parteien erhalten. Interessant ist dabei auch, dass zwar erwartungsgemäss die meisten Fremdstimmen von SP- und Grünen-Wählern stammen. Doch immerhin 48 von seinen insgesamt 527 Stimmen stammen auch aus der SVP – das sind beinahe 10 Prozent.

Dass er so viele Stimmen von anderen Parteien geholt habe, könnte daran liegen, dass er die unterschiedlichsten Themen auf die politische Traktandenliste setze, sagte Joss gestern auf Anfrage. Offensichtlich werde auch seine Hartnäckigkeit geschätzt: «Mir wurde schon gesagt, es brauche jemanden, der dem Stadtrat auf die Finger schaut – und der auch den Mut hat, etwas zu sagen.»

Martin Müller punktet bei der SVP

Mit 60,3 Prozent am zweitmeisten Fremdstimmen geholt hat Martin Müller, der neu für die Demokratische Partei (DP) in das Stadtparlament einzieht. Besonders punkten konnte Müller bei den SVP-Wählern: Mehr als ein Drittel, oder 124 seiner total 358 Stimmen, stammen von SVP-Listen.

Ebenfalls weit über die Parteigrenzen hinaus beliebt ist Lucas Neff (Grüne), der 43,5 Prozent Fremdstimmen erhielt. Auffallend ist dabei, dass fast so viele SVP-Wähler Neffs Namen auf ihre Listen geschrieben haben wie SP-Wähler: Von Neffs insgesamt 1300 Stimmen stammen 141 von der SVP und 156 von der SP. Doch auch bei CVP-Wählern (88 Stimmen) und FDP-Wählern (62 Stimmen) ist Neff beliebt.

Prozentual besonders viele Panaschierstimmen geholt haben auch Sven Johannsen von der GLP (42,2 Prozent), der nicht gewählte Walter Schmid von der EDU (37,4), Samuel Spahn von den Grünen (36,7), Rosmarie Joss von der SP (27,8) und Martin Romer von der FDP (26,5). (BHI)