Fussball João Paiva enervierte sich lautstark an der Seitenlinie, und auch das Publikum stimmte in den Protest des Dietiker Trainers mit ein. Etwas mehr als eine halbe Stunde war gespielt auf der Dornau zwischen dem FC Dietikon und St. Gallen II, als Dietikons Aleandro Norelli im Strafraum nach einer Intervention von Roger Pfyl zu Fall kam. Der Pfiff des Schiedsrichters blieb jedoch aus. Ebenso eine Minute später, als Dino Duvnjak nach einem Zweikampf mit St. Gallens Gabriel Sidler im Strafraum zu Boden ging. «Ich will nicht über den Schiedsrichter reden», sagte Paiva nach dem Spiel, «er soll nicht als Ausrede gelten. Wir haben wieder zwei Geschenke gegeben, die zu Toren geführt haben.»

Das erste Geschenk bekamen die St. Galler nach einer Viertelstunde. Sinan Özcelik trat einen Eckball für die Gäste, Pfyl sprang im Strafraum völlig ungedeckt hoch und traf per Kopf zum 1:0 für St. Gallen. Das zweite Präsent folgte nach etwas mehr als 30 Minuten, als Raphael Meyer den St. Galler Kushtrim Rexhepi im Strafraum anging – Strafstoss für die Gäste, den Aleksandar Mladenovic sicher verwandelte. «Meyer hat Mladenovic berührt, und das gab einen Penalty», sagte Paiva und fügte hinzu: «Wir müssen lernen, dass wir im Sechzehner niemanden berühren dürfen.»

Allerdings lobte Paiva auch die Leistung des Gegners, dessen frühes Tor angesichts des Spielverlaufs durchaus verdient gewesen war. «In den ersten 15, 20 Minuten haben die St. Galler Druck gemacht», sagte er. «Das haben wir so erwartet und auch entsprechend trainiert, aber wir haben in der ersten Hälfte unseren Spielplan nicht umgesetzt.» Besondere Mühe hatten die Limmattaler mit den beiden Flügeln Özcelik und Sidler, die auf der Seite immer wieder die Dietiker Defensive in Verlegenheit brachten. «In der zweiten Hälfte haben wir dies korrigiert», sagte Paiva, «aber da lagen wir schon mit 0:2 zurück.»

Der St. Galler Goalie war auch matchentscheidend

Dass die Limmattaler trotz einiger guter Chancen in der zweiten Hälfte nicht zum Torerfolg kamen, daran war aus Paivas Sicht vor allem St. Gallens Torhüter Armin Abaz schuld. «Das ist ein riesiges Talent», so der Dietiker Trainer. «Er zeigte drei, vier Paraden von einem anderen Niveau.» Beispielsweise nach knapp einer Stunde, als Abaz einen Schuss von Luca Senicanin stoppte, oder zehn Minuten später, als er einen Distanzversuch von Michele Pepe zur Ecke abwehrte. «Die St. Galler sollten sich bei ihrem Torwart bedanken, dass sie heute drei Punkte geholt haben», sagte Paiva. «Ich hoffe, wir treffen nicht jedes Wochenende auf einen solchen Goalie.» Angesichts der zweiten Hälfte hätten sich seine Dietiker einen Punkt verdient, so der Trainer.

Aus der Niederlage konnte der Dietiker Trainer auch Positives mitnehmen. «Wir haben eine wunderbare zweite Hälfte gespielt, waren sehr dominant und haben Charakter gezeigt», sagte er. Dass die St. Galler in der zweiten Halbzeit vermehrt auf Zeit spielten, sei ein Beleg für die Qualität seiner Mannschaft, so Paiva: «Spieler, die Profis werden wollen, müssen auf Zeit spielen, damit sie gegen uns Punkte holen können.»

Dietikon liegt derzeit mit 6 Punkten auf Platz 11 von 14, dies mit 2 Punkten Vorsprung auf Höngg über und Thalwil unter dem Strich. Höngg und Thalwil haben ein Spiel weniger, sie treffen am Mittwoch nachträglich aufeinander.