Dietikon

Pädophiler Bademeister zu begrenztem Berufsverbot und Freiheitsstrafe verurteilt

Bezirksgericht Dietikon

Bezirksgericht Dietikon

Bezirksgericht Ein pädophiler Bademeister hat sich nicht nur in seiner Privatwohnung, sondern auch an seinem Arbeitsplatz an mehreren Schülern sexuell vergangen.

Nun wurde der Rückfalltäter zu einer langjährigen Therapie verurteilt und mit einem Berufsverbot belegt.

Es war im Jahr 2011, als die Polizei einen Limmattaler Bademeister festnahm. Darauf verbrachte der Aargauer ein halbes Jahr in Untersuchungshaft und legte grundsätzlich ein Geständnis ab. Demnach hatte er sich zwischen Juni 2009 und Ende 2011 an neun Schulbuben im Alter zwischen sieben und zehn Jahren sexuell vergangen.

Buben im Intimbereich berührt

Einerseits schlug der pädophil veranlagte Täter an seinem Arbeitsplatz in der Badeanstalt zu, wobei er jeweils auf der Toilette überraschend in den Intimbereich der geschädigten Schüler griff. Laut Anklage reagierten aber alle Opfer rechtzeitig, indem sie reaktionsschnell die Badehose hochziehen konnten. Eines dieser Kinder erzählte den Vorfall später seiner Mutter, die Anzeige erstattete.

Andererseits ging der Beschuldigte in seiner Privatwohnung im Kanton Aargau aber noch deutlich weiter. Hier berührte der Mann mehrere Schulbuben in der Badewanne im Genitalbereich. Die meisten dieser Geschädigten hatten mit der Zustimmung ihrer Eltern beim vermeintlich «väterlichen Freund» übernachten dürfen.

An der Verhandlung vom Montag vor dem Bezirksgericht Dietikon wurde klar, dass der Beschuldigte kein unbeschriebenes Blatt war. So wurde er bereits Mitte der 1980er-Jahre von einem Aargauer Gericht wegen unzüchtiger Handlungen mit Kindern verurteilt. Eine damals angeordnete Psychotherapie zeigte offenbar nicht die gewünschte Wirkung.

Nicht mehr als Bademeister tätig

Der zuständige Staatsanwalt sprach von nicht gravierenden Taten, hielt aber fest, dass der Beschuldigte seine Opfer als «reine Sexualobjekte» behandelt habe. Der Ankläger verlangte eine Freiheitsstrafe von 20 Monaten mit einem Aufschub der Strafe zugunsten einer ambulanten Psychotherapie. Zudem sollte das Gericht ein Berufsverbot aussprechen.

Mit einer Geldstrafe von 360 Tagessätzen setzte sich die Verteidigung für eine wesentlich mildere Sanktion ein. Die Rechtsanwältin erklärte dazu, dass ihr Klient seit seiner Haftentlassung freiwillig eine Therapie besuche. Zudem sei er seit seinem Auffliegen, also schon seit mehreren Jahren, nicht mehr als Bademeister tätig.

Das Gericht setzte zum Schluss eine Freiheitsstrafe von 15 Monaten fest. Diese schob es zugunsten einer fünfjährigen ambulanten Behandlung auf. Zudem darf der Beschuldigte fünf Jahre lang nicht mehr als «Bad-Angestellter» arbeiten.

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