Wer Geschenke nicht selber einpacken kann oder will, der kann es für vier Franken pro Geschenk vom «Päcklihus» verpacken lassen. Rund 20 Frauen – Studentinnen, Hausfrauen und Erwerbstätige – arbeiten vom Shoppi Tivoli angestellt in Schichten von fünf bis acht Stunden in den beiden «Päcklihüsern». Pro Tag werden im Schnitt 100 Geschenke verpackt.

Im vergangenen Jahr kam ein Erlös von rund 10 000 Franken zusammen. Den ganzen Betrag spendete das Shoppi Tivoli der Hilfsorganisation «magic moments», die von Comedian und Moderator Peter Löhmann gegründet wurde.

Der diesjährige Erlös soll ebenfalls wieder «magic moments» gespendet werden. Und zwar für den Aufbau einer Schule in Haiti. Diesen guten Zweck unterstützen viele Kunden, die ihr Geschenk beim «Päcklihus» einpacken lassen. Besonders rührend findet die 44-jährige Corinne Loiero, die bereits seit sechs Jahren für das Päcklihus arbeitet, eine tamilische Familie, die jedes Jahr kommt, eine Spende abgibt und sagt: «Uns hat man auch geholfen».

Bereit für Weihnachten: Jennifer Santschi freut sich, dassder Erlös des Verpackens einem guten Zweck zukommt.

Bereit für Weihnachten: Jennifer Santschi freut sich, dassder Erlös des Verpackens einem guten Zweck zukommt.

«Ist dieses Geschenk gut?»

Überhaupt werden die Mitarbeiterinnen vom «Päcklihus» als «gute Feen» gesehen, erzählt Loiero schmunzelnd. Bewegend findet sie vor allem Kinder, die Geschenke für ihre Mütter oder ihre Lehrer einpacken lassen und dann schüchtern fragen, ob das Geschenk wohl gut sei. Bei manch einem Mann spürt Loiero auch die sichtbare Erleichterung, endlich ein Geschenk gefunden zu haben. Weihnachtsstimmung komme mehr auf, wenn es schneit: Dann schneie es auch mehr Geschenke, hat Loiero beobachtet.

In Zeiten, in welchen nicht so viel los ist, bereiten die Frauen Schleifen vor, erzählt «Päcklihus»-Mitarbeiterin Regina Scherrer. Besondere Herausforderungen fürs Verpacken stellen etwa Schlitten, grosse Plüschtiere oder riesige Flachbildschirme dar, erzählt Scherrer. Da grenzt die Arbeit der Feen an Zauberei. Für Scherrer sind gestresste Kunden eine willkommene Herausforderung, denn sie sei die Ruhe in Person, sagt sie lachend. Auch Clara Cardini mag die Arbeit im Team und den Austausch mit den Kunden.

Peter Jost aus Dietikon hat ein Geschenk gefunden undlässt es im «Päcklihus» in schönes Papier verpacken.

Peter Jost aus Dietikon hat ein Geschenk gefunden undlässt es im «Päcklihus» in schönes Papier verpacken.

Das Team mit den Rentieren

Die Frauen des «Päcklihus» sind ein gut eingespieltes Team. Mit Nummern werden die abgegebenen Geschenke gekennzeichnet, sodass es keine Verwechslungen gibt. «Bei uns erhalten alle Kunden Nummern, trotzdem nehmen wir die Kunden als Persönlichkeiten und nicht als Nummern wahr», beschreibt Cardini ihre Einstellung zur Arbeit beim «Päcklihus». Während die Geschenke eingepackt werden, gehen die meisten Kunden in der Zwischenzeit noch weiter shoppen. Dennoch bleiben einige Kunden beim «Päcklihus» stehen (vor allem dann, wenn es sich um teure Geschenke handelt wie etwa iPads).

Dieses Jahr hat das «Päcklihus» goldenes und rotes Geschenkpapier mit Rentieren, das bei den Kunden gut ankommt. «Das Geschenk ist wunderschön verpackt», lobt Kunde Peter Jost aus Dietikon. Er hat für seinen achtjährigen Göttibub ein Lego-Technik-Set besorgt. Lange musste Jost nicht suchen, denn er habe sich bereits zu Hause Gedanken gemacht und er musste nur noch herausfinden, wo er das Set kaufen konnte. Dass der Erlös für einen guten Zweck gespendet wird, findet Jennifer Santschi sehr gut. Sie hat für die Geschwister ihres Freundes ein paar T-Shirts im Shoppi gefunden. Auch Marius Nacht aus Mägenwil ist froh, dass es das «Päcklihus» gibt. «Ich bin nicht so talentiert im Geschenkeeinpacken», gibt Nacht freimütig zu.