Schlieren
ÖV-Anschluss ist zum Greifen nah

Die Anbindung des Schlieremer Bergs an den öffentlichen Verkehr könnte Ende dieses Jahres erfolgen.

Alex Rudolf
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Die Haltestelle könnte bereits mit dem Fahrplanwechsel Ende 2017 in Betrieb genommen werden. (Symbolbild)

Die Haltestelle könnte bereits mit dem Fahrplanwechsel Ende 2017 in Betrieb genommen werden. (Symbolbild)

Michael Hunziker

Noch nie waren die Bewohner des Schlieremer Bergs so nah am Ziel. Das Ziel ist ein nahegelegener Anschluss an den öffentlichen Verkehr. Über diesen wird der Stadtrat am Montagabend in seiner Sitzung befinden. Genauer über einen Kredit, mit dem ein Beitrag an die Uitiker Ortsbuslinie geleistet werden soll, wie Werkvorstand Stefano Kunz (CVP) auf Anfrage sagt. Details zur Höhe des Kredits könne er jedoch noch keine bekannt geben. «Erst wenn die Entscheidung gefällt wurde, tritt der Stadtrat an die Öffentlichkeit», so Kunz.

Dass mit dem Schlieremer Beitrag eine zusätzliche Ortsbus-Haltestelle bei der katholischen Kirche erstellt werden soll, zeichnete sich seit längerem ab. Bereits in der Beantwortung des Postulats der Schlieremer Gemeinderätin Gaby Niederer (Quartierverein) fand sich ein erster Hinweis. Niederer verlangte die Prüfung eines Ruftaxi-Dienstes für die Bewohner der Aussenquartiere. Wie aus der stadträtlichen Antwort von vergangenem Februar hervorging, hielt die Exekutive dies jedoch nicht für notwendig. Mit dem Verweis, dass sämtliche Ruftaxi-Varianten kostspielig seien und ohnehin Anpassungen am lokalen öV-Netz geplant seien, lehnte er das Ansinnen ab.

So verbessere etwa die Limmattalbahn die öV-Anbindung der Bewohner des Spitalquartiers und der Langackerstrasse, jenen der westlichen Lättenstrasse komme die Verlängerung der Buslinie 307 zwischen Bahnhof und Bauhaus zugute. «Mit einer allfälligen zusätzlichen Haltestelle des geplanten Ortsbusses Uitikon an der Uitikonerstrasse auf Höhe Kampstrasse würden die Bewohner des Alten Zürichwegs und die Besucher der katholischen Kirche eine Möglichkeit erhalten, mit dem Bus ins Zentrum zu fahren», hiess es damals.

«Ob nun eine zusätzliche Haltestelle dazukommt oder nicht, bring den Betriebsstart nicht durcheinander.» Patrik Wolf, Sicherheitsvorstand Uitikon

«Ob nun eine zusätzliche Haltestelle dazukommt oder nicht, bring den Betriebsstart nicht durcheinander.» Patrik Wolf, Sicherheitsvorstand Uitikon

Zur Verfügung gestellt

Zusammenarbeit gefordert

Diese Haltestelle könnte bereits mit dem Fahrplanwechsel Ende 2017 in Betrieb genommen werden. Denn dann soll auch die Verlängerung des Ortsbusses von Uitikon nach Schlieren starten, wie der Uitiker Sicherheitsvorsteher Patrik Wolf (FDP) auf Anfrage sagt. Zu diesem Schritt sagten die Uitiker Stimmberechtigten im vergangenen September Ja und ermöglichten den vierjährigen Probebetrieb.

Ursprünglich geplant war, dass der Ortbus weiterhin seine gewohnte Strecke auf Gemeindegebiet absolviert, dann ab der Haltestelle Wängi auf der Uitikonerstrasse durch den Wald direkt bis zum Schlieremer Lilienzentrum und anschliessend zum Bahnhof fährt. Im Anschluss an diesen Urnengang wurden jedoch an Schlieremer Parlamentssitzungen und an der Uitiker Gemeindeversammlung Stimmen laut, die eine Zusammenarbeit der beiden Gemeinden forderten.

Betriebsstart ist gesichert

Vonseiten der Gemeinde Uitikon zeigte man sich stets bereit, zusammenzuarbeiten, wie Wolf betont. «Nun haben wir gemeinsam mit den Vertretern der Stadt Schlieren und den Betreibern der Postauto AG eine Lösung gefunden, die für alle Beteiligten passt», sagt Wolf. «Für mich war es wichtig, dass die Uitiker genau das erhalten, wofür sie im vergangenen September ein Ja in die Urne gelegt haben.»

Damit spreche er einerseits den Kostenrahmen von 2,4 Millionen Franken an, den es einzuhalten gelte, und andererseits keine Verzögerungen im Fahrplan mit den Anschlüssen an das übergeordnete Verkehrsnetz. «Die zusätzliche Haltestelle bei der katholischen Kirche an der Uitikonerstrasse wird keinen dieser Faktoren beeinflussen», so Wolf. Fest steht: Per Fahrplanwechsel Ende 2017 wird der Uitiker Ortsbus nach Schlieren verkehren. «Ob nun eine zusätzliche Haltestelle dazukommt oder nicht, bring den Betriebsstart nicht durcheinander.»

Ziemlich genau vor einem Jahr erlitt die Ortsbus-Initiative in Schlieren Schiffbruch. 55 Prozent der Stimmberechtigten sprachen sich gegen Investitionskosten von 415 000 Franken und jährliche Betriebskosten von 1,15 Millionen Franken aus. Die Ortsbuslinie mit drei Schlaufen wurde im Vorfeld vom Stadtrat und vom Gemeindeparlament zur Ablehnung empfohlen.