Uitikon
Ortsbus-Verlängerung: «Schlieren war nicht an Gesprächen interessiert»

An der Gemeindeversammlung vom Mittwochabend berieten die Uitiker die Ortsbus-Verlängerung nach Schlieren vor. Die weiteren Geschäfte wurden von den 186 Anwesenden allesamt angenommen.

Alex Rudolf
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Uitikon Themenbild

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«Seit meiner Jugend habe ich mich oft gefragt, warum es keine direkt Busverbindung zwischen Schlieren und Uitikon gibt», sagte der Uitiker Sicherheitsvorstand Patrik Wolf (FDP) an der Gemeindeversammlung vom Mittwochabend. «Als sich während des Arbeitsprozesses zur Ortsbus-Vorlage aber die Kosten für diese Verbindung herausgestellt hatten, konnte ich mir denken warum», so Wolf weiter. Er präsentierte den 186 anwesenden Uitikern das Projekt zur Verlängerung des Ortsbusses 201 ins Limmattal, das vorberaten wurde.
So sieht der Gemeinderat einen Probebetrieb zwischen 2017 und 2021 vor, der von der Gemeinde finanziert wird. 2,4 Millionen Franken würde dies die Uitiker Steuerzahler kosten. Im Nachzug einer Petition zweier Uitikerinnen startete die Gemeinde eine Umfrage unter den Einwohnern, die ergab, dass das Bedürfnis nach einer Anbindung an Schlieren gegeben sei. Die Reisezeit ins Limmattal würde sich von heute einer Stunde auf rund acht Minuten reduzieren.

"Bus wird nicht rentabel"

Wolf machte keinen Hehl daraus, dass der Bus nicht rentabel sein wird: «Ich erwarte nicht, dass der Kostendeckungsgrad von 30 Prozent erreicht wird» sagt er. Dieser wäre erforderlich, damit der Zürcher Verkehrsverbund die Linie in sein Angebot übernimmt und somit nach der Probephase für die Kosten aufkommt. "Doch sollte man sich eine solche Leistung für Schüler der Kantonschule Limmattal oder Senioren, die nicht mehr Auto fahren können, etwas kosten lassen", so Wolf.

«Der Nutzen dieser Busverbindung steht in keinem Verhältnis zu den Kosten», sagte RPK-Präsident Patrick Martin (CVP), der das Geschäf, ebenso wie die FDP Ortspartei, zur Ablehnung empfielt. Mehr Gegenwind blies der Vorlage an diesem Abend jedoch nicht entgegen: Ulrich Gysel sprach für die Ortspartei der Grünen und empfahl nicht zuletzt wegen der Klimafreundlichkeit des Fortbewegungsmittels die Annahme im September. Ein weiterer Votant bemerkte, dass er vor 40 Jahren in seiner Lehrzeit in Schlieren «gottenfroh» um eine solche Busverbindung gewesen wäre. Ein anderer betonte, dass Schlieren boome und für junge Uitiker viele Möglichkeiten biete.

Eine Wortmeldung sorgte für zustimmendes Nicken unter den Anwesenden: «Warum machen die Schlieremer Behörden denn nicht mit?» Wolf konnte sich dies nicht erklären, aber er versicherte: «Entscheidet Schlieren in einem halben Jahr, sich zu beteiligen, dann ist schnell ein Konzept für weitere Haltestellen gemacht.»

So habe Wolf mehrmals versucht, mit seinem Schlieremer Amtskollegen Stefano Kunz (CVP) in Kontakt zu treten, um eine Zusammenarbeit zu thematisieren. «Ich stiess auf Ablehnung, Schlieren war überhaupt nicht an Gesprächen interessiert», so Wolfs Fazit. Daher seien derzeit neben den beiden Haltestellen beim Bahnhof und beim Lilienzentrum keine weiteren in Schlieren geplant. Die Uitiker befinden am 25. September an der Urne über den Kredit.

250 000 Franken für den Tennisclub

Auch der Kreditantrag über 250 000 Franken für den Tennisclub Uitikon, der damit den Werterhalt seiner Infrastruktur sichern soll, gab zu diskutieren. «Warum soll man dem Tennisclub dieses Geld geben?», fragte Finanzvorstand Markus Hoppler (CVP) rhetorisch. Der Club verfüge schlichtweg nicht über die Finanzen und trage mit seinem Angebot für die Jungen einen wichtigen Beitrag zum Gemeindeleben in Uitikon bei, beantwortete er sie gleich selbst. Trotz der Nein-Parole der FDP zu diesem Geschäft, votierten die Anwesenden grossmehrheitlich dafür.
Auch der Kredit in der Höhe von 146 000 Franken für einen Projektwettbewerb auf dem Baufeld C des Quartiers Leuen-Waldegg wurde mit nur drei Gegenstimmen angenommen.

Die Jahresrechnungen der Schule wie auch jene der politischen Gemeinde schlossen über den Erwartungen und wurden von den Stimmberechtigten einstimmig angenommen. Noch-Finanzvorsteher der Schule und Kandidat für das Gemeindepräsidium Chris Linder (FDP) präsentierte bei einem Aufwand von 15,3 Millionen Franken und einem Ertrag von 15,6 Millionen Franken ein Plus, welches das Eigenkapital auf 8,6 Millionen Franken anwachsen lässt. Der zweite Anwärter auf das Amt des Gemeindepräsidenten Markus Hoppler (CVP), erwartete zwar ein Minus von 2 Millionen Franken, konnte die Anwesenden jedoch mit einem in der Höhe von lediglich 650 000 Franken überraschen. Ein Aufwand von 35 Millionen Franken steht einem Ertrag von 34,2 Millionen Franken gegenüber. Das Eigenkapital sinkt auf 30,7 Millionen.

Auch der Kreditantrag der Uitiker Schulpflege in der Höhe von 120 000 Franken für die vorbereitende Planung des Ersatzneubaus der Turnhalle Allmend und deren Nebenräume wurde mit zwei Gegenstimmen von den anwesenden Stimmberechtigten angenommen. Ohne Gegenstimmen ins Wahlbüro gewählt wurden Marcel Buensoz (parteilos), Vera Strässle (parteilos) und Rudolf Weiler (Grüne). Auch die Grundsätze der Gebührenerhebung wurden von den Anwesenden ohne Gegenstimme genehmigt.