Dietikon
Organist Hörler spielt das letzte Feierabendkonzert 2012

Der Organist Bernhard Hörler spielte in Dietikon das letzte Feierabendkonzert dieses Jahres. Das nächste Grossereignis ist Weihnachten. Darum führte der Organist Bernhard Hörler seine Improvisation zum Weltuntergang in Weihnachtslieder über.

Christian Murer
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Michael Sablotny (hinten) und Bernhard Hoerler haben die Orgel vor dem Untergang gerettet
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Bernhard Hoerler spielt an der Metzler-Orgel
Ehre sei Gott in der Hoehe auch am Tag des Weltuntergangs
Organist Bernhard Hörler spielt das letzte Feierabendkonzert 2012
Imposante Orgelpfeifen

Michael Sablotny (hinten) und Bernhard Hoerler haben die Orgel vor dem Untergang gerettet

Christian Murer

Nach wie vor thront die Orgel in der Dietiker St.-Agatha-Kirche an ihrem Platz auf der Empore. Die Pfeifen des imposanten Instruments pfeifen noch lange nicht aus dem letzten Loch, wie der Organist Bernhard Hörler am letzten Feierabendkonzert dieses Jahres zeigte.

Auf dieser «Königin der Instrumente» stieg der Organist ein mit einer Improvisation zum Thema Weltuntergang. Alles fing ganz leise und unheimlich finster an. Plötzlich blitzte und donnerte es von der Empore herunter. Man hörte zuweilen das Heulen von Sirenen. Dann steigerte Hörler seine Untergangsfantasien zu einem chaotischen Durcheinander.

Elegant leiteten Hörler und der Tenor Michael Sablotny auf das tatsächlich nahende Grossereignis um, nämlich auf Weihnachten. Bei «Walking in the Air», mit dem Howard Blake 1982 einen Animationsfilm vertonte, flogen die Töne wie im Film über Dörfer und Berge zum Nordpol hin. Es folgte der wunderschöne Song «Winter Wonderland» und das beliebte «O du fröhliche».

Das Programm kam beim Publikum gut an. «Bei den Improvisationen am Anfang konnte ich den Weltuntergang förmlich spüren», sagte Josef Studer aus Dietikon. Er lobte auch den Auftritt von Sablotny: «Sein Tenor ist weich und dennoch kräftig.»

Auch die Dietikerin Rosmarie Bühlmann war vom Konzert begeistert. Doch ob der drohenden Klänge sei sie zuerst wirklich erschrocken. «Das tönte wie die Musik zu einem Hollywood-Katastrophenfilm», meint sie. Sie lobte auch den ausführlichen Text, den Organist Hörler zu jeder Feierabendmusik verfasst.

Der gelobte Organist ist offenbar mit jeder der fast 3200 Pfeifen seines Instruments innig vertraut, tastet und turnt elegant auf den drei Manualen herum. Im Jahr 1948 erhielt die Firma Metzler und Söhne in Dietikon den Auftrag zum Bau dieser Orgel. Die Schäden an der Späth-Orgel, die zuvor in der Kirche stand, waren so stark, dass nur noch ein Neubau infrage kam. Die Orgel hat 42 Register, drei Manuale und insgesamt 3146 Pfeifen. Die Orgelbauer haben das erhabene Instrument ausserdem vergoldet und mit kunstvollen Schnitzereien versehen.