Limmattal

Orange Armee werkelt am Rangierbahnhof in Spreitenbach

Sie schweissen, sägen, schmieren, schleifen – die Unterhaltsarbeiter der SBB – und das normalerweise bei Nacht. Auf dem Rangierbahnhof zeigten die wegen ihrer Uniform «orange Armee» genannten Arbeiter, was sie drauf haben.

Es herrscht ein reges Getümmel auf dem Rangierbahnhof Limmattal in Spreitenbach. Es wird fachmännisch geschweisst, gesägt, Weichen geschmiert und Gleise geschliffen. Dabei schwirrt eine ganze Armee von orange gekleideten Arbeitern mit Schutzhelmen auf den Gleisen herum. Der Ausdruck «orange Army», wie die Unterhaltsmitarbeiter der SBB in einer CNN-Reportage vom letzten Jahr betitelt wurden, passt hier vorzüglich.

Im Einsatz für den Zugverkehr

Ohne diese Mitarbeiter, die Tag und Nacht für den Unterhalt sorgen, würde der Zugverkehr in der Schweiz nicht richtig funktionieren. Im Rahmen eines erstmalig durchgeführten Tags der offenen Tür öffnete der Rangierbahnhof Limmattal am Samstag seine Tore für die Öffentlichkeit. Trotz Regen sind die Besucherzahlen zufriedenstellend, sagt Daniel Engler, der Leiter der SBB-Niederlassung Zürich.
Es stehen den Besuchern auf dem Areal verschiedene Stationen zur Verfügung, die ihnen die gesamte Infrastruktur zur Instandhaltung des schweizerischen Zugverkehrs anschaulich zeigen. Das Tätigkeitsfeld umfasse den Bau von Gleissystemen, deren Unterhalt sowie das Störungsmanagement, sagt Engler.

Bereits am Eingang wird der Besucher herzlich von den orange gekleideten Mitarbeitern empfangen und als Erstes auf eine Draisinenfahrt eingeladen. Dies ist ein kleines Schienenfahrzeug, das zur Kontrolle der Eisenbahnstrecken dient. Es erwarten den Besucher danach noch sechs weitere Stationen, die jeweils mit Infoständen versehen sind. An jedem Posten kann der Laie mitarbeiten und wird dabei fachkundig unterstützt.

«Unser oberstes Gebot ist die Sicherheit sowohl der Mitarbeiter als auch der pro Tag rund 977 000 mit uns reisenden Passagieren», sagt Daniel Engler. Somit ist die Sicherheit auch am Tag der offenen Tür überall gewährleistet.

Zudem sollen zwei weitere Unternehmensziele erfüllt werden, erklärt Engler: Der Kunde solle sich als König fühlen und es stehe die Zufriedenheit der Mitarbeiter an oberster Stelle. Letzter Punkt sei sehr wichtig, da der Job bei der Infrastruktur der SBB alles andere als einfach ist. «Die meisten unserer Mitarbeiter arbeiten nachts, weil zu dieser Zeit die Personenzüge nicht verkehren und sie freie Bahn entlang der Gleise brauchen», sagt Engler, der selber 20 Jahre im Feld tätig war. Zudem dürfe man für diesen Job nicht zimperlich sein, denn man arbeite auch bei Wind, Regen und Minustemperaturen.

Der Familie den Arbeitsplatz zeigen

Besucher Fabian Müller lobt die riesige Infrastruktur und die spannenden Infostände. Gekommen sei er, weil ihn Loks schon immer interessiert hätten. Auch sind viele Familien von Mitarbeitern und ehemaligen Mitarbeitern gekommen. So etwa Christian Peach aus Würenlos: «Ich möchte meiner Familie zeigen, wo ich gearbeitet habe.» Er und alle anderen der «orangen Armee» scheinen stolz auf ihre Arbeit zu sein.

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