Weiningen
Opa Müller rechnet ab und stellt ein Altersheim auf den Kopf

Die Spielbühne Weiningen spielt das Stück «Chrampf im Altersheim». Alte Menschen werden aufständisch und stellen ein komplettes Altersheim auf den Kopf.

Mojan Salehipour
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Lausbub Opa Müller lässt sich nichts gefallen
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Chrampf im Altersheim
Frau Oberin merkt nichts
Der geizige Sohn und die noch geizigere Schwiegertochter zu Besuch
Frau Bünzli ist gekränkt
Gewusst wie - Opa Müller und Zimmernachbar Paul lassen nichts anbrennen

Lausbub Opa Müller lässt sich nichts gefallen

Mojan Salehipour

Was passiert eigentlich, wenn alte Menschen aufständisch werden, nicht mehr alles mit sich machen lassen und ein komplettes Altersheim auf den Kopf stellen? Das ist nicht vorauszusagen, aber es bietet genug guten Stoff, um einen ganzen Abend zu füllen. Wie am Freitagabend: Da führte die Spielbühne 99 ihr neues Stück «Chrampf im Altersheim» vor. Die Sitzplätze im Saal des Quartierzentrums Föhrewäldli waren bis auf den letzten Platz gefüllt.

Das Lustspiel ist alles andere als ein Krampf, ausser vielleicht ein einziger Lachkrampf, denn das Stück ist voll mit witzigen Pointen und komischen bis absurden Situationen. Hauptfigur Fred Müller, gespielt von Mario Lorentz, fristet sein Dasein im Altersheim, welches unter dem strengen Regiment der Heimleiterin steht. Sie macht den Bewohnern das Leben zur Hölle und das Altersheim zum Gefängnis. Mit strengen Diäten werden die Bewohner bestraft und mit Drohungen eingeschüchtert. Aber nicht mit Opa Müller. Denn der ist im Herzen ein Lausbub durch und durch. Da wird das steinharte Brötchen schon mal aus dem Fenster geschmissen und stattdessen ein üppiges Frühstück von Enkelin Karin ins Zimmer geschmuggelt. Auch Bier und Schmuddelheftchen finden sich in Opa Müllers Schubladen.

Mit aufgemischt wird das Heim von seinem angeblich verwirrten Zimmernachbarn Paul und der schwerhörigen Heimbewohnerin Irma Bünzli, herrlich gespielt von Heidi Klaus. Die gute Fee des Hauses ist Putzfrau Maria (Daniela Weber), die mit ihrem italienischen Charme alle Gemüter erwärmt. Besuch bekommt Müller nicht nur von Enkelin Karin, sondern auch von seinem geizigen Sohn Hermann und dessen noch geizigerer Frau Berta , die beide nur auf das Testament warten. Doch auch sie sollen noch ihr blaues Wunder erleben, denn Opa Müller rechnet mit allen ab; und es ist ein Riesenspass, ihm dabei zuzusehen.

Das bestätigt auch das Publikum an diesem Abend: «Die Besetzung ist sehr gelungen. Ich fand das Stück schaurig gut und extrem lustig», so Franziska Brunner. Besucher Emilio Zingerle, selber ursprünglich aus Italien, ist noch etwas anderes aufgefallen: «Mir hat die Putzfrau Maria besonders gefallen, sie wurde sehr gut interpretiert.» Dass die Vorstellung gut angekommen ist, ist auch den Schauspielern nicht entgangen. Hauptdarsteller Mario Lorentz hatte selber viel Spass am Stück und freute sich besonders über die Reaktionen der Zuschauer: «Es gibt nichts Schöneres, als wenn das Publikum mitgeht und man auf der Bühne schon merkt, dass es gefällt. Das ist natürlich das Beste.»

Weitere Aufführungen: 4. November, 14 Uhr, sowie 9./10. November, 20 Uhr