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Online Umfrage: Die neue Architektur im Limmattal überzeugt insgesamt

Die neue Architektur im Limmattal überzeugt die Teilnehmer unserer Online-Umfrage insgesamt – wenn bei gewissen Bauten die Meinungen auch weit auseinandergehen.

Sophie Rüesch (Text)Und ALex Spichale (Fotos)
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Limmatfeld
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Die Sieger - Von oben Zypressenhof, Limmat Tower und Lindenhöfe – alle in Dietikon
Die Sieger - Von oben Zypressenhof, Limmat Tower und Lindenhöfe – alle in Dietikon.
Die Sieger - Von oben Zypressenhof, Limmat Tower und Lindenhöfe – alle in Dietikon.
Die Kontroversen - Von oben Rapidplatz und Kolonnaden in Dietikon, Wohnhochhaus in Schlieren..
Die Kontroversen - Von oben Rapidplatz und Kolonnaden in Dietikon, Wohnhochhaus in Schlieren
Die Kontroversen - Von oben Rapidplatz und Kolonnaden in Dietikon, Wohnhochhaus in Schlieren.

Limmatfeld

Alex Spichale

Im Limmattal sind in wenigen Jahren ganze neue Quartiere aus dem Boden geschossen. Besonders um die Bahnhöfe Schlieren und Dietikon ist Grosses entstanden. Aber auch Schönes?

Das wollte die Limmattaler Zeitung in einer Online-Umfrage von Ihnen erfahren. 60 Leserinnen und Leser haben übers Wochenende an der Umfrage teilgenommen – natürlich sind das zu wenige, um repräsentative Aussagen machen zu können; die Resultate zeigen aber zumindest eine Richtung an, wie die verschiedenen Gebäude in den neuen Quartieren ankommen.

Die Publikumsgewinner stehen demnach beide im Dietiker Limmatfeld: Es sind der Limmat Tower und der Holzfassadenbau im Zypressenhof, wo ein städtischer Kindergarten im Erdgeschoss eingemietet ist.

60 Prozent beantworteten die Frage, ob ihnen letzterer gefällt mit «Ja» – 46 Prozent von ihnen wegen des Witterungseffektes an der Fassade, 14 Prozent, weil «Holz ein Gebäude einfach immer sofort viel ansprechender»macht; nur 3 Prozent der Teilnehmenden fanden, dass man das Geld besser anders investiert hätte.

Der Limmat Tower vermag insgesamt sogar 64 Prozent zu überzeugen – 28 davon trotz anfänglicher Skepsis.

Weiteren 14 Prozent gefällt das Bauwerk zwar, sie finden aber, der Turm hätte höher als seine 80 Meter gebaut werden sollen. Nur 6 Prozent halten nichts vom Limmat Tower.

Auch die Lindenhöfe aus der Feder des Limmatfeld-Konzeptentwicklers Hans Kollhoff kommen bei den Teilnehmenden gut an: 40 Prozent gefällt der Bau sehr gut. Im Gegensatz zu den beiden Spitzenreitern sind hier allerdings auch die Ablehnung ausgeprägter.

Immerhin 15 Prozent wählten die Option: «Von allen Gebäuden im Limmatfeld gefällt mir dieses am wenigsten.»

Die tiefsten Punktzahlen werden ebenfalls im Limmatfeld registriert: Den Innenhof des Zedernhofs finden 32 Prozent «zu kalt, zu unpersönlich, zu dunkel».

Er ist allerdings das einzige Objekt in der ganzen Umfrage, das unter dem Strich mehr Minus- als Pluspunkte holte – bei den übrigen zwölf überwiegen die positiven Beurteilungen.

Architektur ok, Strasse nicht

Im Limmatfeld finden sich zudem die Bauten und Objekte, die am kontroversesten abschnitten. Allen voran der Rapidplatz, das eigentliche Herzstück des Limmatfelds: Hier wählten fast gleich viele der Teilnehmenden diametral entgegengesetzte Optionen: 18 Prozent finden, der Rapidplatz sei «der schönste öffentliche Platz im Limmattal», während weitere 20 Prozent «das grosse Potenzial» des Platzes als «überhaupt nicht ausgeschöpft» erachten. Weitere 20 Prozent finden, die angrenzende Heimstrasse «ruiniere» den an sich schönen Platz.

Auch die Kolonnaden, welche die Heimstrasse säumen, scheiden die Geister. 18 Prozent gefällt das städtische Flair, das diese verbreiten, 13 Prozent gefällt genau dieser Effekt nicht.

Mit 23 Prozent am deutlichsten lehnen die Teilnehmenden aber nicht die Kolonnaden an sich ab, sondern den Umstand, dass diese nicht frei auf ein Trottoir hinausführen, sondern von Parkplätzen blockiert werden.

Weniger klares Bild in Schlieren

Beim Schlieremer Goldschlägi-Wohnhochhaus gehen die Meinungen ebenfalls auseinander, wenn auch etwas weniger ausgeprägt: 21 Prozent gefällt das Gebäude ausserordentlich, 7 gut, 12 gar nicht. 26 Prozent loben zwar den Mut zur Höhe, nicht aber die Gestaltung.

Überhaupt wurden die neueren Bauwerke in Schlieren weniger eindeutig bewertet als im Limmatfeld – sowohl positiv als auch negativ.

Zwar erreichen hier einige Bauten beachtliche Zustimmungsraten, nur wiegen auch die negativen und vor allem die gleichgültigen Antworten schwerer – was natürlich die Gesamtnote beeinträchtigt.

Insgesamt lassen sich die Antworten für Schlieren unter «genügend bis gut» zusammenfassen. Gut kommen etwa der Rietpark (47 Prozent positive Antworten), das Bürohaus mit den Regenbogen-Storen (46 Prozent) oder das Zentrum am Goldschlägiplatz (37 Prozent) mit seiner grünen Fassade weg.

Auch das Parkside, häufig kontrovers diskutiert, gefällt unter dem Strich: Insgesamt 38 Prozent finden es entweder sehr gut oder in Ordnung; 23 Prozent haben Mühe mit Teilaspekten oder lehnen es ganz ab.