Unterengstringen
Olivia Hoffmann verwandelt Ast und Zweig in Kunst

Olivia Hoffmann aus Unterengstringen räumt mit ihren floralen Kunstwerken einen Preis nach dem anderen ab.

Jefimija Djukic
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Die Meisterfloristin Olivia Hoffmann in ihrem Blumengeschäft in Unterengstringen. Sie weiss, wie man Blumen perfekt in Szene setzt.

Die Meisterfloristin Olivia Hoffmann in ihrem Blumengeschäft in Unterengstringen. Sie weiss, wie man Blumen perfekt in Szene setzt.

Sandra Ardizzone

In einem Porträt wurde sie schon als «Flora-Fee» geadelt: Meisterfloristin Olivia Hoffmann aus Unterengstringen ist eine viel gefragte Persönlichkeit. Sie schafft es, aus Blumenzweigen und Eukalyptusrinde ein florales Kunstwerk herzustellen. Seit 2004 leitet sie das nebenanstehende Blumengeschäft des Gartencenters Hoffmann in Unterengstringen. Sie übernahm das Geschäft von ihrem Mann, der gemeinsam mit seinem Bruder der Inhaber des Gartencenters ist.

Nach Abschluss ihrer Lehre zur Floristin war Hoffmann so vertieft in das Blumenwesen, dass sie 2008 die Meisterprüfung mit Bestnote absolvierte. Unter anderem musste sie für die Prüfung einen geschichteten Brautstrauss bündeln und einen durch Rostplatten laufenden Kranz kreieren. «Es war sehr anspruchsvoll, aber definitiv mein persönliches Highlight seit ich in der Floralgestaltung arbeite», erzählt sie. Seither sahnt sie einen Preis nach dem anderen ab. An der Giardina, der grössten Schweizer Messe für das Leben im Garten, wurde sie beispielsweise schon mehrfach ausgezeichnet. Diese wird jedes Jahr von zirka 60 000 Floral- und Gartenliebhabern besucht.

Kunstblumen liegen im Trend

Vor wenigen Wochen stellte Hoffmann dort wieder ihr Können unter Beweis: Sie erschuf ein Blumenmeer, das sich vom Boden aus in die Höhe erstreckt. Dafür kombinierte sie echte mit künstlichen Blüten. «Früher konnte man mich mit Kunstblumen davonjagen», sagt Hoffmann und lacht. Aber heute seien sie so gut gemacht, dass man den Unterschied kaum merke. «Viele meiner Kunden wünschen sich etwas Langlebiges. Mit künstlichen Blumen ist das möglich», sagt sie.

Auch wenn man in den Blumenladen hineintritt, merkt man die Vorliebe für Kunstblumen – wenn auch erst auf den zweiten Blick. Die ästethisch ausgestellten Blumen vermischen sich gut mit den biologisch gewachsenen Pflanzen. An einem auserlesenen Platz steht ein aus Kunst- und Echtblumen zusammengefügtes Werk, das an einer früheren Giardina-Messe ausgestellt wurde. «Ein einfacher Blumenstrauss ist schnell gemacht, doch ein solches Stück nimmt schon mal 50 Stunden Arbeit in Anspruch», verrät Hoffmann.

In ihrem Blumenladen fühlt man sich fast schon wie in einer Oase. Der süsse Duft der Blumen und die originell inszenierten Vasen und Wanddekorationen laden zum Verweilen ein. Doch wie sieht es bei der Floristin zu Hause aus? «Ich liebe verschiedene Naturmaterialien. Dazu gehören nicht nur Blumen», sagt Hoffmann. Zum Beispiel könne man mit Schwemmholz oder Obstbaumästen sehr kreativ sein. Vor ihrem Hauseingang stehe etwa ein handgemachtes Unikat aus Schwemmholz.

Saisongerechte Kreationen

Hoffmanns Arbeit orientiert sich stark an der Jahreszeit. Im Frühling seien viele Kreationen luftig und leicht, im Sommer dann sehr blütenreich, sagt sie. Im Herbst fliessen vermehrt schwere Farben und Formen in ihre Arbeit – etwa mit Früchten wie Kürbissen und Auberginen. Im Winter sei alles ein wenig reduzierter und weisse, helle Töne spielen die Hauptrolle. «Man muss die Natur spielen lassen. Jede Jahreszeit bringt genau das, was die Seele braucht», sagt Hoffmann. Einen wirklichen Favoriten habe sie aber nicht: «Jede Saison hat ihre Schönheit. Jetzt im Frühling sind die Knospen an den Bäumen zum Leben erwacht. Die Felsenbirne liebe ich sehr.»

Hoffmann war schon immer naturverbunden. Ausserhalb ihrer Arbeit im Blumengeschäft verbringt sie viel Zeit in der Natur. Sie geht regelmässig mit ihren fünf Hunden an der Limmat spazieren. Ausserdem zählt sie das Reiten zu ihren grossen Leidenschaften. «Ansonsten bleibt mir nicht viel mehr Freizeit übrig», sagt sie lachend. Denn die Floristin ist viel beschäftigt. Zwar arbeite sie nicht mehr hinter der Theke. Doch sie ist mit zahlreichen Grossprojekten beschäftigt. Erst kürzlich war sie in Basel für die Hallendekoration für die Baselworld der Uhren- und Schmuckmesse zuständig. Sie war auch an einer Ausstellung im Aargauer Kunsthaus beteiligt. Solche Projekte sind genau ihr Ding. Am liebsten dekoriert sie bei Firmenanlässen und Weindegustationen.

Aber egal ob bei Eventdekorationen, Ausstellungen oder persönlichen Blumenkreationen: Hoffmann zeigt mit ihrer Floralgestaltung immer Liebe zum Detail.