Bruno Weber Park

Ohne Stiftung hat der Skulpturenpark keine Überlebenschance

Der Bruno-Weber-Park muss am 20. Oktober seine Pforten schliessen.

Der Bruno-Weber-Park muss am 20. Oktober seine Pforten schliessen.

Der ehemalige Stiftungsratspräsident Peter Meier äussert zwar Kritik an Maria Anna Webers Aussagen. Ihr Engagement für den Park solle aber nicht heruntergespielt werden.

Als Peter Meier am letzten Samstag die Zeitung aufschlug, konnte er nur den Kopf schütteln. Das darin abgedruckte Interview mit Künstlerwitwe Maria Anna Weber irritierte den Mann, der 2011 bis 2012 als Präsident der Bruno-Weber-Stiftung amtete, so sehr, dass er sich an den Schreibtisch setzte und eine Replik verfasste. «Den Artikel kann ich so nicht unwidersprochen lassen!», leitet er sein Schreiben an die Limmattaler Zeitung ein.

Am meisten störte sich Meier an Webers Ansicht, dass eine Stiftung keinen Schutz für das Gesamtwerk ihres 2011 verstorbenen Mannes biete. So gab sie im ersten grossen Interview seit der Verkündung, dass die Stiftungsaufsicht den Park ob Dietikon am 20. Oktober schliesst, zu Protokoll: «Das Gesamtwerk meines Mannes wäre als Stiftungseigentum nicht gesichert. Jedenfalls nicht ohne Garantie, dass die notwendigen Mittel zugeführt werden können, falls es diese bräuchte.»

Zwar räumt Meier ein, dass — «wie die jetzige Situation zeigt» — eine Stiftung nicht sämtliche Probleme lösen könne. «Sicher ist hingegen, dass der Park ohne die Stiftung keine Überlebenschance hat», schreibt Meier. Denn ohne eine solche wäre die Künstlerwitwe «niemals in der Lage, den Park zu führen und die erforderlichen finanziellen Mittel zu beschaffen». Das habe auch Bruno Weber realisiert: «Die Stiftung wurde gegründet, weil er sich darüber im Klaren war, dass nur eine Stiftung in der Lage ist, die Zukunft des Parks zu sichern.» So sei dem Künstler etwa bewusst gewesen, dass das Geld für die Fertigstellung des Wassergartens anders nicht zusammenkommen würde.

«Behauptung stimmt mitnichten!»

In diesem Zusammenhang kritisiert er auch Webers Aussage, dass der Wassergarten der Stiftung «für ein Butterbrot» verkauft worden sei. «Ihre Behauptung stimmt mitnichten!», schreibt er. Rechne man die Summe auf die Laufzeit der Nutzungsvereinbarung für das 2012 eingeweihte Herzstück des Parks hoch, würde ihr dieses — bei einem gut funktionierenden Betrieb — langfristig 4 bis 5 Millionen Franken einbringen.

Zudem schätzt Meier die finanziellen Probleme als noch gravierender ein als die kommissarische Stiftungsrätin Brigitte Bitterli. Er schätzt, dass Betrieb und Unterhalt ein jährliches Defizit von mindestens 400 000 Franken verursachen — und das, selbst wenn die Million für den dringendsten Sanierungsbedarf aufgetrieben würde. In einer solchen Lage erachtet er es als wichtiger denn je, dass substanzielle Gönnerbeiträge fliessen. Dafür brauche es eine handlungsfähige Stiftung.

Und handlungsfähig, das sei die Stiftung oft nicht gewesen, trotz Webers Beteuerungen, dass die Familie mangels Mehrheit im Gremium alleine gar nichts habe entscheiden können. Für die Stiftung, die für Sicherheit, Betrieb und Unterhalt des ganzen Parks verantwortlich ist, sei es durchaus ein Problem gewesen, dass «die Verfügungsgewalt für den grösseren Teil des Parks uneingeschränkt bei Maria Anna Weber liegt». So könne sie «betriebsnotwendige Entscheide jederzeit blockieren, was sie in der Vergangenheit auch reichlich getan hat». Diese Situation sei «ein latentes Risiko für den Erhalt des Parks», so Meier.

Dabei betont er, dass er Maria Anna Webers jahrzehntelanges Engagement für den Park keinesfalls herunterspielen wolle: «Niemand bestreitet, dass der Park auch ihr Kind ist», gibt er zu Protokoll. «Leider fehlt ihr aber die Einsicht, dass sie dieses Kind nicht selbst ernähren kann.»

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