Bergdietikon
Ohne Schnee, dafür mit kecken Sprüchen

Mit Laternen und Taschenlampen sind die Besucher der Waldweihnacht zum Samichlaus gezogen. Ein Weihnachtsbaum und ein grosses Feuer empfingen die Besucher auf der Waldlichtung.

Franziska Schädel
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Waldweihnacht Bergdietikon
7 Bilder
 Dick eingepackt mit Kappe und Handschuhen gehts in den Wald.
 Der Samichlaus mit seiner Crew.
 Mehr oder weniger ungeduldig warten die Kinder auf den Samichlaus.
 Livia und Celine freuen sich über das Säckli, das sie vom Samichlaus bekommen haben.
 Aufwärmen bei Punch und Feuer.
 Laternen leuchten den Weg zum Samichlaus.

Waldweihnacht Bergdietikon

Limmattaler Zeitung

Von tief verschneiten Bäumen können die Besucher der traditionellen Waldweihnacht der Dorfgemeinschaft Kindhausen am Samstag nur träumen. Die vielen Kinder kümmert das allerdings wenig. «Wänn chunt de Samichlaus», erkundigt sich ein Knirps schon zum dritten Mal und zupft seinen Vater am Ärmel. Sascha, Sven und Mika geben sich cool: Angst vor dem Samichlaus? Nein! Sie vertreiben sich das Warten mit Fangen und Herumtollen, bis die Mutter warnt: «Fallt nicht in den Brunnen, sonst müsst ihr heim!»

Pünktlich zum Abmarsch in den Wald hört es auf zu regnen. Die Menge macht sich durch die dunkle Nacht auf den Weg, bewehrt mit Taschenlampen und Stalllaternen, angeführt von einem Traktor mit grosser, prächtig geschmückter Laterne. «Ich komme schon seit 30 Jahren an diesen Anlass», erzählt der Bergdietiker Rolf Hilty. «Früher mit den Kindern, jetzt mit den Enkeln.»

«Alle sind gleich wichtig»

Ein Weihnachtsbaum und ein grosses Feuer empfangen die Besucher auf der Waldlichtung und die Harmonie Berikon spielt «Kommet ihr Hirten». Dann hat das Warten der Kinder endlich ein Ende. Der Samichlaus tritt mit Schmutzli und Engeln aus dem Wald. Er hat eine Geschichte mitgebracht. Von der alten Uhr, die nur läuft, wenn alle mitmachen: die Zeiger, das Pendel, der Uhrenschlüssel. «Alle sind gleich wichtig, egal ob gross oder klein, jung oder alt - nur wenn wir alle zusammenstehen, geht es gut», ermahnt der Samichlaus seine Zuhörerinnen und Zuhörer.

Aus dem grossen Sack des Schmutzli gibts anschliessend für jedes Kind ein Chlaussäckli - im Austausch gegen ein richtiges Versli, versteht sich. «Samichlaus, du liebe Maa» oder «Was isch das für es Liechtli» deklamieren die Traditionsbewussten, die Kecken mögen es moderner: «Samichlaus du Superman, leider bin ich Schmutzlifan» - was diesen wohl gefreut haben mag.

120 Chlaussäckli hat Christina Wiedemann Mühlemann von der Dorfgemeinschaft Kindhausen vorbereitet. Sie freut sich mit dem Präsidenten Paul Meier, dass der Anlass trotz schlechtem Wetter im Wald möglich war. «Wenn immer möglich kommen wir hierher», meint Meier. «Das ist einfach stimmungsvoller». Bei Musik, Feuer und einem wärmenden Punsch ist der fehlende Schnee bald vergessen. Die Freundinnen Livia und Celine halten ihr Claussäckli fest im Arm - sie haben es verdient mit ihren langen Versli, die sie ohne zu stocken gleich nochmals zum Besten geben.