Auf dem Papier waren die Feuerwehren von Aesch und Birmensdorf rasch zusammengelegt. Die Freiwilligen aus beiden Dörfern zu einer eingespielten Mannschaft zu formieren, benötigte etwas mehr Zeit. «Zu Beginn herrschte ein gesunder Konkurrenzkampf zwischen Aeschern und Birmensdorfern», erinnert sich Kommandant Christoph Brand anlässlich eines Ortstermins. Heute, 20 Jahre später, sei davon nichts mehr zu spüren. Nur ab und zu würden nicht ernst gemeinte Sprüche fallen. An zwei Anlässen im Jahr können sich die Aescher und die Birmensdorfer auch privat kennenlernen. «Die Feuerwehrleute überlegen nicht, woher sie kommen, sondern sie arbeiten auf ein gemeinsames Ziel hin», so Brand.

Das ist einer der Faktoren, die den Zusammenschluss zu einem Erfolg gemacht haben. Dazu beigetragen haben aber auch ungeschriebene Gesetze. So ist es seit der Fusion üblich, dass Birmensdorf in der Regel den Kommandanten und Aesch dessen Stellvertreter stellt. Zudem finden die Übungen abwechselnd in beiden Gemeinden statt. «So fühlt sich keine Gemeinde vernachlässigt», sagt der Kommandant.

Erweiterung ist nicht geplant

Ins Leben gerufen wurde der Zweckverband 1997 auf Druck der kantonalen Gebäudeversicherung, um Kosten zu sparen. Damals war auch der Zivilschutz noch Teil des Verbandes. Heute betreiben die Gemeinden Aesch, Birmensdorf, Urdorf und Schlieren die gemeinsame Zivilschutzorganisation Limmattal-Süd. Für die Feuerwehr steht eine solche Erweiterung derzeit nicht zur Diskussion, weil sie gut funktioniert und genügend Nachwuchs rekrutiert werden kann, auch dank des Zweckverbands. «Wir haben keine Probleme, den Sollbestand von 50 Leuten zu erfüllen», sagt Brand. Auch die Tagesverfügbarkeit der Feuerwehrleute sei gewährleistet.

Obschon keine Erweiterung geplant ist, so arbeiten die Feuerwehren der Region bereits eng zusammen. Bei gemeinsamen Übungen und in Ernstfällen kommt in Aesch und Birmensdorf beispielsweise die Drehleiter von Urdorf zum Einsatz. Die Feuerwehr Birmensdorf-Aesch dagegen hat Urdorf vertraglich zugesichert, bei Strassenrettungen Hilfe zu leisten.

Wichtige Standortfrage

Bei der Zusammenlegung der Feuerwehr war auch die Standortfrage ein Thema. Aufgrund der langen Anfahrtszeiten war keines der Lokale als zentrales Lager geeignet. «Ab Alarmierung brauchen wir von Birmensdorf in den äussersten Teil von Aesch trotz Blaulicht etwa 20 Minuten», sagt Brand. Damit kann die kantonale Vorgabe von einer Viertelstunde nicht eingehalten werden. Brand begrüsst es deshalb, dass noch heute zwei Depots in Betrieb sind.

So sei auch der Weg mit dem privaten Auto ins Depot zum Blaulichtfahrzeug kurz geblieben.
Auch in Bezug auf die Vereinheitlichung des Materials war die Fusion pragmatisch. «Wenn ein Ersatz anstand, haben wir das zum Anlass für eine Angleichung genommen», so Brand. Dass bei Anschaffungen jeweils zwei Gemeinden zustimmen müssen, habe die Feuerwehr bisher nicht vor Schwierigkeiten gestellt. Dem stimmt auch der Birmensdorfer Sicherheitsvorstand Paul Gähler zu: «Die Anträge der gemeinsamen Feuerwehrkommission werden wohlwollend genehmigt.» Mit der Leistung der zusammengelegten Feuerwehr ist Gähler zufrieden. «An den Hauptübungen Ende Jahr nimmt jeweils praktisch die ganze Mannschaft teil», sagt er. Das zeuge von der Motivation der Männer und Frauen.