Schlierefäscht
Ogi und Rigozzi zieht es kaum wegen des Honorars nach Schlieren

Am «Tag der Wirtschaft» wird der Salmensaal zum Promi-Treff. Unter anderem werden alt Bundesrat Adolf Ogi und Moderatorin Christa Rigozzi erwartet.

Florian Niedermann
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Kommen an den «Tag der Wirtschaft»: Adolf Ogi und Christa Rigozzi.

Kommen an den «Tag der Wirtschaft»: Adolf Ogi und Christa Rigozzi.

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So hochkarätig besetzt ist ein Podium im Limmattal selten: Mit Alt Bundesrat Adolf Ogi, Ex-Miss-Schweiz Christa Rigozzi und Bestsellerautor Prof. Dr. Wilhelm Schmid stehen am «Tag der Wirtschaft» kommenden Montag drei schweizweit bekannte Persönlichkeiten auf der Bühne des Salmensaals. Sie referieren und diskutieren dort auf Einladung der Schlieremer Wirtschaftskammer und der städtischen Standortförderung zum Thema «Wirtschaft im Wandel – Weg, Grenzen und Horizonte». Da stellt sich die Frage, wie es die Organisatoren schafften, solche Promis nach Schlieren zu locken. Alles eine Frage der Gage?

Nicht, wenn man den Aussagen des Schlieremer Standortförderers Albert Schweizer Glauben schenkt. Die genauen Honorare will er auf Anfrage zwar nicht nennen. Er versichert aber, dass sie «im unteren Bereich für Persönlichkeiten aus Show- und Politszene» liegen würden. Dass man solch grosse Namen für den Anlass habe gewinnen können, sei zum einen am weitverzweigten Netzwerk zu verdanken, das die Standortförderung in den letzten Jahren aufgebaut habe, sagt Schweizer. Zum andern hätten die Gäste aber auch «ein Herz» für den karitativen Zweck der Veranstaltung gezeigt. Der Reinerlös der Veranstaltung – jeder der bis zu 500 Sitzplätze kostet 230 Franken – geht an die Urdorfer Behindertenstiftung Solvita. Bereits jetzt haben sich gegen 300 Gäste angemeldet.

Abgerundet wird die illustre Runde von Rednerinnen und Rednern am «Tag der Wirtschaft» durch die Appenzeller Getränke-Unternehmerin Gabriela Manser, Hans Hess, den Präsidenten des grössten Schweizer Industrieverbands Swissmem, Wirtschaftskammer-Co-Präsident Andreas Geistlich sowie alt Stadt- und Solvita-Präsident Peter Voser. Durch das fast fünfstündige Programm führt die ehemalige SRF-Moderatorin Regula Elsener Steinmann.

Apéro war zu wenig glamourös

Der Wirtschafts-Event steht in der Tradition des jährlich stattfindenden Innovationsapéros der Standortförderung. Doch weil damit zu rechnen ist, dass die Stadtbevölkerung in den kommenden Tagen in eine regelrechte Festeuphorie verfallen wird, wollte die Wirtschaftskammer mit einem attraktiveren Anlass einen Akzent setzen, wie deren Co-Präsident Geistlich sagt: «Die Leute sollen sehen, dass in Schlieren nicht nur gefestet, sondern auch gearbeitet wird.» Ihren Sinn fürs Feiern haben die Schlieremer Unternehmen nämlich bereits eindrücklich bewiesen: Insgesamt rund 600 000 Franken an Sponsorengeldern schossen sie für das Schlierefäscht ein. Dank diesen Beiträgen können die Festbesucher sämtliche Konzerte und Darbietungen kostenlos geniessen, wie Geistlich sagt. Der Anlass im Salmensaal diene auch dazu, dieser freiwilligen Kulturförderung Rechnung zu tragen.

Dass am «Tag der Wirtschaft» neben Manser und Hess mit Ogi, Rigozzi und Schmid drei Persönlichkeiten zu Wort kommen, die nicht als Wirtschaftsvertreter gelten, steht seiner Ansicht nach nicht im Widerspruch zum Titel der Veranstaltung: «Wir wollen nicht nur trockene Wirtschaft auf der Bühne. Es sollen auch andere Gedanken erlaubt sein», erklärt Geistlich. Gar zu humoristischen Zwischenrufen wird es am «Tag der Wirtschaft» kommen – dafür besorgt ist das Komikerduo «Schön&gut«. Der Wirtschaftskammer-Co-Präsident freut sich persönlich aber am meisten auf den Auftritt von alt Bundesrat Ogi: «Ich habe ihn schon einmal am Swiss Economic Forum erlebt und war begeistert von der Art, wie er seine Themen rüberbringt. Ausserdem pulsiert in ihm ein unglaublicher Unternehmergeist.»

Salmensaal wird herausgeputzt

Dass in der Stadt Schlieren heute rund 14 000 Arbeitsplätze existieren, zeigt, dass dort die Rahmenbedingungen für die Wirtschaft in vielen Bereichen stimmen. Eine Sorge jedoch, die gerade auch Unternehmer schon seit Jahren äussern, plagte nun auch die Wirtschaftskammer und die Standortförderung bei der Planung des «Tags der Wirtschaft»: Es fehlt in Schlieren ein geeigneter Veranstaltungsort für Öffentlichkeitsanlässe oder Kongresse. Weil der Salmensaal mit Baujahr 1955 langsam am Ende seiner Lebensdauer steht, hat die Stadt beschlossen, ihn vor dem Event aufzupolieren, wie Standortförderer Schweizer sagt. Was den Organisatoren aber weiterhin Kopfzerbrechen bereitet, ist die Parkplatzsituation rund um den Salmen.

Noch sind Tickets für den «Tag der Wirtschaft» vom kommenden Montag (Beginn 13.30 Uhr) erhältlich. Billette gibt es auf: www.tagder-wirtschaft.ch