Simone Rupp und Roland Pfenninger von der Stiftung idée:sport haben am Dienstagabend im Stürmeierhuus das Projekt Midnight Sport Schlieren in allen Details vorgestellt. Pfenninger begrüsste die Anwesenden im kleinen Saal, initiierte eine kleine Vorstellungsrunde und startete seine Präsentation mit der Frage: «Was machen Jugendliche im Oberstufenalter in Schlieren am Samstagabend?»

Ja, was eigentlich? Natürlich wollen sich die jungen Menschen treffen. Und im Sommer ist das in der Regel auch kein Problem. Aber was ist im Winter? Hier greift das Projekt Midnight Sport. Schlieren hat einige Turnhallen, die am Samstag unbenutzt sind.

Das möchten Rupp und Pfenninger mit Unterstützung der Stadt Schlieren nutzen. So soll die Turnhalle im Schulhaus Kalktarren am Samstagabend für die Jugendlichen geöffnet werden.

Sport und Integration

Angeboten würden diverse sportliche Aktivitäten. Aber auch der soziale Aspekt und die Integration sind ein wichtiger Bestandteil des Projektes. Der Anlass funktioniert altersübergreifend für Oberstufenschüler und soll neben dem Sport einen Treffpunktcharakter besitzen und soziale Kontakte ermöglichen.

Dafür sorgt ein Kiosk oder ein DJ. Die Stiftung idée:sport kann auf viel Erfahrung zurückgreifen. In der ganzen Schweiz laufen ähnliche Projekte, zum Teil schon über zehn Jahre sehr erfolgreich.

24 000 Franken für Schlieren

Vorerst würde Midnight Sport Schlieren an 15 Abenden von Oktober 2013 bis April 2014 stattfinden. Danach wird das Pilotprojekt analysiert und über eine kontinuierliche Durchführung entschieden.

Kostenpunkt wären 44 000 Franken. Die Gemeinde Schlieren würde 24 000 Franken tragen. Der restliche Betrag wird von Finanzpartnern der Stiftung idée:sport, von der Fachstelle für Sport des Kantons Zürich und vom Bund via Tabakpräventionsfond getragen.

Das Projekt setzt sich aus der Stiftung idée:sport und einer Projektgruppe aus Polizei, Schule, Kirchen, Jugendarbeit, Vereinen und Freiwilligen zusammen. So soll ein Dialog zwischen den Vereinen, den Gemeindeorganen und der Bevölkerung erreicht werden. An der Projektgruppe kann sich jeder beteiligen.

«Man muss etwas in Kauf nehmen»

«Wichtig ist, dass die Jugendlichen Spass haben, sonst kommen sie nicht», sagte Pfenninger und leitete schliesslich die Fragerunde ein. Der Tenor im Saal war überwiegend positiv. Auf die Frage nach Nachtruhestörungen konnte das Ehepaar Müller, das direkt beim Schulhaus Kalktarren wohnt, entgegnen, dass Lärmstörungen nur im Sommer ein Thema seien.

Eine weitere Frage bezog sich auf die Mithilfe von Vereinen. Pfenninger betonte, das sei sogar erwünscht. «Wir hatten schon die Feuerwehr dabei, die einen Postenlauf aufgebaut hat», sagte er. Thematisiert wurden zudem mögliche Abfälle rund um das Schulhaus. Aber Stadtrat Jean-Claude Perrin relativierte: «Das ist eine tolle Sache, und irgendwo müssen die Jugendlichen ja schliesslich sein. Da muss man auch mal etwas in Kauf nehmen.»