In der Vergangenheit musste die Gemeinde Weiningen ihre Quellwasser-Versorgung mehrmals vom Netz nehmen, da die teilweise über 80 Jahre alten Anlagen nicht mehr beste Qualität lieferten. Im Frühling 2015 genehmigte daher der Gemeinderat eine Ausgabe von 13 700 Franken, um eine Gesamterneuerung planen zu können. Diese ist inzwischen abgeschlossen, weshalb die Gemeinde am Samstag zum Tag der offenen Quellen lud, wo sie ihre neuen topmodernen Anlagen zeigte. Diese sind mit neuen Ultraviolett-Filtern ausgestattet, um die Keimfreiheit noch besser sicherzustellen. Zudem wurden alle Quellwasserfassungen mit neuen Geräten ausgestattet, die die Trübung des gefassten Quellwassers messen. Über solche Technik verfügten zuvor nicht alle Anlagen. Wenn etwas nicht in Ordnung ist, erhalten die Werkmitarbeiter sofort einen Alarm auf ihr Handy.

«Es freut mich, dass wir jetzt beim Quellwasser wieder allerbeste Qualität gewährleisten können. Die Sanierung war eine sehr sinnvolle Sache», sagt nun der Werkvorstand von Weiningen, Michael Gardavsky (SVP), der im März 2014 in den Gemeinderat gewählt wurde. Das Quellen-Projekt war etwas vom ersten, das er an die Hand nahm. Die neuen Anlagen werden nun mehrere Generationen überdauern.

Alte Quellwasserfassung neu entdeckt

Am Tag der offenen Quellen wurde den zahlreichen Interessierten viele spannende Erkenntnisse zuteil. So sind etwa die beiden Forbüel-Quellen (gleich oberhalb der Verzweigung von Regensdorfer- und Rebberg-Strasse) sozusagen perfekt: Dort sprudeln immer zwischen 80 und 90 Liter pro Minute aus dem Hügel. Andere Quellen weisen viel höhere Schwankungen aus. Geologen gehen davon aus, dass das Forbüel-Wasser ursprünglich in der Lägern ins Gestein dringt, bevor es rund vier Monate später in Weiningen dem Hügel entspringt – eine lange Reise also. Bei der Forbüel-Quellwasserfassung kam es im Rahmen des Projekts zudem zu einer Überraschung: Es existiert dort eine zweite Quellwasserfassung, die in keinem der Pläne der Gemeinde verzeichnet war. Wahrscheinlich war sie über die Jahrzehnte hinweg vergessen gegangen. Insgesamt verfügt Weiningen über 17 Quellen, die durchschnittlich total 230 Liter pro Minute liefern, was einem Drittel der Weininger Wasserversorgung entspricht. Dieser vergleichsweise hohe Anteil Quellwasser erhöht sich dank der Sanierung um einige Prozent. Das restliche Wasser stammt aus dem Limmat-Grundwasserstrom. Der Unterschied ist, dass das Quellwasser härter ist, also mehr Kalk enthält.

Neben der Brunnenstube, dem Quellenpumpwerk und dem Quellenreservoir Forbüel wurden auch das Pumpwerk und Reservoir Bruederberg, die Brunnenstube Bruederberg sowie die Brunnenstube Winterhalde erneuert. Die Abrechnung zum Sanierungsprojekt liegt zwar noch nicht vor. Laut Werkvorstand Gardavsky wird sich die Rechnung am Schluss aber auf etwa 1,7 Millionen Franken belaufen.

Auch ein neues Reservoir ist jetzt in Planung

Kein Bestandteil des Quellenprojekts war die Erneuerung der Wasserleitungen zwischen Bruederberg und Forbüel. Sie hat im Juli begonnen und wird voraussichtlich Ende November fertig. Neben den Wasserleitungen werden auch Abwasserleitungen saniert sowie die Strassenteile, unter denen diese Leitungen verlaufen.

Auch nächsten Sonntag geht es um Wasser: Das Volk von Weiningen und Geroldswil stimmt dann über 6,5 Millionen Franken für die Erneuerung des jahrzehntealten und bei Hochwasser überforderten Abwassersystems der Fahrweid ab. Der Weininger Anteil beträgt 4,42 Millionen Franken, in Geroldswil sind es 2,08 Millionen Franken. Weitere 4,7 Millionen Franken zahlt die interkommunale Anstalt Limeco.

Auch an der Weininger Gemeindeversammlung am 7. Dezember steht das Wasser im Zentrum: Es wird voraussichtlich über einen Kredit für die Projektierung eines neuen Wasserreservoirs abgestimmt, das oberhalb des heutigen Reservoirs Guldiberg an der Grenze zu Unterengstringen entstehen soll. Nötig ist das neue und höher gelegene Reservoir, weil der Druck in den Wasserleitungen zuweilen zu tief ist. Mehrere Weininger haben daher Druckausgleichsanlagen in ihre Häuser eingebaut.