Oetwil/Muri
Für fast 3000 Franken verkauft: Das Insektenhotel dieser Sekschülerin hat einen neuen Besitzer gefunden

Die Sekundarschülerin Saskia Frei wurde von Interessenten überrannt. Nun hat sich ein Geschäftsmann aus Muri ihr selbstgebautes Insektenhotel gesichert.

Sven Hoti
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Alle sind glücklich: Eduard Meier, Präsident des Natur- und Vogelschutzvereins Limmattal rechtes Ufer, die Erstellerin des Insektenhotels, Saskia Frei, und der neue Besitzer, Unternehmer Roger Prust.

Alle sind glücklich: Eduard Meier, Präsident des Natur- und Vogelschutzvereins Limmattal rechtes Ufer, die Erstellerin des Insektenhotels, Saskia Frei, und der neue Besitzer, Unternehmer Roger Prust.

Britta Gut

Nur wenige Tage nach dem Artikel in der «Limmattaler Zeitung» hat ein Geschäftsinhaber aus dem Freiamt zugeschlagen: Er hat das selbstgebaute Insektenhotel der Oetwiler Sekundarschülerin Saskia Frei für 2600 Franken gekauft. Dabei hat er sich gegen zahlreichen Mitbieter durchgesetzt. Am Mittwoch hat die Familie Frei den rund 500 Kilogramm schweren hölzernen Koloss ausgeliefert.

Kurz nach der Veröffentlichung des Artikels über das Schulprojekt seiner Tochter hätten sich in den sozialen Medien zahlreiche Interessenten für das Insektenhotel gemeldet, erzählt ihr Vater Philipp Frei. «So richtig abgegangen ist es dann aber auf Linkedin.» Noch am selben Abend hätten sich der Nachbar sowie eine Lehrerin von Saskias Schule mit einem Angebot gemeldet. Die Lehrerin habe sich das Insektenhotel auf ihre Pension leisten wollen.

Insektenhotel steht jetzt beim Arbeitsplatz des Käufers

Mit einem Kaufangebot von 2600 Franken durchgesetzt hat sich schliesslich Roger Prust. Auch er sei sehr ökologisch eingestellt, sagt der Inhaber des Aargauer Industrieunternehmens PBR Matic. «Heute noch ist mein Lieblingsort der Wald.» Er sei über die Businessplattform Linkedin auf das Angebot gestossen und sei sofort begeistert gewesen. Prust:

«Dass jemand in dem Alter so etwas macht, ist absolut sensationell. Ohne Gedanken an den eigenen Nutzen, sondern alleine für die Umwelt.»

Auf einem Anhänger und in Papier eingewickelt hat das Insektenhotel die rund 20 Kilometer vom Erbauungs- bis zum Zielort heil überstanden. Nun steht es draussen auf einem Pausenplätzchen der PBR Matic in Muri – gleich gegenüber eines kleineren Insektenhäuschens.

Die 20 Kilometer vom Limmattal bis nach Muri legte das Insektenbild auf einem Anhänger zurück, im Bild Saskias Vater Philipp Frei.
6 Bilder
Mit vereinten Kräften wurde das Insektenhotel auf dem Gabelstapler platziert.
In Weiss gekleidet: Verkäuferin Saskia Frei und der neue Eigentümer Roger Prust beim Auspacken des Instektenhotels.
Mit einem Kran wurde das rund 500 Kilogramm schwere Insektenhotel an seinen neuen Standort gehievt.
Ein neues Zuhause: Das Insektenhotel steht jetzt beim Arbeitsort des Käufers Roger Prust.
Die Sekundarschülerin hat das Insektenhotel im Rahmen des Pflichtfachs Projektarbeit erbaut. Eine Note habe sie dafür zwar noch nicht bekommen, aber bereits gute Rückmeldungen, sagt Saskia.

Die 20 Kilometer vom Limmattal bis nach Muri legte das Insektenbild auf einem Anhänger zurück, im Bild Saskias Vater Philipp Frei.

Britta Gut

Saskia Frei hatte das Insektenhotel im Zuge eines Schulprojekts angefertigt. Rund 100 Arbeitsstunden hatte die 15-jährige Sekundarschülerin investiert. Ihr Ziel war es, ihr Werk nach der Fertigstellung für mindestens 1000 Franken zu verkaufen und den gesamten Erlös an den Natur- und Vogelschutzverein Limmattal rechtes Ufer zu spenden. Dieser zeigt sich über die Höhe der Spende beeindruckt.

«Es ist ein Geschenk vom Himmel»,

sagt Vereinspräsident Eduard Meier. Der Verein werde sich anstrengen, das Geld klug einzusetzen. Wo es konkret investiert werde, sei vom Vorstand noch nicht beschlossen. «Das werden wir dann mit Saskia anschauen. Wir bieten ihr bis zu ihrer Volljährigkeit eine freie Mitgliedschaft im Verein an», so Meier. Ihm schwebe vor, die Jugendarbeit im Verein zu fördern. «Auf jeden Fall» solle die Spende für den regionalen Naturschutz eingesetzt werden.

Sie sei sehr glücklich darüber, dass sie das Insektenhotel verkaufen konnte, meint Saskia. Mit dem jetzigen Angebot habe sie jedoch nicht gerechnet:

«Ich dachte eher an 1000 oder vielleicht 1200 Franken. Ich war überrascht, dass es mehr wurde.»

Nun sei vor allem die Erleichterung gross, dass die Arbeit vorbei sei, so die Sekundarschülerin. Eigentlich ginge das Schulprojekt noch bis im Mai. Die Benotung bekommt sie deshalb auch erst in ein paar Wochen. Auf ihr Projekt habe sie von ihren Lehrpersonen aber bereits gute Rückmeldungen erhalten, sagt Saskia. Im Sommer dann startet die 15-Jährige eine Lehre als Optikerin.