Oetwil
Oetwiler proben den Widerstand gegen den neuen Fahrplan

Die Einwohner von Oetwil wollen eine durchgehende Busverbindung nach Dietikon. Die für Dezember 2012 geplante Taktausdünnung wollen die Oetwiler nicht hinnehmen.

Sandro Zimmerli
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Ab 2012 müssten die Oetwiler in der Nebenverkehrszeit auf dem Weg nach Dietikon in Geroldswil umsteigen. zim

Ab 2012 müssten die Oetwiler in der Nebenverkehrszeit auf dem Weg nach Dietikon in Geroldswil umsteigen. zim

Limmattaler Zeitung

«Der Fahrplanentwurf beschäftigt die Leute mehr, als ich erwartet habe», sagt Oetwils Gemeindepräsident Paul Studer. Insgesamt 46 schriftliche Eingaben sowie unzählige Telefonate seien bei der Gemeinde während des Auflageverfahrens eingegangen. Alle mit der gleichen Stossrichtung: Die für Dezember 2012 geplante Taktausdünnung und die Verkürzung der Buslinie 301 in der Nebenverkehrszeit werden abgelehnt.

Die in Oetwil vorgesehenen Änderungen sind die Folgen der Erweiterung der Linie 304. Sie soll künftig sämtliche Gemeinden von Oetwil bis Oberengstringen mit dem Bahnhof Altstetten verbinden. So sieht es der Fahrplanentwurf 2012-2013 des Zürcher Verkehrsverbundes (ZVV) vor. Bislang verkehrte der Bus 304 von Zürich Frankental via Geroldswil zum Bahnhof Dietikon. Oetwil und der Bahnhof Altstetten wurden nicht angefahren. Für die erweitere Linie 304 ist ein Halbstundentakt vorgesehen.

Dafür ist auf der Linie 301, die zwischen Oetwil und dem Bahnhof Dietikon verkehrt, eine Taktausdünnung in der Hauptverkehrszeit von einem 10-Minuten-Takt auf einen 15-Minuten- Takt vorgesehen. In der Nebenverkehrszeit von Montag bis Freitag sowie am Samstag und Sonntag soll die Linie 301 gekürzt werden. Es ist vorgesehen, dass sie nur noch zwischen dem Bahnhof Dietikon und dem Zentrum Geroldswil verkehrt. In Geroldswil ist ein Anschluss an die Linie 304 von und nach Oetwil gewährleistet.

Gespräch mit dem ZVV gefordert

Das wird in Oetwil nicht goutiert. Der Gemeinderat, so Studer, habe nach der Sichtung der Eingaben entschieden, beim ZVV vorstellig zu werden. «Wir wollen uns mit den Verantwortlichen zusammensetzen und eine Lösung finden, zu der auch wir Ja sagen können», sagt der Gemeindepräsident. Zwar erscheine die neue Buslinie attraktiv – gerade für Oetwiler, die nach Weiningen ins Seniorenzentrum wollen. Wichtiger sei den Leuten aber eine direkte Verbindung nach Dietikon. Auch in der Nebenverkehrszeit und an den Wochenenden.

«Viele Leute fahren wegen Einkäufen nach Dietikon. Es ist umständlich mit vollen Einkaufstüten umsteigen zu müssen», so Studer. Zudem gebe es andere Argumente, die gegen eine verkürzte Linie 301 sprächen: So habe man in den Nebenverkehrszeiten nur Anschluss auf die S3 in Dietikon. Dieser Zug habe aber im Hauptbahnhof Zürich keinen direkten Anschluss an die wichtige Linie nach Bern. Bei der S12 hingegen wäre ein direkter Anschluss an die Verbindung Zürich-Bern gewährleistet.

«Letztes Jahr, als die Linie 301 gekappt wurde und nicht mehr von Oetwil nach Urdorf fuhr, sondern nur noch an den Bahnhof Dietikon, haben wir das akzeptiert, weil so die Anschlüsse an die S-Bahn gewährleistet werden konnten», sagt Studer. Dass man nun aber schrittweise die Verbindung für Oetwil verschlechtere, könne nicht akzeptiert werden. «Die Verkürzung der Linie 301 wurde unter anderem damit begründet, dass nur wenige Leute aus Oetwil den Bus benutzen würden», so Studer. Aus den vorliegenden Passagierzahlen des ZVV sei das allerdings nicht ersichtlich. «Im Vergleich mit den Nachbarn aus Geroldswil fahren die Oetwiler etwa gleich viel Bus.»