Lärm
Oetwiler kämpfen gegen Zug-Lärm

Die Gemeinde Oetwil macht gegen die SBB mobil. In einem Brief beschweren sich 227 Einwohner über den Lärm der quietschenden Züge.

Sandro Zimmerli
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Flirt-Züge sollen bis nach Zug fahren

Flirt-Züge sollen bis nach Zug fahren

«Der Brief ist als Unterstützung für die Bemühungen des Gemeinderates gedacht», sagt Peter Ohnsorg, Präsident der SVP Oetwil. Zusammen mit 226 weiteren Einwohnern hat er sich gestern mit einem Brief an die SBB gewandt. Wie der Gemeinderat wollen die Unterzeichnenden gegen den vom Rangierbahnhof Limmattal verursachten Lärm vorgehen.

«Der Güterbahnhof entwickelt kreischende und scheppernde Geräusche rund um die Uhr. Besonders extrem machen sich die Rangierbewegungen bei warmem Westwindwetter mitten in der Nacht bemerkbar», heisst es im Brief. Die Unterzeichnenden fordern die SBB deshalb dazu auf, «umgehend und ohne weitere Verzögerungen Massnahmen zur massiven Lärmverminderung an die Hand zu nehmen».

Kampf dauert schon lange

Die Gemeinde Oetwil ist bereits seit der Inbetriebnahme des Rangierbahnhofs vor rund 30Jahren immer wieder bei der SBB wegen des Lärms vorstellig geworden (Ausgabe vom 30.September). Vergangene Woche nun kündigte der Gemeinderat an, dass er künftig massiv gegen den Lärm vorgehen wolle. Er fordert eine Sanierung des Rangierbahnhofes, wie sie in Muttenz durchgeführt wird. Dort ist man daran, Lärmschutzwände zu erstellen und elektromagnetische Bremssysteme für ein leiseres Rangieren einzubauen.

Um dieses Ziel zu erreichen, will die Gemeinde auf verschiedenen Ebenen kämpfen. Einerseits soll dies auf dem Rechtsweg geschehen. So werde man jede Eingabe der SBB zum Rangierbahnhof prüfen und allenfalls rechtlich dagegen vorgehen, erklärte Bauvorstand Walter Bühler.

Andererseits, so Bühler, wolle man, ähnlich wie die Gemeinde Weiningen bei ihrem Kampf um eine Überdeckung des Gubristportals, die Politik für das Anliegen gewinnen. Um dieses Bemühungen finanzieren zu können, wird der Gemeindeversammlung voraussichtlich im Frühling ein entsprechender Kreditantrag vorgelegt.

Weiteres Vorgehen wird diskutiert

«Diesen Antrag werden wir unterstützen», sagt Ohnsorg. Man habe deshalb den Gemeinderat gefragt, ob dieser Brief in seinem Sinne sei. «Der Gemeinderat findet die Idee gut. Der Brief soll zeigen, dass nicht nur vereinzelte Bewohner vom Lärm betroffen sind, sondern fast das ganze Dorf», hält Ohnsorg fest.

Der Brief bleibt vorerst die einzige Aktion der Einwohner, so Ohnsorg. «Wir warten die Reaktion der SBB ab. Dann werden wir mit dem Gemeinderat entscheiden, ob und wie wir weiter vorgehen wollen.»