Oetwil
Kosten «massiv gesenkt»: An der Gemeindeversammlung wird über die Berufsbeistandschaft entschieden

Nebst dem Budget steht bei der Gemeindeversammlung in Oetwil der Entscheid über die Berufbeistandschaft auf dem Programm. Dabei geht es um den Wechsel vom Mandatszentrum Dietikon zur Berufsbeistandschaft rechtes Limmattal.

Larissa Gassmann
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Oetwil an der Limmat: Hier soll am 30. November an der Gemeindeversammlung über zwei Traktanden entschieden werden.

Oetwil an der Limmat: Hier soll am 30. November an der Gemeindeversammlung über zwei Traktanden entschieden werden.

Severin Bigler

An der Gemeindeversammlung von Oetwil dreht sich alles um die Finanzen: Auf dem Programm steht nebst dem Budget 2022 auch ein Entscheid über die Zukunft der Berufsbeistandschaft. Dabei geht es um einen allfälligen Wechsel vom Mandatszentrum Dietikon zur Berufsbeistandschaft rechtes Limmattal in Geroldswil per 1. Januar 2023.

2013 wurde das Kindes- und Erwachsenenschutzgesetz in Kraft gesetzt. Dadurch wurde das Vormundschaftswesen professionalisiert, gleichzeitig ging es an die regionalen Behörden über. Oetwil schloss sich damals an das Mandatszentrum Dietikon an und blieb diesem seither treu. Nun aber unterbreitet die Berufsbeistandschaft rechtes Limmattal mit Sitz in Geroldswil der Gemeinde einen «vorteilhaften» Anschlussvertrag.

Durch diesen könnten die Kosten pro Mandat bei gleicher Leistung und unter unveränderter Aufsicht durch die Kesb Dietikon «massiv gesenkt werden», heisst in der Weisung. So würde sich der Betrag ab dem zweiten Jahr gegenüber den aktuellen Kosten um mindestens 50 Prozent reduzieren. Dazu fehle heute ein Austausch und ein Mitspracherecht. «Die Gemeinde Oetwil hat keinen Einblick in aktuelle Mandatsfälle», wie es heisst. Somit spricht sich der Gemeinderat für den Wechsel aus – zumal sich zwischenzeitlich auch Weiningen und Uitikon der Berufsbeistandschaft rechtes Limmattal angeschlossen haben.

Wird die Gemeinschaftsantennenanlage verkauft?

Änderungen gibt es derweil auch beim Budget. Betragen soll der Aufwand gemäss Bericht im kommenden Jahr 10,59 Millionen Franken, der Ertrag soll sich auf 10,8 Millionen Franken belaufen. Es bleibt ein Ertragsüberschuss von 216000 Franken. So schliesst das Budget ge- genüber 2021 um rund 266000 Franken besser ab. Bleiben soll der Steuerfuss der Politischen Gemeinde bei 41 Prozent.

Einen grösseren Mehraufwand in Höhe von geschätzten 223'000 Franken gibt es in Zusammenhang mit dem neuen Jugendhilfegesetz. Derweil könnte der Verkauf der Gemeinschaftsantennenanlage an die GIB-Solutions AG aus Schlieren über eine Million Franken einbringen. Darüber abgestimmt wird am 28. November an der Urne. Sollten die Stimmberechtigten dann stattdessen der Modernisierung des Kommunikationsnetzes zustimmen, ist eine Million für die erste Etappe budgetiert.

Wie der Gemeinderat im beleuchtenden Bericht festhält, würden auf die Gemeinde zudem weiterhin hohe Investitionen zukommen, «die unser Ausgabengleichgewicht arg strapazieren». Gemeinderat und Rechnungsprüfungskommission beantragen, das Budget zu genehmigen. Stattfinden soll die Gemeindeversammlung ab 20 Uhr am Dienstag, 30. November, in der Gemeindescheune an der Schmittengasse.

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