Dietikon

Oesch's die Dritten in der Stadthalle: Heimatgefühle und Herzschmerz

Oesch’s die Dritten begeisterten in der Stadthalle Dietikon mit lüpfiger Volksmusik aus ihrem 20-jährigen Fundus. Mit ihren Liedern erweckten sie Erinnerungen an die erste Jugendliebe oder die Sehnsucht nach Bergidylle und Lagerfeuerromantik.

Während 20 Jahren haben sich Oesch’s die Dritten in der Schweizer Volksmusik-Szene einen Namen gemacht. Mit ihrem Jubiläumsprogramm «Jodlerzirkus» machte die Berner Familie am Samstag in Dietikon Halt. Oesch’s – der falsche Apostroph gehört zu ihrem Markennamen – gaben Anlass zum Schunkeln und Mitsingen. Die Stimmungshöhepunkte waren aber punktuell. Man fragte sich, wann Leadsängerin Melanie Oesch endlich aus sich herauskommen wird.

Mit Liedern wie «Sieben Tränen», «Heiweh», «Bergsee» oder «Waldtanz» wurden in der Stadthalle Erinnerungen an die erste Jugendliebe oder die Sehnsucht nach Bergidylle und Lagerfeuerromantik erweckt. Auf dem nostalgischen Streifzug durch das Repertoire machten Oesch’s aber auch dort Halt, wo alles Begann.

Im Dezember 1997 hatten Melanie, Mike und Kevin Oesch als Kinder ihren ersten Fernsehauftritt unter dem Namen Oesch’s die Dritten. Mit einer von Vater Hansueli Oesch speziell ausgedachten «Rap-Version» des Jodelliedes «Dr Köbu u dr Chrigu u dr Sepp» zeigen die drei, dass in der dritten Generation Oesch durchaus auch modernere Elemente Platz haben.

Mit «D’Bäre Räppe im Oberland» brachten Oesch’s am Samstag genau diesen «Rap» wieder auf die Bühne. Inklusive Video-Einspielung mit Bildern aus der damaligen Zeit. Ein Vorgeschmack auf die seit längerem angekündigte DVD mit filmischen Trouvaillen aus den Anfängen des musikalischen Schaffens der Familie Oesch, auf die sich Oesch-Fans weiterhin noch etwas gedulden müssen. Es dürfte nun Ende Jahr werden.

Stimmlich eingeschränkt

Der Instrumentalsound von Oesch’s die Dritten war lüpfig und heiter wie immer. Die Gesangs- und Jodeleinlagen von Leadsängerin Melanie Oesch allerdings weniger hell und kraftvoll als sonst. Melanie entschuldigte sich am Ende des Konzerts auf der Bühne, dass sie diesmal nicht alles geben konnte, doch wollte sie ihre Limmattaler Fans nicht im Stich lassen. «Es war wichtig für mich, in Dietikon auf der Bühne zu sein», sagte sie.

Trotz allem gab es für Oesch’s die Dritten eine Standing Ovation. Einerseits wohl, um sich für den Durchhaltewillen von Melanie zu bedanken und andererseits, weil der Abend fröhlich und unterhaltsam war.

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