Zürcher Obergericht

Obergericht verhängt zwölf Jahre Gefängnis über Schlafzimmerräuber

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Drei brutale Schlafzimmerräuber müssen bis zu zwölf Jahre ins Gefängnis. Sie haben in Schlieren, Glattbrugg und Uster die Hausbewohner im Schlaf überrascht.

Schon bei ihrem ersten Überfall im Januar 2010 legten die drei Täter eine hohe Gewaltbereitschaft an den Tag. Sie drangen in Schlieren in eine Liegenschaft ein, wo sie einen Kaufmann im Schlaf überraschten, mit einem Messer bedrohten und ihn zwangen, die PIN-Codes seiner Bankkarten preiszugeben.

Andernfalls werde man ihm einen Finger abschneiden. Sie fesselten ihn mit Krawatten an Armen und Füssen. Als der Geschädigte erklärte, man solle ihn doch besser umbringen, antwortete ein Gangster: «Wir wollen dich nicht töten, sondern quälen.» Dann verschnürten sie das Opfer wie ein Paket und legten ihn unter ein Klavier, wo er über 17 Stunden von Todesängsten geplagt ausharren musste. Unterdessen hatten die Täter die Beute von rund 10 000 Franken an der Langstrasse verprasst.

Im Februar 2010 schlugen die Täter auch in Opfikon zu. Sie drangen in eine Wohnung ein, wo sie eine Frau überfielen, fesselten und knebelten. Erneut pressten sie dem Opfer den PIN-Code ab, liessen es gefesselt zurück und erleichterten seine Konten um 4400 Franken.

Zwei der Täter, ein Angolaner und ein Deutscher, führten noch zwei weitere Überfälle in Opfikon und Uster durch. In Uster war aber Schluss, da die Polizei das Duo festnehmen konnte. Der Dritte im Bunde, ein in Glattbrugg wohnhafter Schweizer serbischer Abstammung, wurde ein wenig später verhaftet.

Am Montag mussten sich die drei Schlafzimmerräuber am Zürcher Obergericht verantworten. Alle Beschuldigten waren bemüht, ihre Taten zu verharmlosen. So hätten sie nur Gegenstände und Schmuck stehlen, aber niemanden überfallen wollen.

Dazu passte aber schlecht, dass sie jeweils maskiert und teilweise bewaffnet waren. «Wer nachts in ein Wohnhaus eindringt, der nimmt in Kauf, dass sich dort Hausbewohner aufhalten, und ist gezwungen, Widerstand zu brechen», widersprach Oberrichter Stefan Volken den Beschuldigten.

Führende Rolle nach Ausstieg

Der Berufungsprozess drehte sich um ein erstes Urteil des Bezirksgericht Dietikon, das die grundsätzlich geständigen Beschuldigten bereits im Frühling 2012 zu hohen Freiheitsstrafen verurteilt hatte. Zwölf Jahre erhielt der deutsche Staatsangehörige, elf Jahre der Afrikaner und neun Jahre der Schweizer aus Glattbrugg. Er war nach den beiden ersten Überfällen ausgestiegen, hatte aber vorher eine führende Rolle eingenommen.

Der zuständige Staatsanwalt Markus Oertle verlangte nun für die Mittzwanziger markante Straferhöhungen auf 16 Jahre, 15 Jahre sowie zwölf Jahre Freiheitsentzug. Die Verteidiger konterten mit erheblich milderen Gegenanträgen von zwei Mal fünf Jahren sowie ein Mal vier Jahren. Das Obergericht sah jedoch keinen Anlass, von den in Dietikon verhängten Strafen abzuweichen. Es bestätigte die erstinstanzlichen Entscheide umfassend.

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