Vernissage
Oberengstringer Maler feierte in der Zürcher Binz Vernissage

Der Oberengstringer Robert Jakober war bis zu seiner Pension als Architekt tätig, und so zeigt sich die handwerkliche Genauigkeit, welche diese Profession erfordert, auch in seinen Bildern.

Philippe Stalder
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Vögel könnten jederzeit abheben: Robert Jakobers Bilder bestechen durch Dynamik und Präzision.

Vögel könnten jederzeit abheben: Robert Jakobers Bilder bestechen durch Dynamik und Präzision.

Philippe Stalder

«Der Einfluss ist zwar nicht besonders gross, aber es gibt schon gewisse Berührungspunkte zwischen den technischen und den künstlerischen Malweisen», so Robert Jakober über den Bezug zwischen seinem Beruf und der Malerei.

Jakober eröffnete am Freitagabend im Werk 2 in der Zürcher Binz seine Ausstellung «Flügelschlag» mit einer Vernissage. Die von Gertrud Schwarzbach kurierte Ausstellung umfasst 34 Bilder, wovon die meisten einen Vogel als Motiv haben.

Im Vordergrund die Vögel

Bei allen Vogelbildern lassen sich die drei gleichen Elemente ausmachen: Als Erstes trug Robert Jakober lebendig farbige Hintergrund-Schattierungen auf die Bilder auf, die aussehen, als wären sie mit einem Spachtel gemalt worden.

Im Vordergrund stehen die mit Farbstift gezeichneten Vögel. Diese bestechen durch eine Dynamik und Präzision. In einer Ebene zwischen Hinter- und Vordergrund lassen sich geschwungene Linien finden, welche etwa an Hans Erni erinnern.

«Beziehungen zwischen Mensch und Tier»

«Diese Linien verdeutlichen die Beziehung zwischen Mensch und Tier», so Robert Jakober über die Bedeutung dieser Linien. Mit viel Liebe fürs Detail brachte der Künstler Bewegung in die Bilder, indem er die Vögel in Aktion zeichnete.

Auf die Frage, ob er die Vögel um ihre Flügel beneide, antwortete Robert Jakober: «Mich fasziniert die Fähigkeit der Vögel jederzeit abheben zu können zwar schon, aber es war nicht ausschlaggebend für diese Ausstellung.» Vögel interessieren den Maler schon seit jeher. Er bestaunte deren Treiben schon als Kind auf Spaziergängen mit seinem Vater im Wald.

Bezug von Mensch und Natur

Doch neben den Eulen, Krähen, Amseln, Tauben und Elstern fanden sich auch noch weitere Sujets in der Ausstellung des Malers. So z.B. ein Minotaurus im Labyrinth oder ein Liebespaar mit einer Katze. Allen Bildern gemein ist der Bezug zwischen Mensch und Natur.

Roberts Ehefrau, Rosa Maria Jakober, las an der Vernissage aus dem kürzlich erschienenen Bilderbuch «Plankton» vor, welches von ihr geschrieben und von ihrem Mann illustriert wurde. Es erstaunte nicht, dass auch das Buch vom Bezug zwischen Mensch und Natur, oder besser gesagt zwischen Mensch und Tier handelte.

Das Buch erzählt die Geschichte von einem Hundewelpen namens Plankton, welcher zu einem Assistenzhund für körperlich Behinderte ausgebildet werden soll. In tagebuchartigen Einträgen schildert der Welpe seine Begegnungen mit dem Menschen und versetzt den Leser dadurch in die Gefühlswelt eines Hundes, der sich mit der Spezies Mensch vertraut machen muss.

Die Idee dieses Bilderbuches entstand durch einen Auftrag einer körperlich behinderten Person, die sich von Robert Jakober mit ihrem Assistenzhund porträtieren lassen wollte.