Oberengstringen/Unterengstringen
Weggezogene dürfen in Behörden bleiben: Das entschieden die Stimmberechtigten an der Kirchgemeindeversammlung

Die Ober- und Unterengstringer Katholiken befanden am Sonntag über das Budget und den Steuerfuss 2022 sowie über die totalrevidierte Kirchgemeindeordnung.

Virginia Kamm
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Die katholische Kirche St.Mauritius in Oberengstringen.

Die katholische Kirche St.Mauritius in Oberengstringen.

Severin Bigler

36 stimmberechtigte Katholiken aus Ober- und Unterengstringen trafen sich am Sonntag zur Kirchgemeindeversammlung der Katholischen Kirche Engstringen. Sie befanden über das Budget und den Steuerfuss 2022 sowie über die totalrevidierte Kirchgemeindeordnung. Nach der einstündigen Versammlung wurden sie mit einem Apéro im Gemeindesaal belohnt.

Die Rechnungsprüfungskommission hatte beide Geschäfte im Vorfeld gutgeheissen. Sie wurden einstimmig angenommen. Somit bleibt der Steuerfuss bei unveränderten 13 Prozent.

Es stehen Investitionen an Fenstern und Orgel an

Das Budget sieht einen Gesamtaufwand von 1,36 Millionen Franken und einen Gesamtertrag von 1,39 Millionen Franken vor. So ergibt sich ein Aufwandüberschuss von 43'000 Franken. Als mittelfristig grössere Investition plane die Kirchenpflege, die Fenster im Pfarrhaus zu ersetzen und die Kirchenorgel zu renovieren, heisst es im beleuchtenden Bericht. Zudem seien Abklärungen am Laufen, wie die Räume im Untergeschoss der Kirche besser und zeitgemässer genutzt werden könnten.

In der totalrevidierten Kirchgemeindeordnung steht neu, dass die Kirchenpflege über das offizielle Publikationsorgan der Kirche entscheidet. Bisher war die Kirchenzeitung «Forum» als Publikationsorgan verankert. «Wir planen, in Zukunft die Grossauflage der ‹Limmattaler Zeitung› zu nutzen», sagt Kirchenpflegepräsidentin Katharina Stockmann auf Anfrage. «Wir wollen aber auch weiterhin kleine Meldungen im ‹Forum› publizieren.»

Weggezogene Behördenmitglieder müssen nicht mehr austreten

Eine weitere Änderung ist, dass Behördenmitglieder, die aus den Gemeinden wegziehen, in Zukunft trotzdem im Amt bleiben dürfen. Bisher war das nicht der Fall. «Der Grund ist, dass es schwierig ist, mitten im Jahr einen Ersatz für diese Personen zu finden», sagt Stockmann.

Ein weiterer Unterschied zwischen alter und neuer Gemeindeordnung liegt bei der Finanzkompetenz der Kirchenpflege: Zuvor lag die Obergrenze bei neuen einmaligen Ausgaben bei 20'000 Franken und maximal 100'000 Franken jährlich und bei neuen wiederkehrenden Ausgaben bei 10'000 Franken und maximal 50'000 Franken jährlich. Neu liegt die Grenze für neue einmalige Ausgaben bei 50'000 Franken und maximal 100'000 Franken jährlich und für neue wiederkehrende Ausgaben bei 10'000 Franken und maximal 40'000 Franken jährlich.

Nach der Kirchgemeindeversammlung informierte die Kirchenpflege die Anwesenden, dass im vergangenen Jahr 34 Personen zwischen 20 und 40 Jahren die Gemeinde verlassen haben. «Leider gibt fast niemand eine Begründung an», bedauert Stockmann. «Zudem haben wir angekündigt, dass nächstes Jahr Wahlen anstehen und sich alle bisherigen Behördenmitglieder zur Wiederwahl stellen.»

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