Oberengstringen
«Ich finde es gut, dass wir Schüler eine Stimme haben»: So können sich die Jugendlichen in der Sek einbringen

Durch eine Neuorganisation des Schülerparlaments sollen die Sekschüler des Schulhauses Allmend möglichst viel Mitspracherecht haben. So dürfen sie zum Beispiel bei der Organisation des Schulballs mitwirken oder bei Kleiderregeln mitreden.

Virginia Kamm
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In der Oberengstringer Schule Allmend sollen Jugendliche lernen mitzureden und Verantwortung zu tragen.

In der Oberengstringer Schule Allmend sollen Jugendliche lernen mitzureden und Verantwortung zu tragen.

Sandro Zimmerli

In der Sekundarschule Allmend in Oberengstringen sollen Schülerinnen und Schüler möglichst viel Mitspracherecht haben. Dies zum Beispiel durch ein Engagement im neu organisierten Schülerparlament. «Das Schülerparlament gibt es schon seit 2005», sagt die verantwortliche Lehrerin Mirjam Quartu. Das Volksschulgesetz des Kantons Zürich schreibe eine altersgerechte Beteiligung von Schülerinnen und Schülern vor. «Der Spielraum für echte Partizipation war bisher aber klein», sagt Quartu. «Ideen wurden früh ausgebremst oder ins Leere laufen gelassen.»

Das ist nun anders: Im Rahmen der Schulentwicklung hat das Lehrerteam des Schulhauses Allmend im Verlauf der letzten zwei Jahre definiert, dass eine stärkere Partizipation möglich sein soll. «Konkret haben wir im Schülerparlament verschiedene Gruppen gegründet, zum Beispiel das Schulball-OK, die Arbeitsgruppe Kleiderordnung und eine Gruppe für den Sporttag», sagt Mirjam Quartu. Auch das Gesamtschullager, das alle drei Jahre in Davos stattfindet, soll dieses Jahr in Zusammenarbeit mit den Schülerinnen und Schülern organisiert werden. Ziel sei es, die Jugendlichen in Entscheidungsprozesse zu integrieren, damit sie lernen mitzureden und Verantwortung zu tragen.

Die Jugendlichen wollen mit Trainerhosen zur Schule gehen

Das Schülerparlament setzt sich aus zwei Delegierten jeder Klasse, also aus 16 Mitgliedern, zusammen und ist mit dem Hausdienst, der Elternmitwirkung, dem Jugendzentrum und der Lehrerschaft vernetzt. An den wöchentlichen Sitzungen diskutieren die Schülerinnen und Schüler auch über Themen aus den verschiedenen Klassenräten. Beim Klassenrat handelt es sich um ein wöchentliches Forum in den einzelnen Klassen. «Ein Ziel des verstärkten Mitspracherechts ist auch, dass sich die Jugendlichen mit ihrer Schule identifizieren», sagt Mirjam Quartu.

Migena und Arjan, beide seit vergangenem Sommer im Schülerparlament dabei, schätzen die Abwechslung zum Schulalltag. «Ich finde es gut, dass wir Schüler eine Stimme haben und nicht einfach hinnehmen müssen, was die Lehrpersonen entscheiden», sagt der 13-jährige Arjan. Der 15-jährigen Migena gefällt es auch, mit allen Klassen und Lehrpersonen verbunden zu sein. Sie sagt:

«Wir werden ernst genommen und die Lehrpersonen sind offen für unsere Anregungen.»

Migena und Arjan sind Mitglieder in der Arbeitsgruppe Kleiderordnung. Dort setzen sie sich dafür ein, Trainerhosen in der Schule tragen zu dürfen. Migena stört es zudem, dass Mädchen durch die Kleiderregeln stärker eingeschränkt seien als Knaben, zum Beispiel durch das Verbot von bauchfreien Oberteilen oder Spaghettiträgern.

«Es ist wichtig, dass Schülerinnen und Schüler im möglichen Rahmen mitreden und demokratische Prozesse üben können», sagt Schulpräsidentin Elsbeth von Atzigen (parteilos). Sie konnte selber schon einmal an einer Sitzung des Schülerparlaments teilnehmen und war sehr beeindruckt von der Professionalität der Jugendlichen: «Es gab eine Traktandenliste und es wurde Protokoll geführt», erzählt sie.