Limmattal
Nur jeder Fünfte hat bisher abgestimmt – wie viele waren es in Ihrer Gemeinde?

Bis Montag, Kurz vor der Abstimmung, ist die Beteiligung eher tief — besonders in den Städten. Die Übersicht zeigt, wie viele Couverts die einzelnen Limmattaler Gemeinden bisher erhalten haben.

Lydia Lippuner
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Bald ist es soweit: Zahlreiche Plakate erinnern die Bevölkerung in Dietikon an die kommende Abstimmung.

Bald ist es soweit: Zahlreiche Plakate erinnern die Bevölkerung in Dietikon an die kommende Abstimmung.

Flavia Lehmann

Wer heute das Abstimmungscouvert noch in den Briefkasten wirft, hat keine Garantie, dass dieses das Abstimmungslokal noch rechtzeitig erreicht. Am Sonntag wird in den Limmattaler Gemeinden über zwei kantonale und eine nationale Vorlage abgestimmt. Im Kanton Zürich stehen die Abschaffung der Kurspflicht für Hundehalter und das Wassergesetz an. Auf nationaler Ebene kommt die Volksinitiative «Zersiedelung stoppen — für eine nachhaltige Siedlungsentwicklung» dazu. Bis zum vergangenen Montag sah die Stimmbeteiligung im Bezirk eher tief aus.

Die Übersicht:

Dietikon erhielt bis letzten Montag 1846 Briefe, das entspricht einer Stimmbeteiligung von 16 Prozent. Das sei weniger als bei der letzten Abstimmung. Allenfalls liege dies an den Ferien, an fehlender Brisanz, der Komplexität oder dem Desinteresse im Allgemeinen an der Vorlage, schreibt die Stadtkanzlei.

In Schlieren, der zweitgrössten Stadt des Bezirks, stimmten bis Anfang Woche 1281 Stimmberechtigte per Brief ab. Das entspricht einer Stimmbeteiligung von gut 15 Prozent. Die geringe Beteiligung begründet Daniele Palm, Assistent des Geschäftsleiters, wie folgt: «Die Vorlagen sind nicht sehr brisant und lösen keine grosse öffentliche Diskussion aus, welche die Stimmberechtigten dazu veranlasst, an der Abstimmung teilzunehmen.»

In Urdorf wurden bis Montagmittag 1281 Briefe eingeworfen. Das sind 21 Prozent der Stimmberechtigten. Was der letzten Beteiligung bei der brieflichen Abstimmung sehr nahe komme, heisst es bei der Gemeinde.

«Ich informiere mich über die kommenden Abstimmungen durch verschiedene Zeitungen. Einige Vorlagen interessieren mich, andere weniger. Je nachdem, was mir wichtig erscheint, stimme ich ab.» Ernst Gamper (89), Birmensdorf
8 Bilder
«Ich muss ehrlich sein: Mein Stimmzettel ging verloren. Ich finde die kommende Abstimmung sowieso nicht so wichtig. Ich beobachte mit Spannung, welche Parteien für oder gegen eine gewisse Vorlage sind.» Erwin Klee (86), Dietikon
«Ich stimme oft ab – und immer brieflich. Ich interessiere mich sehr für Politik, vor allem auf Gemeindeebene. Sei es in Uitikon, Schlieren oder Engstringen: Ich will wissen, was läuft.» Bruno Wyss (84,) Uitikon
«Früher durfte ich nicht abstimmen. Seit ich es darf, mache ich es immer. Wenn ich abstimme, bilde ich mir meine eigene Meinung – ich bespreche sie mit niemandem. Ich stimme so ab, wie ich es für richtig erachte.» Doris Fülöp (86), Uitikon
«Ich darf zwar nicht abstimmen, weil ich kein Schweizer bin. Ich informiere mich trotzdem. Die Abstimmungen zum Wassergesetz und zur Zersiedelungs-Initiative finde ich komplex. Irgendwie haben beide Lager recht.» Tillmann Köhler (52), Oetwil
«Manchmal verpasse ich die Abstimmungstermine. Gewisse Schwerpunkte wie Umweltschutz oder AHV-bezogene Themen beschäftigen mich.» Michèle Schönthal (48), Geroldswil
«Ich habe schon brieflich abgestimmt. Abstimmungen sind mir wichtig, vor allem diejenigen über das kommunale Geschehen. Was ich mir von der Politik wünsche, ist eine Verjüngung der Volksvertreter.» Sonja Canali (61), Geroldswil
«Ich interessiere mich sehr für Politik und beachte die SVP-Parolen. Vor allem, wie sich die Partei zur Zersiedelungs-Initiative positioniert hat, gefällt mir. Ich habe noch nicht abgestimmt, habe aber noch Zeit.» Alice Hess (72), Birmensdorf

«Ich informiere mich über die kommenden Abstimmungen durch verschiedene Zeitungen. Einige Vorlagen interessieren mich, andere weniger. Je nachdem, was mir wichtig erscheint, stimme ich ab.» Ernst Gamper (89), Birmensdorf

Clara dos Santos Buser

«Bis Montag sind 740 Stimmcouverts bei uns eingegangen», sagt Yannik Zeier, Leiter der Oberengstringer Einwohnerkontrolle. Mit 20 Prozent entspricht die Stimmbeteiligung mehr oder weniger dem Durchschnitt vergangener Abstimmungen.

Birmensdorf erhielt 851 Antwortcouverts, was einer Stimmbeteiligung von 21 Prozent entspricht.

Die Gemeinde Geroldswil erhielt bis Anfang der Woche 526 Stimmcouverts, das sind rund 17 Prozent. «Die Zustellung verändert sich täglich», sagt Andreas Sprenger, Stellvertretender Gemeindeschreiber. Dabei sei zu beachten, dass die Menge der Briefe von Tag zu Tag stark variiere.

Die Gemeinde Weiningen konnte gestern noch nichts zur aktuellen Lage bezüglich brieflicher Abstimmung sagen.

In Uitikon gingen bis Montag 848 Couverts ein. Mit 29 Prozent liegt die Gemeinde an der Spitze.

In Unterengstringen gingen 582 Stimmcouverts ein. Das sind 24 Prozent der stimmberechtigten Bevölkerung. «Im Vergleich zu früheren Abstimmungen teils mit und teils ohne Wahlen liegen wir da leicht unter dem Schnitt», sagt Gemeindeschreiber Pascal Brun. Es gelte aber anzumerken, dass in der letzten Woche vor der Abstimmung und am Abstimmungswochenende noch sehr viele Stimmcouverts einträfen.

Bergdietikon registrierte bis Montag 504 Antwortcouverts, das entspricht 27 Prozent der Stimmberechtigten. Die Aargauer Gemeinde stimmt nicht über kantonale Vorlagen ab. Doch die Bürger können eine Gerichtspräsidentin oder einen Gerichtspräsidenten für das Bezirksgericht Baden wählen. Mit Nadine Hagenstein (GLP) kandidiert eine Bergdietikerin für das Amt.

Oetwil erhielt bis Anfang der Woche 407 Stimmcouverts. Damit liegt die Stimmbeteiligung bei rund 23 Prozent.

Die kleinste Gemeinde des Limmattals, Aesch, erhielt bis Montag 254 Antwortcouverts. Das ergibt eine Stimmbeteiligung von 25 Prozent. «Was dem normalen Umfang entspricht, den wir jeweils am Montag vor den Abstimmungen bereits haben», sagt Gemeindeschreiberin Suzanna Sturzenegger.