Dietikon/Kreuzung Schönenwerd
Nur «grüne Fundis» können Veränderungen nicht zustimmen: «Ein Haar in der Suppe findet man immer»

Der Langsamverkehr und der Sinn einer Wohnbebauung an der Kreuzung Schönenwerd gaben gestern im Parlament zu reden.

Gabriele Heigl
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Die Schönenwerdbrücke ist ab dem 16. Januar bis voraussichtlich dem Dezember 2017 gesperrt,

Die Schönenwerdbrücke ist ab dem 16. Januar bis voraussichtlich dem Dezember 2017 gesperrt,

Daniel Diriwächter

Die Grünen waren sich für einmal nicht einig. Einzig Catalina Wolf-Miranda konnte dem Geschäft zustimmen. Lucas Neff und Beat Hess votierten dagegen. Auch Wolf-Miranda äusserte gemischte Gefühle: «Unsere Freude hält sich in Grenzen.» Worum ging es?

Die Kreuzung Schönenwerd muss im Zusammenhang mit der Realisierung der Limmattalbahn optimiert werden. Der Durchgangsverkehr in Dietikon in Ost-West-Richtung soll künftig auf die Bern- und die Überlandstrasse verlagert werden. Dazu müssen unter anderen sowohl der Knoten Schönenwerd als auch die SBB-Unterführung Schönenwerd ausgebaut und angepasst werden. Das Ziel: den Verkehr im Knoten Schönenwerd zu entflechten. Bei den Arbeiten wird die dreieckige Fläche zwischen den beiden Strassenästen der Zürcherstrasse und der Bernstrasse bebaubar. Die gesamte Fläche wird der dreigeschossigen Wohnzone mit Gewerbeerleichterung zugeteilt. Damit verbunden sind auch Veränderungen für den Langsamverkehr.

«Wer will dort wohnen?»

Unter anderem damit hat Lucas Neff Probleme. Dieses Bauprojekt, das eines der grössten und teuersten in Zusammenhang mit der Limmattalbahn sei, bringe eine deutliche Verschlechterung für den Langsamverkehr. So wie es jetzt geplant sei, werde eine Vernetzung des Quartiers nicht erreicht. Er sei davon überzeugt, dass mit einer Lösung, die jetzt «vielleicht für ein paar zehntausend Franken» noch möglich wäre, diese Probleme behoben würden; später koste es Millionen. Neff schloss: «Ironischerweise wird die vom Verkehr umbrandete Insel einer Wohnzone zugeordnet. Tut mir leid, da kann ich als grüner Fundi nicht zustimmen.» Zuvor hatte auch Wolf-Miranda zu bedenken gegeben: «Wer will in dieser Wohnsiedlung, umgeben von Autos und Lärm, wohnen?» Dennoch sei eine Verdichtung aber sinnvoll und unvermeidbar.

Catherine Peer (SP) unterstützte die Aufwertung an dieser Stelle. Für die Hochhauszone am Rande der Stadt konnte aber auch sie sich nicht erwärmen. «Dort wird niemand wohnen, der es nicht muss.» Die Velo-Situation sei auch nicht perfekt, «aber ein Haar in der Suppe findet man immer». Das letzte Votum gab Markus Erni (SVP) ab: «Auch wenn es für Velo- und Fussgänger keine optimale Lösung ist, ist es für alle eine bessere als die, welche wir jetzt haben.» Wichtig sei, dass vor allem die Umfahrung funktioniere. «Es handelt sich um eine Landumlegung, die nur möglich war, weil Landeigentümer uns entgegengekommen sind. So haben wir alle eine gute Lösung.»