Urdorf
Nur einige Risse: Schwemmers Altersheim in Nepal steht noch

Der Urdorfer Christoph Schwemmer hat nach Tagen der Ungewissheit wieder Kontakt zu seinem Altersheim in Nepal. «Beim Bau des Hauses haben wir darauf geachtet, dass es erdbebensicher ist», sagt er.

Yves Bollier
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Seniorinnen beobachten, wie ein Baum gepflanzt wird. Im Hintergrund ein Gebäude des Altersheims, das auch nach dem Erdbeben noch immer steht.

Seniorinnen beobachten, wie ein Baum gepflanzt wird. Im Hintergrund ein Gebäude des Altersheims, das auch nach dem Erdbeben noch immer steht.

Zur Verfügung gestellt

Der Urdorfer Christoph Schwemmer hat nach den schweren Erdbeben wieder Kontakt zu seinem Altersheim in Nepal. Das Gebäude in der Region Lekhnath hat nur einige Risse abbekommen, steht aber noch.

Von den Bewohnern des Heims ist glücklicherweise niemand verletzt. Dies ist kein Zufall: «Beim Bau des Hauses haben wir darauf geachtet, dass es erdbebensicher ist», sagt Schwemmer. Im Epizentrum wäre es aber trotzdem nicht vor der Zerstörung gefeit gewesen. Schwemmer möchte das Gebäude nun in naher Zukunft sanieren.

Neuaufbau mit Spendengeldern

Nach der Erdbebenserie in Nepal und den verheerenden Schäden nutzte der Leiter des Alters- und Gesundheitszentrums in Dietikon seine Ferientage, um eine Web- und Facebook-Seite aufzuschalten und für Spendengelder für die Opfer zu werben.

Christoph Schwemmer «Die Nepali sind gerade jetzt nach dem Beben auf Touristen angewiesen.»

Christoph Schwemmer «Die Nepali sind gerade jetzt nach dem Beben auf Touristen angewiesen.»

Zur Verfügung gestellt

Doch noch reist Schwemmer nicht nach Nepal. Denn vorerst lässt sich nicht viel ausrichten: «Bald fängt der Monsun an, dann sind alle Strassen überschwemmt», sagt Schwemmer. Er will deshalb bis im September abwarten, bis der Regen vorbei ist.

Das drohende Ausbleiben der Touristen bereite den Einwohnern Nepals grosse Sorgen, weiss Schwemmer. «Gerade jetzt sind sie extrem auf das Geld der Touristen angewiesen.» Die Nepali rufen deshalb bereits eigenhändig die Touristen dazu auf, trotz der momentan schwierigen Situation in ihr Land zu kommen.

Dienstaltergeschenk geschenkt

Vor ein bisschen mehr als 30 Jahren war Schwemmer das erste Mal nach Nepal gereist. Er war von der Natur und den fröhlichen Menschen so angetan, dass sie ihn nicht mehr losliessen.

2011 besuchte er das Land erneut, diesmal jedoch aus beruflichem Interesse: «Ich wollte wissen, wie die älteren Menschen in Nepal leben.» Schwemmer stiess auf dieser Reise zufällig auf die lokale Stiftung «Seed Foundation», die in der Region Lekhnath soziale Projekte verwirklicht.

«Man zeigte mir ein Altersheim – eine Ansammlung armseliger Hütten aus Lehm und Steinen mit einer offenen Feuerstelle, einem Wasseranschluss und einer einzigen Toilette in 200 Metern Entfernung.» Für die Vollendung eines neuen Gebäudes fehlte bereits seit zwei Jahren das Geld. Deshalb entschied sich der Urdorfer spontan, einen Teil seines Dienstaltersgeschenks der Stiftung zur Verfügung zu stellen. «Mein Umfeld war schockiert», sagt Schwemmer lachend. Er kenne die Leute doch gar nicht, hiess es. Vier Monate später reiste er erneut nach Nepal. Das Haus war fertig gebaut.

Sein Engagement in Nepal hatte jedoch gerade erst begonnen.

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