In dem Postulat forder die SP, schnellstmöglich eine Regelung für das Moor von nationaler Bedeutung zu erarbeiten.

Die Zustimmung war gross: Nur die EDU sprach sich gegen den Vorstoss aus - zwei SVP-Kantonsräte enthielten sich ihrer Stimme. Das Postulat wurde schliesslich mit 159 zu 5 überwiesen. Es sei unverständlich, dass es für dieses Flachmoor noch keine Schutzverordnung gebe, war der Tenor im Rat.

Seit der Annahme der Rothenthurm-Initiative obliegt es den Kantonen, Schutzverordnungen für Moore von nationaler Bedeutung zu erarbeiten. 1994 setzte der Bund das Flachmoor-Inventar fest und bestimmte, dass die Kantone die besagten Moore innerhalb von drei Jahren formell schützen müssen.

Das Dietiker Gebiet Silbern/Lerzen/Stierenmatt (SLS) sei ein Entwicklungsgebiet von allerhöchster Priorität, sagte Andreas Geistlich (FDP, Schlieren). Der vor drei Jahren angenommene Gestaltungsplan für dieses Gebiet sieht 6000 neue Arbeitsplätze und Wohnraum für 3000 Personen vor.

Doch dieser Gestaltungslan ist bis heute nicht festgesetzt. Zwei von drei Rekursen sind zwar vom Tisch, ein dritter von Vogelschutz und Pro Natura blockiert das Projekt jedoch noch. "Die Schutzverordnung muss zügig an die Hand genommen werden", sagte Geistlich. Der Abstand zum Naturreservat müsse vergrössert werden.

Planungssicherheit für Dietikon

Es werde zu Recht befürchtet, dass das Flachmoor mit den geplanten Neubauten beschädigt wird, sagte René Gutknecht (GLP, Urdorf). Die Flachmoorverordnung aus dem Jahr 1994 müsse deshalb endlich erneuert werden. Die Schutzverordnung sei längst überfällig, sagte auch Franco Albanese (CVP, Winterthur).

"Es braucht dringend Planungssicherheit in Dietikon", sagte auch Rosmarie Joss (SP, Dietikon). Die SP befürchtet, dass ohne Schutzverordnung der Naturschutz bei der Planung in diesem grossen Entwicklungsgebiet ausgeklammert werde. Das Moor grenze unmittelbar an Industriegebäude - es brauche eine grössere Pufferzone.

Und die SVP erhofft sich, dass durch die Überweisung des Postulats "die Arbeiten in der Verwaltung beschleunigt werden", wie Rochus Burtscher (Dietikon) sagte. "Die Schutzverordnung darf aber nicht ein bürokratisches Meisterwerk werden."

Baudirektor Markus Kägi (SVP) betonte derweil, dass der Kanton intensiv mit der Stadt Dietikon im Gespräch sei. "Die Schutzverordnung und der Gestaltungsplan müssen koordiniert sein." Dies brauche Zeit, sagte der Baudirektor. (sda)