Das Furttal wird auch künftig im Spitalverband Limmattal vertreten sein. Mit 14 zu 11 Stimmen haben die 29 anwesenden Stimmberechtigten an der Gemeindeversammlung vom Donnerstagabend den Austritt aus dem Zweckverband abgelehnt. Das sagte Gemeindeschreiber Lukas Kalberer auf Anfrage. Mit seinem Votum folgte der Souverän dem Gemeinderat. Dieser hatte die Initiative, die den Austritt forderte, zur Ablehnung empfohlen.

Dänikon ist damit noch die einzige im Spitalverband verbleibende Furttaler Gemeinde. Die anderen sechs Gemeinden – Regensdorf, Buchs, Hüttikon, Dällikon, Boppelsen und Otelfingen – haben den Austritt beschlossen oder bereits vollzogen. Im Spitalverband verbleiben somit noch elf Gemeinden. Neben Dänikon sind dies Aesch, Birmensdorf, Dietikon, Geroldswil, Oberengstringen, Oetwil, Schlieren, Unterengstringen, Urdorf und Weiningen.

Wenig Einfluss als Begründung

Eine wichtige Rolle bei den Austrittsentscheiden der Furttaler Gemeinden spielte die geringe Verbundenheit mit dem Spital. Der Dälliker Gemeinderat beispielsweise schrieb in seinem Antrag: «Aufgrund der Entstehungsgeschichte und der geografischen Distanz ist aber die Verbundenheit der Gemeinde Dällikon mit dem Limmattalspital nicht mit derjenigen der Limmattaler Gemeinden zu vergleichen.» Die Beziehung der Furttaler Gemeinden zum Spital Limmattal glich seit je her eher einer Zweckehe denn einer glücklichen Liebe.

In Dänikon begründeten die Initianten ihren Vorstoss damit, dass angesichts des bescheidenen Mitspracherechts – einer von 25 Delegierten – und der faktischen Defizithaftung, für die Gemeinde Dänikon keine Vorteile eines Verbleibs im Verband ersichtlich seien. Zudem falle der vorzeitige Austritt per Ende 2013 mit dem voraussichtlichen Austrittstermin weiterer Furttaler Gemeinden zusammen. Dies erlaube dem Spitalverband einen geordneten Übergang und vermeide, dass bevorstehende Entscheide grosser Tragweite von den austretenden Gemeinden mitgetragen werden müssten.

Erst seit 2003 dabei

Der Gemeinderat wies unter anderem darauf hin, dass Dänikon bei einem Verbleib im Zweckverband weiterhin aktiv über die Gesundheitsversorgung in der Region mitbestimmen könne. Dass die Qualität stimme, zeigten die vielen zufriedenen Patientinnen und Patienten. Zudem sei das Spital Limmattal ein wichtiger Arbeitgeber und Ausbildungsplatz.

Die Furttaler Gemeinden sind erst spät zum seit 1958 bestehenden Zweckverband gestossen. Ihre Aufnahme trat auf den 1. Januar 2003 in Kraft. Der Beitritt der Furttaler Gemeinden ging auf die vom Regierungsrat verordnete Strukturbereinigung im Spitalwesen zurück, wodurch Überkapazitäten abgebaut werden sollten. So wurde das bisherige Spital, das Akutspital Dielsdorf, von der Gesundheitsdirektion von der Spitalliste gestrichen und die Furttaler Gemeinden 1999 dem Limmattal zugeteilt. Die anderen 15 Gemeinden des Bezirks Dielsdorf wurden dem Spital Bülach zugeteilt.

Die Neuregelung der Spitalfinanzierung hat die Rahmenbedingungen für die Gesundheitsversorgung nun aber radikal verändert. Mit dem seit 2012 gültigen Spitalplanungs- und -finanzierungsgesetz ist es Gemeinden freigestellt, an einem Spital beteiligt zu sein. Davon haben sechs der sieben Furttaler Gemeinden Gebrauch gemacht und dem Spital Limmattal den Rücken gekehrt. Auch der Urdorfer Gemeinderat erwog einen Austritt. Die Gemeindeversammlung entschied sich aber gegen den Antrag des Gemeinderates. Mit dem Entscheid aus Dänikon dürfte die Austrittswelle nun abgeebbt sein.