Allein auf weiter Flur war die SP in der Sitzung des Dietiker Stadtparlaments vor einer Woche: Alle anderen Fraktionen waren sich einig, der Stadtrat solle die Planung des neuen Stadtteils Niderfeld ohne den ungeliebten Logistikterminal Gateway vorantreiben. Die SP hingegen stimmte gegen das Ansinnen, das von CVP-Gemeinderat Gabriele Olivieri vorgebracht worden war. «Der Gateway kommt sowieso», sagte Gemeinderat Peter Wettler. Zudem sei die Verlagerung der Transporte von der Strasse auf die Schiene wünschenswert.

Nun greift Wettler das Thema nochmals in einem Postulat auf. Diesmal jedoch stellt auch er sich auf den Standpunkt, der Stadtrat solle im Niderfeld ohne Gateway planen – aber auch ohne irgendein anderes Logistikterminal.

Wettler fordert Gleichbehandlung

Konkret geht es Wettler dabei um das geplante Logistikterminal der Dietiker Transportfirma Planzer. Deren Hauptsitz ist heute im Silbern-Quartier, soll aber ins Niderfeld verlegt werden. Nachdem sich verschiedene Organisationen und Behörden der Stadt Dietikon «mit Händen und Füssen» gegen den Gateway wehrten, müsse man den gleichen Massstab wohl auch für das Planzer-Projekt anwenden, schreibt Wettler in seiner Begründung. Vor allem, wenn man bedenke, dass der von den SBB Cargo geplante Gateway geschätzte 120 Lastwagenfahrten pro Tag auslösen würde, während man beim Planzer-Terminal mit 220 Lastwagenfahrten rechnen könne. «Das würde nur der rechtsstaatlichen Gleichbehandlung entsprechen», so Wettler. Doch auch weitere Logistikterminals wären unerwünscht und würden «zu vehementen Protesten der Bevölkerung führen», ist sich Wettler sicher.

Sollte der Stadtrat die Ansicht vertreten, die 120 Lastwagen der SBB seien ein höheres Unfallrisiko und würden mehr Immissionen verursachen als die 220 Planzer-Lastwagen, schreibt Wettler, «dann wäre ich für eine Begründung dieser Ansicht froh und dankbar».

Die Wahrscheinlichkeit, dass sich der Stadtrat gegen die Pläne Planzers stellen wird, ist indes klein. Schon Ende 2012 forderte AL-Gemeinderat Ernst Joss die Exekutive auf, das Planzer-Terminal zu bekämpfen. Doch der Stadtrat wollte das Postulat aber nicht übernehmen. Stadtpräsident Otto Müller (FDP) erklärte, moderne Logistik sei an so einem Standort auch ökologisch sinnvoll. Zudem wolle man Planzer als Dietiker Traditionsfirma in der Gemeinde eine Zukunft zu ermöglichen.