Oberengstringen
Nun wehrt sich der FC Engstringen

Der Verein plant einen Sponsorenlauf — falls die Bevölkerung die Erneuerung der Sportanlage Brunewiis an der Urne genehmigt.

Florian Niedermann
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Der Fussballplatz würde gemäss Vorlage in ein Natur- und ein Kunstrasenfeld aufgeteilt. Doch auch andere Vereine könnten von der Sanierung profitieren.

Der Fussballplatz würde gemäss Vorlage in ein Natur- und ein Kunstrasenfeld aufgeteilt. Doch auch andere Vereine könnten von der Sanierung profitieren.

Florian Niedermann

Vor der Urnenabstimmung über die Sanierung und Neugestaltung der Schulsportanlage Brunewiis in Oberengstringen am 6. Juli steht der Fussballklub Engstringen (FCE) in der Kritik der Gegner des Projekts — dem Politischen Forum Engstringen und der FDP.

Ihr Vorwurf: Der FCE habe «nicht den Willen gezeigt», sich als Hauptnutzniesser an der Finanzierung des Kunstrasenplatzes zu beteiligen, der Teil der 3,76-Millionen-Vorlage ist. Auch habe der Verein es versäumt, einen Sponsorenlauf zu organisieren, um sein Engagement zu signalisieren. Nun reagiert der FC: «Wir sagten schon immer, dass wir den Kunstrasenplatz mit den maximalen finanziellen Mitteln, die wir aufwenden können, unterstützen», sagt Nicolas Beck, der bis im vergangenen September als Vereinspräsident amtete.

Dass dies reichlich unkonkret klingt, streitet er nicht ab. Man habe sich nicht auf einen konkreten Betrag festlegen wollen, bevor man wisse, dass man diesen auch aufbringen könne, sagt Beck. Letzte Woche erklärte FC-Präsident Reto Keller, dass man den Unterhalt des Kunstrasenplatzes finanzieren würde.

Der Verein verfügt nach seinen Angaben über eine Rückstellung aus Erträgen eines Sponsorenlaufs, die für eine neue Lichtanlage auf dem Fussballplatz Brunewiis hätte verwendet werden sollen. Die Lichtanlage wurde allerdings nicht gebaut, weshalb der FCE das Geld nun für eine Beteiligung am Kunstrasenplatz verwenden will, wie Beck erklärt: «Dazu planen wir bereits jetzt wieder einen Sponsorenlauf, um zusätzliche Mittel auftreiben zu können.» Eine weitere Möglichkeit, um finanzielle Mittel zu generieren, sieht die Vereinsleitung darin, Quadratdezimeter des Platzes — symbolisch — zu verkaufen. «Aber erst wenn ein positiver Urnenentscheid fällt, werden wir in dieser Hinsicht umgehend aktiv», so Beck.

FCE: «Beteiligung ist fair»

Zuletzt verlief die öffentliche Debatte vor allem zwischen den Gegnern der Vorlage und dem Unterengstringer Gemeinderat. Peter Trombik (FDP), Gemeindepräsident in Unterengstringen, wehrte sich gegen die Vorwürfe der FDP-Oberengstringen und des politischen Forums, die von der Gemeinde in Aussicht gestellte Beteiligung am Kunstrasenplatz sei «absolut ungenügend». Unterengstringen will im Fall einer Realisierung ein Drittel der insgesamt 1,8 Millionen Franken verzinsen.

Bereits an der Gemeindeversammlung vom November stand die Frage im Raum, ob der Anteil von einem Drittel der Mitgliederverteilung im FCE gerecht wird. Beck sagt: «Wir haben in unserer Juniorenabteilung schon seit Jahren ein Verhältnis von 1 zu 3, was den Anteil an Unterengstringer und Oberengstringer Mitgliedern betrifft.» Der FC sei stolz darauf, die Unterengstringer Behörden bereits bei den ersten Anstrengungen für einen Kunstrasenplatz im Jahr 1995 mit ins Boot geholt zu haben, erklärt er. «Und es ist schön, zu sehen, dass die Gemeinde ihr Wort halten will.» Von der aktuellen politischen Debatte distanziert sich der FC klar: «Wir wollen sachlich argumentieren. Emotionale Stimmungsmache, wie wir sie derzeit erleben, ist einer Gemeindepolitik nicht würdig», sagt Beck.

Die Gegner des Projekts störten sich auch daran, dass der neue Fussballplatz eingezäunt wird. Dadurch sei er der Öffentlichkeit nicht frei zugänglich, so die Befürchtung. Beck winkt ab: «Klar sind wir die Hauptnutzniesser. Aber ob die Gemeinde den Platz öffentlich zugänglich macht, ist eine Frage des Betriebsreglements.» Er als Stimmbürger setze sich dafür ein, dass der Kunstrasen allen offen stehe. Der Zaun würde vor allem deshalb aufgestellt, weil auf den Bodenbelag keine Tierfäkalien gelangen dürften.

Doch was wären die Konsequenzen eines Neins an der Urne für den Fussballklub? «Wir würden mit unserer sehr eingeschränkten Infrastruktur weitermachen müssen», sagt Beck. Weil die umliegenden Fussballvereine diesbezüglich weit mehr zu bieten hätten, sei damit aber auch das Risiko verbunden, dass der FCE Junioren verlieren würde.

«Ein traumhaftes Projekt»

Trotz aller Widerstände, die sich gegen die Sanierung der Sportanlage — und vor allem den Kunstrasenplatz — formierten, bezeichnet Beck die Abstimmungsvorlage als «traumhaftes Projekt» — besonders, nachdem auch der Turnverein Engstringen in die Erweiterungsplanung miteinbezogen worden sei. «Wird der Sportplatz so saniert, wie vorgesehen, profitieren nicht nur der Turnverein und wir, sondern auch die Schule oder der Volleyballklub davon», erklärt er. Die Vereine kämen sich so näher und der Breitensport werde gefördert. Die Stimmbürger müssten entscheiden, ob sie bereit sind, die Kosten dafür zu tragen, so Beck: «Ich hoffe aber, dass sie nicht vergessen, dass wir eine wichtige Rolle in der Integrationspolitik spielen, und beim persönlichen Entwicklungsprozess unserer Junioren viel soziale Verantwortung zeigen.»