Urdorf
Nun steht fest: Die Kantonsschule Limmattal wird erweitert

In einem Jahr will der Kanton einen Wettbewerb für einen Erweiterungsbau lancieren.

Alex Rudolf
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Geht es nach den Plänen des Regierungsrates, soll die Erweiterung der Kantonsschule Limmattal in Urdorf bis ins Jahr 2022 realisiert werden.

Geht es nach den Plänen des Regierungsrates, soll die Erweiterung der Kantonsschule Limmattal in Urdorf bis ins Jahr 2022 realisiert werden.

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Die Kantonsschule Limmattal (KSL) soll ausgebaut werden, eine Mittelschule im Knonaueramt in Affoltern am Albis ist damit vom Tisch. Dies gab der Regierungsrat gestern bekannt. Da der Kanton ab dem Jahr 2020 steigende Schülerzahlen für sämtliche Kantonsschulen erwartet, sieht er den Bau von drei neuen Schulen bis ins Jahr 2040 vor. Für das Gebiet Limmattal und Knonaueramt prüfte der Kanton einerseits den Bau einer neuen Mittelschule in Affoltern am Albis und andererseits die Erweiterung der Kantonsschule Limmattal.

Dass der Kanton nun die Variante mit der Erweiterung der KSL weiterverfolgt, hat mehrere Gründe. Wie Wolfgang Annighöfer, Leiter Bauten und Finanzen der kantonalen Bildungsdirektion, erklärt, werden bis im Jahr 2040 rund 330 Schüler für das Knonaueramt erwartet — zu wenig für den Bau einer neuen Schule. «Dies entspricht in etwa 14 bis 15 Klassen, was deutlich unterhalb der Grenze der erforderlichen Mindestschülerzahl von 600 Schülerinnen und Schülern liegt», sagt er.

Weiter habe sich gezeigt, dass ein Ausbau der KSL weniger Fläche in Anspruch nehme, als die Erstellung eines zusätzlichen Standorts in Affoltern am Albis. Der Kanton verfügt unmittelbar neben dem Gelände der KSL über eine Baulandreserve im Finanzvermögen. «Diese Variante hat sich als die eindeutig bessere erwiesen», so Annighöfer.

Kostenpunkt: 50 Millionen Franken

Mit dem regierungsrätlichen Entscheid wurde gestern die Entwicklung einer Vorstudie zum Projekt lanciert. Laut Wolfgang Annighöfer, beinhaltet diese ein Raumprogramm sowie eine grobe Kostenschätzung. Heute geht der Kanton aufgrund von Erfahrungswerten davon aus, dass der Bau einer Erweiterung rund 50 Millionen Franken kostet. Als Nächstes folgt der Architekturwettbewerb, der laut Annighöfer voraussichtlich im Frühling 2016 ausgeschrieben werden kann. Bis ins Jahr 2022 soll das Projekt realisiert sein. Bis in einem Jahr müssten nebst dem konkreten Projekt auch die politischen Rahmenbedingungen geschaffen werden. Dies bedeutet, dass die Parzelle, auf der die Erweiterung geplant ist, in eine Zone für öffentliche Bauten umgewandelt werden muss.

Nun kann auch die Aula kommen

Werner De Luca, Rektor der KSL, ist hocherfreut darüber, dass der Regierungsrat einen Entscheid gefällt hat: «Nun besteht keine Ungewissheit in Bezug auf die Weiterentwicklung der KSL mehr.» Damit meint De Luca bewilligte Projekte wie den Bau einer Aula oder den Ersatz der beiden Turnhallenprovisorien. Deren Realisierung wurde wegen der Aussicht auf einen Erweiterungsbau aufgeschoben. «Wir warten seit dem Jahr 1990 auf eine Aula und den Ersatz der Turnhallenprovisorien.»

Auch Brigitta Johner, FDP-Kantonsrätin und Mitglied der Schulkommission der KSL, lobt den Entscheid der Exekutive. «Die Kantonsschule muss eine angemessene Grösse haben, um ein breit gefächertes Bildungsangebot bereitstellen, alle Profile anbieten zu können.» Gegen die Pläne des Regierungsrates erwartet Johner keinen grossen Widerstand aus dem Kantonsrat, da es sich um einen vernünftigen Entscheid handle.

Ein Ausbau der Kantonsschule Limmattal ist schon lange auf der politischen Agenda. Letztmals sorgte das Thema an der Richtplandebatte vom vergangenen März für rote Köpfe. Der Änderungsantrag von Willy Haderer (SVP, Unterengstringen), der beinhaltete, dass ein Ausbau der Kantonsschule in Urdorf im kantonalen Richtplan aufgenommen werden soll, wurde trotz Opposition aus dem Knonaueramt angenommen.

Hans Läubli (Grüne, Affoltern) sprach von einem falschen Zeichen, das gesetzt würde. Er stemmte sich mit Teilen der SP gegen den Richtplaneintrag. Gestern zeigte er sich überrascht vom Entscheid der Kantonsregierung: «Es ist unsinnig, die Kantonsschule Urdorf auszubauen. Im Sinne einer Dezentralisierung, die den öffentlichen Verkehr entlasten würde, gehört eine neue Schule nach Affoltern», so Läubli. Wie er gegen die Pläne des Regierungsrates ankämpfen will, weiss er bereits jetzt. «Einen Kreditantrag im Kantonsrat werde ich bekämpfen.»

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