Die Festrede zum Thema «Übergang und Identität» hielt Markus Dieth, Fachpsychologe für Laufbahn- und Personalpsychologie.

«Täusche ich mich, dass wir uns alle nach dem eigenständigen Profil einer unverwechselbaren Persönlichkeit sehnen – paradoxerweise aber nichts mehr fürchten als die Aussenseiterrolle?», fragte Dieth zu Beginn. In der Anonymität der Masse zu verschwinden, sei den meisten ein Gräuel. Daher sei Individualität gefragt. «Individualität ist die Antwort auf die Frage: Wer bin ich», sagte der Fachpsychologe. Einerseits sei es die persönliche Erkenntnis, von Tag zu Tag, durch Lebensabschnitte hindurch der Gleiche zu sein. Dies setze hingegen voraus, dass der junge Mensch eine Vorstellung von sich selber habe.

Schritte in den Nebel wagen

«Wer auf die andere Seite des Flusses schwimmen will, muss das vertraute Ufer verlassen», sagte Markus Dieth, «und nur die Hand, die loslässt, kann Neues empfangen.» Damit kam der Redner auf den Begriff «Übergänge» zu sprechen. So beinhalteten Übergänge auch das Risiko des Scheiterns. «Im Leben voranzuschreiten bedeutet, Schritte in den Nebel zu wagen, beseelt von Wünschen und Zuversicht, jedoch ohne zu wissen, was auftauchen wird», betonte der Vortragende.

Abschliessend meinte der Festredner: «Der heutige Übergang bedarf eines kalibrierten Kompasses, der euch den Weg entlang eurer Mündigkeit und Reife weist.» Und Dieth weiter: «Unabhängig davon, ob ihr auf Reisen geht, Militärdienst leistet, studiert, jobbt oder chillt: Nun müsst ihr einstehen für die eigenen Werte. Denn eine erstarkte Identität trägt euch auch in verrückten Zeiten und solchen, die ein Scheitern mit sich bringen.»

Die besten Arbeiten gewürdigt

Anschliessend bat Prorektor Andreas Messmer die Klassen mit ihren Lehrern auf die Bühne, wo ihnen Rektor Werner De Luca persönlich das Maturitätszeugnis übergab. Strahlend hielten es die Maturandinnen und Maturanden in den Händen. Anschliessend würdigte Schulkommissionsmitglied Marie-Thérèse Miller die besten Maturitätsarbeiten. Viel Freude bereiteten auch die Musikeinlagen. Vor allem der selber komponierte und geschriebene Song «Let me go» von Natascha Polke aus Mettenstetten war ein Highlight der Maturfeier. Anschliessend zogen die Maturae und Maturi mit ihren Familien und Freunden ins Foyer zum Apérobuffet.