Alle Kinder sitzen an ihren gekennzeichneten Plätzen. Auf den Tischen stehen schon Teller mit Früchten und Gemüse. Nach und nach dürfen sich die Kinder in die Reihe stellen und sich ihr Mittagessen — heute Spaghetti Napoli oder Carbonara — holen. Dieses Prozedere ist für die Kinder nichts Neues, im Gegensatz zu den Räumen.

Seit Beginn des neuen Schuljahres befindet sich der Mittagstisch der Primarschule Schlüechti nämlich in einem Provisorium. «Wir haben jetzt viel mehr Platz und die Räume sind viel heller», schwärmt Bernadette Sennrich, die Leiterin des Mittagstisches. Zuvor mussten sie sich mit einem kleinen Raum begnügen, der den wachsenden Kinderzahlen nicht mehr gerecht wurde. «Manchmal mussten wir bis zu 55 Kinder unterbringen. Dafür war der Raum viel zu klein», sagt Sennrich. Jetzt befindet sich dort ein Kindergarten mit elf Kindern, für den diese Grösse perfekt sei.

In den neuen Räumen könnten die Mitarbeiterinnen nun viel besser auf die Bedürfnisse der Kinder eingehen. «Durch die helle, freundliche Atmosphäre können sie sich eher wie zu Hause fühlen», ist sich Susanne Zwahlen Frey, Leiterin der Schulverwaltung, sicher. Ausserdem sei die Küche am alten Ort viel zu klein und unmodern gewesen. «Jetzt haben wir ein grosszügiges Küchensystem auf dem neuesten Stand und sogar einen Koch», so Schulpflegerin Brigitte Schai.

Das Provisorium kann sich auch von aussen sehen lassen..

Das Provisorium kann sich auch von aussen sehen lassen..

Den Kindern schmeckt es

Auf frisches und gut zubereitetes Essen werde viel Wert gelegt. Das scheinen auch die Kinder zu merken. «Das Essen schmeckt noch besser als vorher!», sagt die 12-jährige Nina. Auch die anderen Kinder sind begeistert vom Provisorium. «Die Räume sind viel grösser und deshalb ist es auch nicht mehr so heiss», sagen Fabiana und Fabienne, beide 12 Jahre alt. Auch der neunjährige Ryan sieht einen Vorteil: «Jetzt kann ich mit meinen Freunden jederzeit ‹töggele›, da der Tisch im gleichen Raum ist.»

Den Kindern wird nicht nur ein warmes Mittagessen, sondern auch eine Blockzeitenbetreuung geboten: Kinder, die später zur Schule müssen oder früher Schluss haben, können ihre freie Zeit im Provisorium verbringen. Auch nachmittags stehen den Kleinen die Türen bis 18 Uhr offen. Ausser mittwochs, da ist um 13.30 Uhr Schluss.

Mit dem Mittagstischprovisorium alleine ist es aber noch nicht getan. «Geplant ist ein Erweiterungsbau für das Schulhaus. Da wird aber erst noch ein längerer politischer Prozess auf uns zukommen», so Schai. Zuerst müsse entschieden werden, wo und was im Dorf gebaut wird, erst dann könne man die Planung des Erweiterungsbaus in Angriff nehmen. Wenn dieser dann steht, sollen alle Zusatzstrukturen — wie etwa die Bibliothek oder eben auch der Mittagstisch — darin ihren Platz finden.

Momentan rechnet Schai damit, dass das Provisorium etwa zehn Jahre lang in Betrieb sein wird. Deshalb sei der Bau mit Kosten von 1,2 Millionen Franken auch eher teuer gewesen. «Ein provisorischer Bau, der mehr als drei Jahre stehen soll, muss höheren Anforderungen genügen. So musste beispielsweise ein besseres Heizsystem eingebaut werden. Dadurch entstanden natürlich Mehrkosten», erklärt Mario Okle, Präsident der Schulpflege.