Dietikon
Nun ist der Einsatz für Toleranz sogar preisgekrönt

Dialog-Gruppe Christentum–Islam gewinnt beim Wettbewerb «Freiwilligenarbeit sichtbar» den zweiten Preis und wird damit für den unermüdlichen Einsatz belohnt

Christian Murer
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Monika Hemri und Cennet Sönmez von der Dialog-Gruppe nach der Preisübergabe.

Monika Hemri und Cennet Sönmez von der Dialog-Gruppe nach der Preisübergabe.

Christian Murer

Die Kommission Freiwillige des Kantonalen Seelsorgerates führte zum zweiten Mal einen Wettbewerb zum Thema «Freiwilligenarbeit sichtbar» durch. Genau 15 Projekte gingen diesmal ein. Zehn davon konnten die nominierten Kandidatinnen und Kandidaten bei der Preisvergabe im Centrum 66 in Zürich persönlich präsentieren.

Fussball verbindet

Der zweite Preis mit 3000 Franken dotiert ging an die Dialog-Gruppe Christentum–Islam aus Dietikon. Dort machen Muslime mittlerweile weit über 10 Prozent der Bevölkerung aus. Das Ziel der Gruppe: Durch den Dialog Gräben und Vorurteile überwinden und zu einem respektvollen Miteinander finden. In der Dialog-Gruppe treffen sich Christen und Muslime seit einigen Jahren regelmässig im Märtkafi, im Erzähl-Café für Frauen, bei gemeinsamen Ausflügen, an Podiumsgesprächen sowie bei gegenseitigen Einladungen in die beiden christlichen Kirchen oder in die Moschee. So haben unter anderem vor zwei Jahren während der Fussball-Europameisterschaft ebenso türkische und Schweizer Fans auf dem Kirchplatz friedlich und völkerverbindend gemeinsam Spiele verfolgt.

Hinter der Dialoggruppe stehen die reformierte und katholische Kirche, die islamische Glaubensgemeinschaft sowie die Stadt Dietikon. Dazu sagt Priska Alldis, Integrationsbeauftragte von Dietikon: «Es freut mich riesig, dass unsere Dialog-Gruppe an diesem Wettbewerb den zweiten Platz gewonnen hat.» Es sei für sie eine Bestätigung, mit dieser wichtigen Arbeit im Dienste von Verständnis und Akzeptanz weiterzufahren.

Cengiz Yükseldi, einer der Begründer der Dialoggruppe ergänzt: «Dieses Preisgeld, das wir für unsere Arbeit sehr gut gebrauchen können, zeigt uns allen, dass wir auf dem richtigen Weg sind.» Die Auszeichnung sei nicht «nur» ein Zeichen von gelebter Toleranz, sondern ebenso von Akzeptanz.

Stadtführung im Dezember

Übrigens: Der nächste Anlass der Dialog-Gruppe ist eine öffentliche Stadtführung in Zusammenarbeit mit dem Stadtverein Dietikon am 13. September. Auf dem Programm stehen der Besuch der reformierten Kirche mit Ausflug auf den Turm, eine Visite der katholischen Kirche mit einem Blick hinter die Orgel und der Moschee an der Bergstrasse.

Den Wettbewerb «Freiwilligenarbeit sichtbar» hat die Werkstätte Laurentius der Pfarrei Maria Lourdes in Zürich-Seebach gewonnen.

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