Spital Limmattal
Nun ist auch die Onkologie im «Limmi» zurück

Mit der Reintegration der ambulanten Onkologie ist der Strategiewechsel auch im medizinischen Bereich abgeschlossen. Das «Limmi» erbringt wieder alle Kernleistungen selbst.

Jürg Krebs
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Strahlenbehandlung Die ambulante Onkologie wird wieder vollständig ins Spital Limmattal integriert.

Strahlenbehandlung Die ambulante Onkologie wird wieder vollständig ins Spital Limmattal integriert.

Keystone

Im Frühjahr kaufte das Spital Limmattal die Orthopädie zurück, per 1. Januar 2014 wird auch die ambulante Onkologie wieder vollständig ins Spital Limmattal reintegriert. Damit werden im kommenden Jahr beide Kernleistungen wieder vom Spital selbst angeboten und nicht mehr in Zusammenarbeit mit privaten externen Leistungserbringern. Dies gab die Spitalleitung gestern bekannt. Hintergrund der Massnahme ist ein Strategiewechsel der Spitalleitung, die nicht mehr auf Teilprivatisierung setzt.

Onkologie ist wirtschaftlich wichtig

Dies aus ganz handfesten Gründen. Sowohl mit der Onkologie als auch mit der Orthopädie kann das Spital Geld verdienen und so ein breites Leistungsangebot mitfinanzieren. Laut Spitaldirektor Thomas Brack ist das Spital Limmattal gross genug, um eine breite Palette medizinischer Behandlungen anbieten zu können. Die Institution sei aber auch klein genug, sodass eine interdisziplinäre Zusammenarbeit sehr gut funktioniere. Dies tut sie laut Brack umso besser, wenn Orthopädie und ambulante Onkologie in die Spitalstrukturen integriert sind.

Neuorganisation abgeschlossen

Vor zwei Jahren war auch das MRI, das zuvor aus gesetzlichen Gründen in eine separate Firma ausgelagert war, in die Spitalorganisation aufgenommen. Weitere Reintegrationen sind laut Brack nicht geplant.

Bislang wurde die ambulante Onkologie am Spital Limmattal von der Onkologin Heidi Dazzi unter dem Namen Tucare - einem Ambulatorium für Tumor- und Bluterkrankungen - geführt. Anders als bei der Orthopädie gelang es der Spitalführung nicht, das Tucare-Team in die Spitalorganisation zurückzuholen. Dazzi wird das Spital Limmattal deshalb verlassen und in Dietikon eine private Praxis eröffnen. Eine Zusammenarbeit wird angestrebt.

Die ambulante Onkologie am Spital Limmattal wird wieder in die von Chefarzt Basil Caduff geführte Medizinische Klinik eingebunden. Die beiden neuen Leitenden Ärzte Claudia Papet und Ludger Kneuper werden das Spezialgebiet fachlich und personell führen. Obwohl das Team erst auf das neue Jahr startet, wird ein Teil des Personals bereits im Dezember seine Arbeit aufnehmen, um eine lückenlose Kontinuität zu gewährleisten.

Das leitende Duo Papet/Kneuper

Claudia Papet studierte an der Universität Zürich und erwarb dort den Facharzttitel für Innere Medizin und Medizinische Onkologie. Sie war als Assistenzärztin am Uni-Spital wie am Spital Limmattal tätig. Nach einem Auslandaufenthalt als Gastärztin in einem Londoner Spital arbeitete sie als Oberärztin der Onkologischen Klinik am Kantonsspital Aarau.
Ludger Kneuper studierte an der Universität Freiburg (D), wo er den Facharzttitel für Innere Medizin und Hämato-Onkologie erwarb. Zudem besitzt er einen Schwerpunkttitel in Palliativmedizin und Notfallmedizin. Er war Assistenz- und Oberarzt in deutschen Kliniken, bevor er als Oberarzt im Paracelsus-Spital in Richterswil tätig wurde.