Schlieren

Nun entscheidet Parlament über neuen Stadtsaal

Wo heute der Kiesplatz ist, soll dereinst ein Stadtsaal entstehen.

Wo heute der Kiesplatz ist, soll dereinst ein Stadtsaal entstehen.

Platz für einen Biergarten und einen Saal mit 600 bis 750 Plätzen: So soll der Zentrumssaal werden.

Nun steht fest, welche Anforderungen Schlieren an seinen neuen Stadtsaal im Zentrum stellt. Westlich vom neuen Zentrumsplatz, für den die Schlieremer vergangenes Jahr rund 8 Millionen Franken gesprochen haben, soll ein neues Zentrum für kulturelle und gesellschaftliche Anlässe entstehen. Gestern veröffentlichte der Stadtrat den Kreditantrag zuhanden des Gemeindeparlamentes für die Durchführung eines Architekturwettbewerbs. Dieser wird die Stadt voraussichtlich knapp 900 000 Franken kosten.

Ein spezielles Augenmerk fällt dabei auf das vom Stadtrat entworfene Raumprogramm. Dieser Entwurf diente der Kostenplanung des Wettbewerbs. Neben einem Hauptsaal, der ein- bis zweimal unterteilbar ist und Platz für 600 bis 750 Zuschauer bietet, will der Stadtrat auch eine Bühne mit Seitenbühne. Hinzu kommen Künstlergarderoben, ein Foyer mit Bistro und Aufwärmküche und Kühlraum sowie Sitzungsräume. In der Tiefgarage des Stadtsaal-Baus verlangt der Stadtrat Platz für 90 Fahrzeuge. Von den Architekturteams wird ebenfalls ein Entwurf für die Umgebungsgestaltung verlangt. Rund um den Bau soll dereinst Platz für einen Biergarten und die Durchführung von Märkten geschaffen werden.

Kommissionen reden mit

Vorbehältlich der Zustimmung des Gemeindeparlaments zum Kredit wird die Planungskommission bereits mit der Wettbewerbsausschreibung beauftragt. Im Rahmen derer wird sich das Raumprogramm jedoch noch konkretisieren. Aus den künftigen Nutzern des Saals wurden verschiedene Arbeitsgruppen gebildet, um die Bedürfnisse noch genauer zu definieren.

Doch es gibt noch weitere offene Fragen. Mitte April lancierte die Schlieremer CVP-Fraktion eine Motion, worin sie verlangt, dass der Stadtsaal und das an der Badenerstrasse geplante Alterszentrum gemeinsam auf demselben Grundstück im Zentrum realisiert werden. Unter anderem argumentieren die Christdemokraten damit, dass mit dieser Lösung mehr Grünfläche für den Stadtpark übrig bleibe, Baukosten gespart würden und Synergien genutzt werden könnten. So soll in der Ausschreibung des Architekturwettbewerbs auch eine Variante mit Alterszentrum von den Teams verlangt werden.

Davon ist in der Weisung jedoch nichts zu lesen. «Dies ist so, weil der CVP-Vorstoss noch nicht im Parlament behandelt wurde. Für diese Vorlage ist er daher noch nicht relevant», sagt Finanzvorsteherin Manuela Stiefel (FDP) auf Anfrage. Doch sei es, sagt sie weiter, der optimale Zeitpunkt, ein solches Anliegen zu lancieren. «Denn eine allfällige Überweisung der Motion durch das Parlament hätte tiefgreifende Konsequenzen für die weiteren Planungsschritte der Wettbewerbe von Stadtsaal und Alterseinrichtung.» Voraussichtlich werde erst die CVP-Motion im Parlament behandelt, dann die beiden Kreditanträge für die Wettbewerbe. «Das Parlament wird sich demnächst mit diesen drei Vorlagen auseinandersetzen und kann so die Weichen stellen», sagt Stiefel.

Volk könnte 2019 abstimmen

Bezüglich der Baukosten rechnet die Stadt mit einem Betrag von 35 Millionen Franken. Dieser soll jedoch vollumfänglich von einem Investor finanziert werden, da die tragbare Belastung der Stadtkasse mit den diversen Bauprojekten erreicht sei. Ist der Bau erst erstellt, rechnet die Stadt mit Miet- und Betriebskosten von jährlich 1,9 Millionen Franken, die einem Ertrag von Saalmieten und Baurechtszinsen von gut 700 000 Franken gegenübersteht.

Nach der Genehmigung des Kredits soll es Schlag auf Schlag gehen. Noch in diesem Jahr soll der Wettbewerb ausgeschrieben werden, sodass dem Gemeindeparlament Ende 2018 ein Projektierungskredit vorgelegt werden kann. Bereits Mitte 2019 könnte dann eine Volksabstimmung folgen, bei der die Schlieremer über den Kredit für den Innenausbau befinden können.

Ein Stadtsaal als Treffpunkt für gesellschaftliche und kulturelle Anlässe gehöre zur notwendigen Infrastruktur einer Stadt, schreibt die Exekutive in ihrer Weisung. Dies sehen auch bedeutende Schlieremer Vereine so. Erst Mitte März feierte das Komitee «Pro Stadtsaal Schlieren» seine Gründung. Darin sitzen Vertreter mitgliederstarker, städtischer Vereine wie der Harmonie Schlieren, EnventSchlieren und Freizeit Schlieren.

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