Birmensdorf

Nun entscheidet das Stimmvolk über das neue Schulhaus

Viel Platz für «Lernlandschaften»: Der Birmensdorfer Primarschulpräsident Ernst Brand zeigt das neue Schulhaus Haldenacher im Modell.

Viel Platz für «Lernlandschaften»: Der Birmensdorfer Primarschulpräsident Ernst Brand zeigt das neue Schulhaus Haldenacher im Modell.

Ursprünglich war das Projekt für den Schulhausneubau im Gebiet Haldenacher eine Notlösung. Mittlerweile hat es sich aber zur Wunschlösung gemausert.

In Birmensdorf wird in der Schule der Platz knapp: Die Primarschule rechnet bis ins Jahr 2020 mit rund 500 Schülern. Dafür reicht der vorhandene Schulraum nicht aus. Weil die Primarschulgemeinde ihren Platzmangel beheben will, wird das Stimmvolk am 8. März an die Urne gebeten. Es soll über einen Kredit von 13,7 Millionen Franken befinden, damit das Schulhaus Haldenacher neu gebaut werden kann.

Dazu soll der Landanteil im Wert von 3,2 Millionen Franken vom Finanz- ins Verwaltungsvermögen übertragen werden. Legt die Mehrheit der Bevölkerung ein Ja in die Urne, kann das neue Schulhaus voraussichtlich bereits auf das Schuljahr 2017/18 bezogen werden.

Mehr Platz für Lernzonen

Im neuen Schulhaus sollen zehn neue Klassenzimmer, Gruppenräume, ein Lehrerzimmer, ein Musikzimmer und ein Zimmer für Physiotherapie entstehen. Ursprünglich plante die Schulpflege einen Neubau, der das Schulhaus Reppisch ersetzen soll. Allerdings drohte der Kanton mit der Unterschutzstellung des Gebäudes, das aus dem Jahr 1959 stammt. Deshalb entschied sich die Schulpflege, nach einer Lösung an einem anderen Ort zu suchen. Und wurde schliesslich fündig: auf der benachbarten Parzelle im Haldenacher, die bereits der Schulgemeinde gehört.

Den Architekturwettbewerb für das neue Schulhaus gewann das Team Dürig AG aus Zürich, das seinen Entwurf, in Anlehnung an Stararchitekt Frank Lloyd Wrights Sommersitz im US-Bundesstaat Wisconsin, «Taliesin» nannte.

Die Notlösung hat sich am Ende gar zur Wunschlösung gemausert. Primarschulpräsident Ernst Brand betonte bei der Präsentation des Siegerprojekts im Januar, dass das gewählte Gebiet ein guter Standort sei und der Siegerentwurf in Zukunft eine flexiblere Schulraumplanung zulassen werde. Er lobte insbesondere die Raumanordnung des dreigeschossigen Gebäudes: «Weil die Fluchtwege geschickt angelegt sind, können die Korridore als Lernzonen und für Veranstaltungen genutzt werden.» Die Schulräume sind zudem um die Treppenhäuser angeordnet, was zusätzlichen Platz schafft und eine eigentliche «Lernlandschaft» zulässt, wie die Primarschulpflege es nennt.

Auch können die Gruppenräume, die zu den Schulzimmern gehören, teilweise zusammengelegt werden, was der Schule mehr Freiheit in Bezug auf ihre Nutzung verschafft. Dazu kommt ein Multifunktionsraum, der bei Bedarf in drei Schulzimmer aufgeteilt werden kann. Das Projekt Taliesin überzeugte die Jury darüber hinaus mit seinem Belichtungskonzept, das für alle Schulzimmer zwei in einer Ecke zusammenlaufende Fensterfronten vorsieht.

Im Juni des vergangenen Jahres bewilligte die Gemeinde den beantragten Projektierungskredit von 650 000 Franken für die Ausarbeitung des Bauprojekts. Sobald die Umsetzung des Schulhausneubaus beginnt, soll auch die Planung der Sanierung des Schulhauses Reppisch angegangen werden. Während der Sanierung werden sich die Gruppenräume und der Multifunktionsraum des neuen Schulhauses als besonders nützlich erweisen, da sie vielseitig genutzt werden können, erklärte Brand im Januar.

Geplant ist, dass die Kindergärtler nicht im neuen Schulhaus, sondern in den Schulhäusern Letten und Reppisch untergebracht werden. Diese beherbergen zudem Klassenzimmer, Räumlichkeiten für den Werk- und Handarbeitsunterricht und Tagesstrukturen sowie einen Mittagstisch und Aufenthaltsräume.

Schrebergärten werden ersetzt

Weichen müssen für das neue Schulhaus 31 Familiengarten-Pächter im Gebiet Haldenacher. Die Primarschulpflege hat ihnen auf Ende 2014 gekündigt. Doch sie werden nicht im Regen stehen gelassen. Peter Siegrist, Leiter des Birmensdorfer Bauamts, sagte im Januar: «Alle interessierten ehemaligen Pächter werden im westlichen Teil des Haldenachers einen neuen ‹Pflanzblätz› von rund einer Are Fläche bewirtschaften können.»

Meistgesehen

Artboard 1