Kahlschlag
Novartis schliesst ihren Standort in Schlieren: Im Bio-Technopark fallen 73 Forschungsstellen weg

Der Pharmakonzern Novartis baut seine Forschung um. Der Biotech-Bereich wird in Basel und Cambridge (USA) konzentriert. Die Standorte Schlieren und Shanghai werden daher geschlossen. In Schlieren verschwinden 73 Forschungsstellen.

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Über 70 Mitarbeitende verlieren am Standort Schlieren ihren Job. Erhalten sie in Basel eine neue Chance?
Novartis plant, den Standort in Schlieren ZH zu schliessen. 73 Mitarbeitende müssen nun um ihren Job bangen.

Keystone

Der Pharmakonzern Novartis schliesst im Rahmen seiner neuen Forschungsstrategie den Standort in Schlieren ZH. Bei der ESBATech in Schlieren, die vor allem in der Augenheilkunde forscht, gehen voraussichtlich 73 Stellen verloren. Auch die etwa 18-köpfige Biotech-Abteilung in Shanghai wird geschlossen.

Novartis will seine biotherapeutische Forschung künftig an zwei Standorten in Basel und Cambridge im US-Bundesstaat Massachusetts konzentrieren, wie Novartis-Sprecher Satoshi Jean-Paul Sugimoto gegenüber der Nachrichtenagentur sda sagte. Er bestätigte eine Meldung von Blick.ch. An den genannten Standorten gebe es bereits ein grosses Know-how im Biologikabereich.

Die Mitarbeitenden wurden am Mittwoch über die Pläne informiert. Nun läuft das Konsultationsverfahren an. Es sei geplant, 20 bis 25 neue Stellen im Biologics Center in Basel zu schaffen, sagte Sugimoto weiter. Zudem gebe es weitere offene Stellen im Novartis-Konzern, auf die sich die Mitarbeitenden bewerben könnten.

"Schwacher Trost"

Der Aufbau in Basel sei ein schwacher Trost, kommentierte die Gewerkschaft Syna in einer Mitteilung. Die angekündigte Standortschliessung passe nicht gut zur Parole von Novartis, die Innovation verstärken zu wollen. Es dränge sich der Verdacht auf, dass es sich um eine versteckte Sparübung handle, um der teuren Schweiz zu entfliehen. In Anbetracht der guten finanziellen Situation vonNovartis könne Syna dies nicht nachvollziehen.

Die Novartis-Tochter Alcon hatte das Biotechnologieunternehmen und Spin-Off der Universität Zürich ESBATech 2009 übernommen. Inzwischen ist ESBATech kein Teil von Alcon mehr. Anfang Jahr stellte Novartis die schwächelnde Augendivision neu auf. Alcon-Medikamente - auch von ESBATech - wurden in die Division Pharma transferiert. Bei Alcon verblieben die Bereiche Augenchirurgie sowie Kontaktlinsen und Kontaktlinsenpflege.

Institut für Tropenkrankheiten zügelt

Weiter plant Novartis nun, die Forschungsprogramme und Tätigkeiten seines Instituts für Tropenkrankheiten von Singapur nach Emeryville in Kalifornien zu verlegen.

Dieser Umzug ermögliche eine engere Zusammenarbeit mit dem Infektionskrankheiten-Forschungsteam, das bereits in Emeryville angesiedelt ist, und der Life-Sciences-Gemeinde im Grossraum San Francisco. Das Institut solle sich weiterhin auf die Erforschung neuer Arzneimittel gegen Malaria und andere vernachlässigte tropische Krankheiten konzentrieren.

Für Novartis ist das laufende Jahr ein Übergangsjahr. Im Juli hatte Novartis bereits seine Pharmasparte umgebaut und das Krebsgeschäft ausgegliedert. Die Sparte teilte sich damit in die beiden neu geschaffenen Geschäftseinheiten Novartis Pharmaceuticals und Novartis Oncology. Zudem dürften Investitionen in die Vermarktung potenzieller Blockbuster-Medikamente - die mehr als eine Milliarde Dollar Umsatz erzielen - den Gewinn dieses Jahr drücken.

Biotech: Die Wagistrasse 14, einer der Prestigebauten mit Labors und Büros.
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Bundesrat Kaspar Villiger in Schlieren. Besuch des Biotech Centers Zurich in Schlieren am 3. Juni 2003. Rede in der Sporthalle Unterrohr von der FDP-Kanton Zürich organisiert. Stadtpräsident Peter Voser. Besuch ders Labors der The Genetics Company.
Neurimmune an der Wagistrasse 13 in Schlieren - Michael Salzmann (links) und Jan Grimm (rechts) in einem der Labors - Gewinner ZKB Pioneer Award.
Forschung in Schlieren.
Forschung in Schlieren.
Forschung in Schlieren.
Leo Krummenacher ( Chef des GHZ Gerwerbe- und Handelszentrum Schlieren - Wagi-Besitzerin) 2009. und Mario Jenni ( GHZ-Verwaltungsrat und Präsident des Biotech-Center Zurich in Schlieren ) in einem neuen Labor im neuen Gebäude Wagistrasse 14 in Schlieren.
Bundesrat Kaspar Villiger in Schlieren. Besuch des Biotech Centers Zurich in Schlieren am 3. Juni 2003. Rede in der Sporthalle Unterrohr von der FDP-Kanton Zürich organisiert. Schlierens Stadtpräsident Peter Voser. Besuch des Labors der The Genetics Company.
Rita Fuhrer besucht den Biotech-Park.
Wolfgang Renner, CEO of Cytos Biotechnology AG. 2005.
Mario Jenni, Präsident Biotech Center Zürich, Rita Fuhrer, Regierungsrätin Kanton Zürich, Peter Voser, Stadtpräsident Schlieren, Walter Krummenacher, Geschäftsleiter Gewerbe- und Handelszentrum Schlieren.
Der damalige Bundesrat Pascal Couchepin besucht 2002 den Biotech-Park Schlieren.
Biotech Center Zürich-Schlieren im Wagiareal in Schlieren - August 2004.
Der damalige Bundesrat Pascal Couchepin besucht 2002 den Biotech-Park Schlieren.
Die damalige Zürcher Volkswirtschaftsdirektorin Rita Fuhrer und Bruno Oesch, Prionics-Gründer 2004

Biotech: Die Wagistrasse 14, einer der Prestigebauten mit Labors und Büros.

AZ

Der Bio-Technopark Schlieren wurde 2003 gegründet, obwohl schon seit den 1990er Jahren Forschungsteams der ETH im ehemaligen Areal der Wagon-Fabrik Schlieren tätig sind.

Heute zählt der Life-Science-Park über 40 Firmen und Organisationen, darunter zahlreiche Start-ups, sowie Spin-offs von ETH und Universität Zürich mit rund 20 Kliniken, Instituten und Forschungsgruppen. (sda/jk)