Für eine andere Lösung hat die Zeit nicht gereicht: Dietikon wird einen Grossteil der 50 zusätzlichen Asylbewerber, die sie ab 2016 betreuen muss, in der Zivilschutzanlage Oberdorf unterbringen. «Es war nicht möglich, innert so kurzer Zeit für derart viele Personen andere Möglichkeiten zu finden», sagt Sozialvorstand Roger Bachmann (SVP) auf Anfrage.

Nachdem der Kanton Anfang November die Aufnahmequote für die Gemeinden auf 2016 von 0,5 auf 0,7 Prozent der Gesamtbevölkerung angehoben hatte, suchte Dietikon fieberhaft nach einer geeigneten Liegenschaft. Vorzugsweise eine beheizbare Halle sollte es sein, um darin mehrere Wohneinheiten aufstellen zu können. Die Suche sei bislang aber erfolglos gewesen, sagt Bachmann.

Parallel dazu hat die Stadt als Notlösung den ehemaligen Sanitätsposten des Zivilschutzes an der Bremgartner-strasse zur Asylunterkunft umfunktioniert. Die letzten Vorbereitungen laufen laut Bachmann «auf Hochtouren». Im Moment werde die Elektrik ausgebaut, sagt Daniel Wenger, Leiter Zivilschutz Region Dietikon.

Aus Sicht des Zivilschutzes sei die Anlage danach vorbereitet. Vor dem Einzug der Asylbewerber wird die mit der Betreuung betraute ORS Service AG noch kleine Anpassungen vornehmen, wie Mediensprecher Roman Della Rossa sagt. Es sei noch nicht genau bestimmt, wie viele der 50 Asylbewerber, die im Januar nach Dietikon kommen, in der Anlage untergebracht werden. «Wir gehen von 40 Einzelpersonen aus.» Der Rest könne in bestehenden Liegenschaften platziert werden.

Laut Bachmann möchte die Stadt an der Unterbringung in einer Halle festhalten. Finde sich eine solche, werde der Einsatz von Holzhäuschen geprüft. Eigentlich hatte Dietikon geplant, mobile Ikea-Häuser zu verwenden. Diese Variante wurde aber aufgrund des ungenügenden Brandschutzes der Plastikhäuschen verworfen.

Als Alternative zu einer Halle kann sich Bachmann auch den Aufbau von Wohncontainern vorstellen. «Dazu bedürfte es allerdings eines geeigneten Grundstücks.» Neben baurechtlicher Aspekte spielten auch finanzielle Überlegungen eine Rolle. «In Anbetracht der aktuellen Finanzlage der Stadt stellt sich die Frage nach den Investitionskosten», sagt Bachmann. Egal welche Lösung zum Zuge komme – sie dürfe nicht zu einer zusätzlichen Belastung für die Stadt werden und müsse schnell realisierbar sein.