Schlieren
Nostalgie pur: Wo Oldtimer-Liebhaber fachsimpeln

Am dritten Oldtimer Frühlingstreffen gab es 70 Auto-Schmuckstücke auf dem Wagi-Areal zu bestaunen. Auch in Zukunft soll das Treffen für Gleichgesinnte stattfinden.

Céline Geneviève Sallustio
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Oldtimer Frühlingstreffen
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Garagist Roland Brogli (ganz rechts) lud zusammen mit der TCS Gruppe Limmattal zum dritten Oldtimer Frühlingstreffen. In seiner Garage in Schlieren zeigte er den Besuchern sein nachgebautes Rennauto.
Pneu und Pastel am Oldtimer-Treff.
Auch von aussen macht das über 60-jährige Auto etwas her.
Nostalgie pur: Das Armaturenbrett des MGA versetzt in die 60er.

Oldtimer Frühlingstreffen

Céline Geneviève Sallustio

Glänzend polierte Oldtimer aus allen Epochen zeigten sich am Samstag auf dem Wagi-Areal in Schlieren. Roland Brogli, Inhaber der Garage Brogli, hat den Oldtimer Frühlingstreff zusammen mit der TCS Gruppe Limmattal organisiert. Es sei bereits das Dritte eines solchen Treffs, welches der soziale Kontakt unter Gleichgesinnten fördern soll, sagte Brogli.

«Es ist ein Kommen und ein Gehen, wobei das Fachsimpeln über Oldtimer im Vordergrund stehen soll», erklärte der Garagist. Gemäss Brogli sind Oldtimer Strassenfahrzeuge, die über 30 und Youngtimer über 25 Jahre alt sind. Sofern diese Bedingung erfüllt ist, dürfen die Schmuckstücke am Treff ausgestellt werden.

Nebst dem gegenseitigen Austausch bot der Frühlingstreff eine Motorfahrzeugkontrolle an, um die Verkehrstauglichkeit der Fahrzeuge zu überprüfen. Die häufigste und grösste Schwierigkeit, die Oldtimer mit sich bringen, seien die Beschaffung von Ersatzteilen und die entsprechenden Reparaturvorschriften, wie Gianni Santostefano, Prüfstellleiter des TCS Schlieren, erklärte.

Woher stammt der Oldtimer? Welcher Jahrgang hat er? Diese Fragen müsse man zuerst abklären, bevor man eine Reparatur vornehmen könne. Ersatzteile für Oldtimer aus Deutschland und England seien dabei einfacher zu beschaffen, als solche aus Frankreich oder Italien, sagte der Prüfstellleiter weiter.

«Benzin im Blut»

Ein weiteres Manko, sei die richtige Werkstatt für die Reparaturen zu finden. «Die heutigen Fahrzeuge haben viel Elektronik und nur noch wenige Garagen schrauben an einem Auto herum», so Santostefano. Deshalb sei die Zusammenarbeit mit der Garage Brogli von grosser Bedeutung, denn dort sei das nötige Fachwissen vorhanden. «Brogli hat das Benzin nicht nur in der Werkstatt, sondern auch im Blut», sagte der Prüfstellleiter und lachte.

Doch wie kommt man überhaupt zu einem Hobby oder besser gesagt zu dieser Leidenschaft? Wenn man sich die hochpolierten und gepflegten Fahrzeuge ansieht, kann man nur erahnen, wie viel Arbeit und Kosten darin stecken. Die Besucherinnen und Besucher des Frühlingstreff verbindet in erster Linie die Vorliebe für historische Strassenfahrzeuge.

«Mein MGA mit Jahrgang 1956 habe ich einem amerikanischen Zahnarzt abgekauft und in die Schweiz importieren lassen», sagte Armin Labhart aus Egg. Rund 1000 Stunden Arbeit hat Labhart für die Restaurierung des Wagens aufgewendet, da dieser rostig war. Die Leidenschaft für Oldtimer liegt in der Familie, auch seine beiden Kinder besitzen einen Oldtimer.

Auch Jacqueline Ambüehl aus Birmensdorf teilt dieselbe Passion: Bereits seit 20 Jahren ist sie stolze Besitzerin eines roten Ford Mustang 1971 – einem «Kult-Auto», wie sie sagte. «Für den heutigen Anlass habe ich das Auto extra in die Garage gebracht, damit es einen neuen Glanz erhält.»

Alte Feuerwehrfahrzeuge

Das Treffen für Gleichgesinnte soll auch in Zukunft stattfinden. Vielleicht gäbe es beim nächsten Frühlingstreff eine Sonderausstellung für alte Feuerwehrfahrzeuge, meinte Brogli und zeigte dabei auf ein Löschfahrzeug vor der Garage.

«1972 hat mein Vater, Hugo Brogli, dieses Fahrzeug an die Feuerwehr in Zürich als Einsatzwagen verkauft. «Heute steht es als Ausstellungsmodell bei uns auf dem Areal», sagte Brogli, «und der Kreislauf hat sich geschlossen».