Herr Fuchs, die Birmensdorferin Hélène Vuille kämpft seit 15 Jahren gegen Food Waste (siehe Box). Nun unterzeichnete die Migros-Genossenschaft Zürich einen Vertrag. Warum dauerte das so lange?

Rolf Fuchs: Was so einfach tönt, ist im Detail sehr komplex. Wir mussten Themen wie Lebensmittelgesetz, Kühlkette, Berechtigungen, Einhaltung von Normen und Logistik detailliert klären. Dabei konnten wir auf die wertvollen Erfahrungen von Hélène Vuille zurückgreifen.

Welche Überlegungen führten dazu, dass die Migros Vuilles Projekt nun zumindest auf kantonaler Ebene unterstützt?


Mit unserer sogenannten «Food Waste Policy» setzen wir uns zum Ziel, die Verderbsquoten zu verringern. Mit dem Vertrag mit der Caritas können wir hier einen wertvollen Beitrag leisten. Wichtig zu wissen ist aber, dass die meisten Lebensmittel nicht in den Läden, sondern in den Haushaltungen entsorgt werden.

Welche Rolle spielte dabei, dass das Thema Lebensmittelverschwendung derzeit in aller Munde ist?

Die «Food Waste Policy» ist Teil unserer Nachhaltigkeitsbestrebungen. Sie nimmt sich damit eines Themas an, das in den vergangenen Monaten und Jahren vermehrt Teil des öffentlichen Diskurses war, und leitet konkrete Projekte daraus ab. Der Vertrag mit der Caritas ist nur ein Beispiel dafür, welche Früchte dieses Vorhaben trägt.

Welchen Zusatzaufwand bedeutet es für eine Filiale, wenn die Angestellten täglich nach Ladenschluss Esswaren bereitstellen müssen?

Der Aufwand für unsere Angestellten hält sich in Grenzen.

Die Caritas hat Mühe, Freiwillige zu finden, die Transportfahrten übernehmen. Wäre die Finanzierung solcher Transporte ein Thema für das Migros-Kulturprozent?

Das Migros-Kulturprozent unterstützt seit Jahren verschiedene Projekte der Caritas. Bezüglich Transportfahrten bin ich zuversichtlich, dass sich auf anderem Weg genügend initiative Fahrer für dieses tolle Projekt finden werden.