Dietikon

Nordische Klänge feiern die Zeit des Erwachens

Simon Nádasi und Olga Papikian sind ein eingespieltes Team.

Simon Nádasi und Olga Papikian sind ein eingespieltes Team.

Olga Papikian und Simon Nádasi bringen an ihrem Konzert den Frühling in das katholische Pfarreizentrum St. Agatha.

Ein heller Sopran ist sanft am Dietiker Bahnhof zu hören und zwischendurch schwingen auch die Töne eines Klaviers durch die Szenerie. Es ist Musik, die an diesem frühen Sonntagabend aus dem Saal des katholischen Pfarreizentrums St. Agatha erklingt. Dort proben die Sopranistin und Pianistin Olga Papikian und ihr Ehemann, der Pianist Simon Nádasi, ihr Frühlingskonzert, das gleich beginnen soll.

Seit 2010 läutet das Paar in eigener Regie den musikalischen Frühling in Dietikon ein. Ihr Programm in diesem Jahr: Nordische Musikklänge. «Das ist kein Widerspruch», sagt Nádasi vor dem Konzert. «Auch in nordischen Ländern wartet man auf den Frühling. Es ist eine Jahreszeit, die für das Erwachen steht.» Nádasi, der in Schlieren als Hauptorganist und Korrepetitor in der katholischen Kirche St. Josef tätig ist, benötigte mehr als ein Jahr, um das Konzert zu planen. Und es sollte Musik aus dem Norden sein.

«In der Recherche nach passenden Werken durchsuchte ich zunächst Wikipedia und es kamen unzählige Kompositionen zusammen», sagt Nádasi. Es benötigte Zeit, um die aus seiner Sicht schönsten Lieder zu entdecken. Am Ende haben er und Olga Papikian ein rundes Programm zusammengestellt, das nicht nur den nordischen Musikklängen, sondern auch dem Frühling Rechnung trägt.

Von Grieg bis Wagner

Doch es ist gerade der Frühling, der dem Konzert versucht, den Wind aus den Segeln zu nehmen. Das Publikum bleibt überschaubar, doch Nádasi und Papikian lassen sich davon nicht beirren, begrüssen mit einem Lächeln die Anwesenden und setzen sich gleich zu Beginn vierhändig an den Flügel. Sie spielen zum Auftakt «Nordische Tänze» von Edward Grieg. Der norwegische Komponist versuchte, laut Nádasi, mit seinen Tänzen die Eigenheiten der Volksmusik seines Vaterlandes in den eigenen Stil zu integrieren.

Es ist ein furioser Start und das Zusammenspiel des Ehepaars ist harmonisch. Es folgen Lieder wie Halfdan Kjerulfs «Wüsstest Du den Weg, Du Vögelein» oder das «Ave Maria» von Sigvaldi Kaldalóns, bei dem Papikian, die auch als Klavier- und Gesangslehrerin wirkt, als Sopranistin die Bühne beherrscht. Bei der «Sturmnacht» von Yrjö Kilpinen kommt es gar zu einem «Duell»: Da die Frühlingssonne den Saal über Stunden aufgeheizt hat, bleiben auch während des Konzerts die Fenster offen und die Kirchenglocken stimmen ihr eigenes Lied an. Papikian singt in der Folge gegen diese an, was eine interessante Dramatik zur Folge hat.

Nächstes Konzert in Planung

Papikian und Nádasi lassen es sich auch nicht nehmen, «Elsas Traum» sowie die Ouvertüre aus «Tannhäuser» von Richard Wagner darzubieten. Stets ist ihnen der Zwischenapplaus gewiss. Die «Suite Bergamasque» von Claude Debussy und dessen berühmter dritter Satz «Clair du Lune», aber auch die Zugabe, die «Ungarische Rhapsodie Nr. 2» von Franz Liszt, machen deutlich, wie virtuos das Musiker-Ehepaar seine Talente einzusetzen vermag. «Wir sind ein eingespieltes Team», sagt Nádasi.

Für ihn und Papikian war der Auftritt der Start in den Frühling und bereits kündigt sich ihr nächstes Konzert im Juni an, welches sie mit dem Pianisten Martin Münch bestreiten. Mozart, Ravel und wiederum Debussys «Clair de Lune» stehen auf dem Programm. Es besteht also die Chance, sich nochmals an diesem musikalischen Frühling zu erfreuen.

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