Urdorf
Noch nie hatte die Urdorfer Fasnacht einen jüngeren Schirmherrn

Michael Keel wurde zum Schirmherrn der Urdorfer Fasnacht ernannt. Ihn und seine Liebsten erwartet eine turbulente Zeit. Gut, dass sie alle das Fasnachts-Gen in sich tragen.

Tabea Wullschleger
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Die Kostüme haben die Keels passend zum diesjährigen Motto «En Charre voll Narre» gestaltet: Rita und Michael Keel mit Leandro Thomas.

Die Kostüme haben die Keels passend zum diesjährigen Motto «En Charre voll Narre» gestaltet: Rita und Michael Keel mit Leandro Thomas.

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An der Urdorfer Fasnachtseröffnung wird jährlich das bestgehütete Geheimnis des Dorfs gelüftet: die Identität des Schirmherrn. Dieses Jahr kommt diese Ehre Michael Keel zuteil. Mit seinen 30 Jahren ist er der jüngste Schirmherr, den die Urdorfer Fasnacht je hatte. Für ihn spielt dieser Umstand aber keine Rolle: «Ich bin ein absoluter Fasnächtler und gut im Dorfleben verankert – das ist es, was zählt.»

Fast sein ganzes Leben wohnt Keel schon in Urdorf. Seit dem Jahr 2000 hat er an keiner Fasnacht gefehlt; sechs Jahre lang nahm er als Mitglied der Knabengesellschaft Urdorf daran teil. «An der Uslumpete 2010 machte ich dann meiner jetzigen Frau Rita einen Heiratsantrag», sagt Keel. Söhnchen Leandro Thomas wurde letzte Woche ein Jahr alt und hat bereits einige Erfahrungen mit der Fasnacht gemacht: Letztes Jahr erlebte er, nur wenige Monate alt, den ersten Umzug; dieses Jahr war er bei der Ernennung seines Vaters zum Schirmherrn natürlich auch mit dabei. «Mit uns als Eltern wird er mit Sicherheit noch einige Fasnachten miterleben», sagt Rita Keel, selbst Mitglied der Birmensdorfer Gugge «Flüüge-Tätscher».

Anfrage kam überraschend

Wer 2014 Schirmherr würde, wussten vor der Fasnachtseröffnung Mitte Januar nur das dreiköpfige Präsidium der Urdorfer Clique Schäflibach, Keel selbst und seine Frau Rita. Seine Kollegen hätten aber bereits seit Jahren vermutet, dass Keel eines Tages zum Schirmherr ernannt werde, sagt er. «Dass sie dieses Jahr mit ihren Vermutungen richtig lagen, erfuhren auch sie aber erst an der Fasnachtseröffnung», erzählt er lachend.

Als das Schäflibach-Präsidium ihm unterbreitete, dass es ihn zum Schirmherrn auserkoren habe, sei er zuerst einmal erschrocken, sagt Keel. «Ich konnte mir zwar vorstellen, dass sie mich eines Tages anfragen, aber dieses Jahr habe ich es nicht erwartet.» Nach einigen Tagen Bedenkzeit habe er dann aber mit Freude über das Vertrauen der Clique zugesagt. «Das war aber nur möglich, da ich weiss, dass meine Frau hinter mir steht», sagt er. Auch die Hilfe der Schwiegermutter sei sehr wichtig.

Das Programm, das ihn in den Fasnachtsmonaten erwartet, mit einem kleinen Kind unter den Hut zu bringen, wäre anders auch gar nicht machbar. Jedes Wochenende ist Keel nun mit der Clique Schäflibach unterwegs. Die Urdorfer besuchen auch Umzüge in Deutschland. «Meine Aufgabe ist es jeweils, die Clique zu präsentieren», erklärt der Schirmherr.

Neben seinem Leben als Fasnächtler und Vater ist Keel Schreiner. Vor fünf Jahren machte er sich in Birmensdorf selbstständig. Von seiner Funktion als Schirmherr erhofft sich Keel auch Vorteile fürs Geschäft: «Ich werde mit so vielen unterschiedlichen Menschen in Kontakt kommen, da wird sich sicher die eine oder andere Tür auftun.»

Obwohl nun eine strenge Zeit auf ihn zukommt, überwiege für ihn an seiner Aufgabe als Schirmherr das Positive, sagt er. Nächstes Jahr wird es die Familie Keel dann wieder etwas ruhiger angehen. Der Fasnacht werden sie aber dennoch erhalten bleiben: «Unser Plan ist es, bei den Wagenbauern der Clique Schäflibach einzusteigen», sagt Keel. «Das aktive Dorfleben in Urdorf schätzen wir sehr und machen gerne mit.» Bevor es aber so weit ist, geniesst der frischgebackene Schirmherr die diesjährige Fasnacht – und wünscht auch allen anderen «eine schöne Fasnacht».

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