Dietikon
Noch nicht genug Fisch: Jetzt verkauft er Rauchlachs aus Schottland

René Dörig startet 36 Jahre nach der Gründung seiner ersten Firma ein neues Unternehmen – einmal mehr mit Fisch. Als «Jungunternehmer» verkauft er Rauchlachs für eine schottische Firma in der ganzen Schweiz.

Sandro Zimmerli
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Doris und René Dörig (links und Mitte) begannen vor 36 Jahren mit dem Handel von Lachs. Nach dem Austritt aus ihrer 70 Angestellte zählenden Firma haben sie noch einmal von Neuem begonnen. Der Unterschied: Diesmal ist Tochter Sabrina (rechts) mit an Bord.

Doris und René Dörig (links und Mitte) begannen vor 36 Jahren mit dem Handel von Lachs. Nach dem Austritt aus ihrer 70 Angestellte zählenden Firma haben sie noch einmal von Neuem begonnen. Der Unterschied: Diesmal ist Tochter Sabrina (rechts) mit an Bord.

Eigentlich könnte es René Dörig ruhig angehen lassen und seine Pension geniessen. 36 Jahre nachdem er zusammen mit seiner Frau Doris ein Fischhandelsunternehmen gegründet und es zu einem Betrieb mit 70 Mitarbeitern mit Sitz in Schlieren ausgebaut hat, ist er diesen Frühling aus der Firma ausgetreten.

Lange hielt es Dörig im Ruhestand aber nicht aus. Bereits im Herbst hat er sich an eine neue Aufgabe herangewagt. Innerhalb von knapp zwei Monaten hat er zusammen mit seiner Frau und Tochter Sabrina ein neues Unternehmen gegründet.

Auch in der neuen Firma widmet sich Dörig Produkten aus dem Wasser. Denn «Fisch ist meine Leidenschaft», sagt Dörig. Die Dörig Fisch GmbH hat ihren Sitz an der Kanalstrasse 6 in Dietikon und ist auf schottischen Rauchlachs spezialisiert.

«Wir übernehmen die Repräsentanz, den Verkauf und die Logistik des St. James Smokehouse aus Schottland für die gesamte Schweiz», so Dörig. Den Produzenten kenne er schon mehrere Jahre.

Er habe ihn über all die Zeit bei verschiedenen Gelegenheiten getroffen. Daher wisse er, dass der Produzent für Nachhaltigkeit stehe. Nun sei er im Sommer nach Schottland gereist, um die Zusammenarbeit zu besiegeln.

Rückkehr zu den Wurzeln

Das Angebot richtet sich sowohl an Privat- als auch an Geschäftskunden. «Wir bieten beispielsweise Geschenkboxen mit Wein oder Champagner und Lachs an», sagt Dörig. Damit kehrt er gewissermassen zu seinen Wurzeln zurück. «Vor 36 Jahren haben meine Frau und ich auch mit dem Verkauf von Lachs begonnen», erinnert er sich. Nun schliesse sich der Kreis.

Ähnlich wie damals Ende der 1970er-Jahre haben die Dörigs bei null begonnen. «Wenn man so will, ist unsere neue Firma ein Start-up. Wir haben bei der Gründung eng mit dem Institut für Jungunternehmen in St. Gallen zusammengearbeitet», sagt Dörig.

Er hätte selbst am wenigsten gedacht, dass er nochmals als Jungunternehmer bezeichnet würde. «Ich kann aber nicht zu Hause sitzen und nichts tun. Meine Familie hat mich überredet, nochmals etwas Neues anzupacken», sagt er.

Dass er nochmals von vorne begann, hat René Dörig nicht bereut: «Ich bin voller Elan.» Zwar sei es eine spezielle Erfahrung gewesen, von Firma zu Firma zu gehen, um seine Produkte vorzustellen und Flyer aufzulegen.

Trotzdem passe es zu seiner Philosophie. «Wir wollen ein kleiner, familiärer und nachhaltiger Betrieb mit engen Kontakten zu den Kunden sein», sagt Dörig. Natürlich sei ihm dabei entgegengekommen, dass er mittlerweile über ein grosses Netzwerk verfüge.

Wachsen ja, aber im Rahmen

Nochmals einen Betrieb mit 70 Mitarbeitern aufzubauen, sei nicht sein Ziel, so Dörig. Das soll aber nicht heissen, dass die Firma nicht wachsen wird. «Es ist gut möglich, dass wir unser Sortiment dereinst ausbauen. Nun wollen wir die Firma aber zuerst richtig zum Laufen bringen», hält Dörig fest.

Es sei ganz so wie damals vor 36 Jahren. Immer ein Schritt nach dem anderen.